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Ältere: Gesellschaftliches Potential!

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    "Unsere Gesellschaft altert." Diese Aussage hat für viele einen negativen Beigeschmack. Alte Menschen belasteten die Gesellschaft, den Sozialstaat, lautet die Botschaft: Deutschland vergreise, die Deutschen stürben aus, immer weniger junge müssten für immer mehr alte Menschen sorgen, die Gesellschaft verliere an Dynamik, wird suggeriert. Dass eine alternde Gesellschaft auch Chancen birgt, dass ältere Menschen nicht in erster Linie ein gesellschaftliches Problem, sondern vielmehr ein Potenzial darstellen, wird in einer jugendzentrierten Gesellschaft viel zu wenig gesehen.

    Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich auf den demographischen Wandel einstellen. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist nur eine Maßnahme, für die zudem erst noch die Rahmenbedingungen zu schaffen sind. Der umfassenden Neugestaltung des Arbeitszeitregimes kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Der derzeitige Trend zur Verlängerung der Wochenarbeitszeit ist in diesem Zusammenhang ausgesprochen kontraproduktiv. Ohne alters- und alternsgerechte Arbeitszeiten wird es kaum gelingen, das tatsächliche Renteneintrittsalter hinauszuschieben und möglichst nah an die gesetzliche Altersgrenze heranzuführen.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Älter werdende Menschen stellen nicht in erster Linie ein gesellschaftliches Problem, sondern vielmehr ein Potenzial dar. Das wird in einer jugendzentrierten Gesellschaft viel zu wenig gesehen. Weiter...

    Bruno Schrep

    Hoffnung trotz Jugendwahn - Essay

    Noch immer herrscht in vielen Personalabteilungen eine Art Jugendwahn: Arbeitnehmer, die das fünfzigste Lebensjahr überschritten haben, werden nicht eingestellt. Inzwischen ist jedoch eine Tendenz zum Umdenken erkennbar. Weiter...

    Günther Schmid, Miriam Hartlapp

    Aktives Altern in Europa

    Ältere Menschen sind in Europa in sehr unterschiedlichem Umfang erwerbstätig. Dieser Beitrag zeigt die Unterschiede auf, diskutiert mögliche Gründe dafür und testet die Theorie mit einem einfachen statistischen Modell. Es werden vorbildliche Beispiele "aktiven Alterns" aus der europäischen Praxis vorgestellt. Weiter...

    Susanne Kraatz, Cornelia Sproß

    Beschäftigungspolitik für Ältere: Deutschland und seine Nachbarn

    Der demographische Wandel hat in Europa eine Abkehr von der Politik der Frühverrentung bewirkt. Im Vergleich Deutschlands mit den Niederlanden, Österreich und Frankreich werden Unterschiede in Bedingungen und Reformpfaden kontinentaler Wohlfahrtsstaaten aufgezeigt. Weiter...

    Hartmut Seifert

    Alternsgerechte Arbeitszeiten

    Die aktuelle Entwicklung der Arbeitszeit torpediert das Ziel, zukünftig länger im Erwerbsleben verbleiben zu können. Längere Arbeitszeiten und zugleich vermehrte Schichtarbeit sind nicht alternsgerecht. Notwendig sind kürzere und belastungsärmere Arbeitszeiten. Weiter...

    Judith Kerschbaumer, Evelyn Räder

    In Arbeit bleiben - wieder in Beschäftigung kommen

    In den nächsten zwanzig Jahren wird die Zahl der 55- bis 64-Jährigen in Deutschland erheblich ansteigen. Damit Menschen länger arbeiten und länger in Arbeit bleiben können, müssen entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Weiter...

    Ralph Conrads, Ernst Kistler, Thomas Staudinger

    Alternde Belegschaften und Innovationskraft der Wirtschaft

    Abbauprozesse des Alterns lassen sich kompensieren. "Altern und Innovation" sind keine Widersprüche. Das Beispiel des lebenslangen Lernens zeigt, dass hierbei in Deutschland Möglichkeiten leichtfertig verschenkt werden. Weiter...