30 Jahre Mauerfall Mehr erfahren
APUZ Dossier Bild

21.4.2008 | Von:
Susanne Kraatz
Cornelia Sproß

Beschäftigungspolitik für Ältere: Deutschland und seine Nachbarn

Der demographische Wandel hat in Europa eine Abkehr von der Politik der Frühverrentung bewirkt. Im Vergleich Deutschlands mit den Niederlanden, Österreich und Frankreich werden Unterschiede in Bedingungen und Reformpfaden kontinentaler Wohlfahrtsstaaten aufgezeigt.

Einleitung

Die meisten Staaten haben in den vergangenen zehn Jahren eine Abkehr von der mehr oder weniger stark praktizierten Politik der Frühverrentung hin zu einer Strategie des aktiven Alterns vollzogen. Am weitesten fortgeschritten sind dabei die skandinavischen, sozialdemokratisch geprägten und die liberalen Wohlfahrtsstaaten.








Eine Politikwende konnte in diesen Ländern einfacher vollzogen werden, da von der Frühverrentung - als Reaktion auf Strukturprobleme des Arbeitsmarktes seit den 1970er Jahren - weniger Gebrauch gemacht wurde: in den skandinavischen Ländern durch eine starke Beteiligung der öffentlichen Hand, den Ausbau staatlicher Dienstleistungen und den Einsatz aktiver Arbeitsmarktpolitik, in den liberalen Staaten dagegen durch Marktmechanismen, das heißt ein niedrigeres Niveau der Sozialleistungen, einen wenig regulierten Arbeitsmarkt und flexible Löhne.[1]

Fußnoten

1.
Vgl. Maria Jespen/David Foden/Martin Hutsebaut, Active Strategies for older workers, Brüssel 2002, S. 442 - 444; Dirk Hofäcker/Hans-Peter Blossfeld/Sandra Buchholz (Hrsg.), Uncertainty and Late Careers in Society, London-New York 2006; G?sta Esping-Andersen, The Three Worlds of Welfare Capitalism, Cambridge 1990.