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Bürgerlichkeit ohne Bürgertum?


14.2.2008
Welchen gesellschaftlichen Stellenwert hat die Debatte um eine "neue Bürgerlichkeit"? Der aktuelle Diskurs dazu wird in Beziehung zur parallelen Entbürgerlichung in Ost und West nach 1945 gesetzt, die als Grundlage einer heutigen Bürgerlichkeit ohne Bürgertum gelten kann.

Einleitung



Es mag anekdotenhaft wirken, wenn in der Debatte um eine vermeintliche oder reale Renaissance bürgerlicher Kulturmuster innerhalb der Gegenwartsgesellschaft zunächst auf ein ganz profan wirkendes Faktum als Beleg für Kontinuität verwiesen wird: auf die weitgehend unbemerkt gebliebene Wiederkehr der Dienstmädchenfrage.




Bekanntlich endete das "lange" 19. Jahrhundert auch durch die rigorose Verknappung der haushälterischen Dienstkräfte, deren Anwesenheit, zumindest einer ihrer Vertreterinnen, als "Minimalbedingung eines wirklich bürgerlichen Haushalts"[1] galt.

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Fußnoten

  1. Jürgen Kocka, Das europäische Muster und der deutsche Fall, in: Jürgen Kocka (Hrsg.), Bürgertum im 19. Jahrhundert. Deutschland im europäischen Vergleich, Bd. 1, Einheit und Vielfalt Europas, Göttingen 1995 (zuerst München 1988), S. 9 - 75, S. 62f. (Anm. 29).