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Tod und Sterben

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    Die meisten Menschen möchten gesund alt werden und in Frieden zu Hause sterben. Doch vielen ist die Erfüllung dieses Wunsches nicht vergönnt. Die gestiegene Lebenserwartung geht mit einer Zunahme nicht nur von Altersdemenz und Alzheimer, sondern auch zahlreicher anderer, chronisch-degenerativer Krankheiten einher. Von diesen blieben die Menschen in der Vergangenheit vielfach verschont, weil sie vor deren Ausbruch starben. Daher gilt es, über den schwieriger gewordenen Übergang vom Leben zum Tod und die Herausbildung einer "Kultur des Sterbens" nachzudenken.

    Mit der Freitodhilfe, wie sie in der Schweiz durch die Organisation Exit geleistet und seit 1998 von der Organisation Dignitas auch für Ausländer angeboten wird, hat das Sterben im Hospitz oder auf der Palliativstation nichts zu tun, erst recht nicht mit aktiver Sterbehilfe, die in Belgien und in den Niederlanden erlaubt ist. Unter den Mitgliedern der Organisation Dignitas, die in Deutschland verboten ist, befinden sich auch deutsche Staatsbürger. Andere treten mit unerlaubter ärztlicher Hilfe aus dem Leben. Vor diesem Hintergrund wird auch in Deutschland über die Legalisierung der Sterbehilfe diskutiert. Aufgrund der jüngeren deutschen Vergangenheit wird der Unterstützung des Sterbens jedoch zu Recht mit äußerster Vorsicht begegnet.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Der Übergang vom Leben zum Tod ist schwieriger geworden. Es gilt daher über die Herausbildung einer "Kultur des Sterbens" nachzudenken. Weiter...

    Thomas Macho

    Sterben heute - Essay

    Während Tod und Sterben im Verlauf der Neuzeit aus der Öffentlichkeit verdrängt und zu einer rein privaten Angelegenheit wurden, ist spätestens seit dem letzten Drittel des 20. Jahrhunderts eine radikale Enttabuisierung festzustellen. Weiter...

    Irmhild Saake

    Gegenwarten des Todes im 21. Jahrhundert - Essay

    Auf der Grundlage einer biographischen Studie zu Todesbildern wird gezeigt, wie sehr unsere Rede über den Tod einer konkreten Gegenwart zu verdanken ist, in der man gerade nicht stirbt. Willensäußerungen zum eigenen Sterben sind deshalb zu relativieren. Weiter...

    Gerd Göckenjan

    Sterben in unserer Gesellschaft - Ideale und Wirklichkeiten

    Gutes Sterben ist Thema im öffentlichen Raum. Im Sinne der Verbreitung der Palliativversorgung ist gutes Streben inzwischen auch Gegenstand von Gesetzgebung. Im Beitrag wird hierzu u.a. Material zum Sterben in Normal- und Palliativstationen vorgestellt. Weiter...

    Stefan Dreßke

    Sterbebegleitung und Hospizkultur

    Das Hospiz repräsentiert die Ideale des guten Sterbens. Sterbeverläufe werden als ein friedliches Sterben so organisiert, dass sich die Verschlechterung des körperlichen Zustands der Sterbenden und ihr persönlicher und sozialer Rückzug parallelisieren. Weiter...

    Klaus Dörner

    Leben und Sterben: Die neue Bürgerhilfebewegung

    Das bisher bewährte Hilfesystem ist durch den wachsenden Bedarf an Hilfe überfordert. Doch die Menschen haben längst damit begonnen, sich neu zu orientieren; die Politik sollte darauf aufbauen. Weiter...

    Ludger Fittkau, Petra Gehring

    Zur Geschichte der Sterbehilfe

    Forderungen nach einem "Recht auf den Tod" zielten stets auch auf den Nutzen für Gesellschaft und Staat. "Private" Autonomie im Sterben und ökonomisch ermittelter "Lebenswert" sind im 'modernen' Sterbehilfediskurs bis heute zwei Seiten einer Medaille. Weiter...

    Svenja Flaßpöhler

    Die Freitodhilfe - ein humaner Akt?

    Es werden die ethischen Prämissen und Konsequenzen der Suizidbeihilfe in den Blick genommen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwiefern das Recht auf den eigenen Tod mit der moralischen Verantwortung Dritter kollidiert. Weiter...