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10.1.2008 | Von:
Katrin Vohland
Ulrike Doyle
Wolfgang Cramer

Der Einfluss von Klimaveränderungen auf die Biodiversität

Treibhausgase und globale Erwärmung

Die herausragende Bedeutung des jüngsten Berichtes des Weltklimarates IPCC hatten nicht die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in ihm enthalten waren, sondern die Einstimmigkeit in der Feststellung, dass der Klimawandel a) bereits beobachtet wird, und dass er b) vom Menschen verursacht ist. Es gibt einen deutlichen und nicht mehr zu leugnenden Zusammenhang zwischen anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen und der Erwärmung der Erde. Zu den Treibhausgasen gehören Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Stickoxide, Schwefelhexafluorid und Fluorkohlenwasserstoffe. Diese Moleküle sorgen dafür, dass die Strahlungsenergie der Sonne nicht gleich wieder abgegeben wird, so dass wir statt lebensfeindlicher minus 18 Grad Celsius angenehme 15 Grad Durchschnittstemperatur auf der Erde haben. Inzwischen übersteigen die Konzentrationen der Treibhausgase aber die bisher beobachteten Schwankungen, was zu einer Erwärmung der Erde führt. Insbesondere Kohlendioxid steht im Mittelpunkt der politischen Verhandlungen, da die Emissionen im Gegensatz zum Wasserdampf direkt anthropogen verursacht sind. Ungefähr 80 Prozent der Kohlendioxidemissionen stammen aus der Verbrennung fossiler Kohlenstoffe wie Öl und Kohle sowie ca. 20 Prozent aus Landnutzungsänderungen, und zwar zum überwiegenden Teil aus der Abholzung der tropischen Regenwälder. Hinzu kommt noch das Methan aus Kuhmägen und von Reisfeldern, welches zwar in geringeren Mengen freigesetzt wird aber fünfundzwanzigmal klimawirksamer als Kohlendioxid ist.[1]

Ein großer Teil, nämlich ca. 30 Prozent des Kohlendioxides, wird bereits in den Ozeanen gespeichert. Das ist auf den ersten Blick gut für die Menschheit, da es sonst noch wärmer würde, aber schlecht für die Ozeane, zu deren Versauerung die Aufnahme von Kohlendioxid führt. Einige Algen und Korallentierchen können aufgrund des sinkenden pH-Wertes keine Kalkschalen mehr ausbilden und somit auch keine Korallenriffe, die Heimat für eine Vielzahl von Meeresorganismen sein können.

Fußnoten

1.
Der WWF Deutschland hat gerade einen Bericht zur Emission der Treibhausgase Methan und Lachgas veröffentlicht: Harald von Witzke/Steffen Noleppa, Methan und Lachgas - Die vergessenen Klimagase. Wie die Landwirtschaft ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Ein klimaschutzpolitischer Handlungsrahmen, 2007, S. 1 - 95.