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Neue Kriege

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    Einige Politikwissenschaftler konstatieren einen Gestaltwandel des Krieges seit dem Ende des Ost-West-Konflikts, wofür sich der Topos "Neue Kriege" etabliert hat, der aber gleichwohl kontrovers diskutiert wird. Die große Mehrheit der Kriege sind heute innerstaatliche Konflikte, das heißt unkonventionelle Bürgerkriege und Aufstände, die zunehmend um die Loyalität der Bevölkerung geführt werden, militärische Gewalt hat an Bedeutung verloren.

    Zwar ist seit 1992 die Zahl der Kriege stark zurückgegangen, aber zugleich ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass Kriege wieder aufflammen, da Konfliktparteien oft auch nach Kriegsende politische oder soziale Akteure bleiben. Erschwert wird die Friedenskonsolidierung auch dann, wenn die Strukturen Bestand haben, welche zur Finanzierung der Kämpfe beigetragen haben.

       
  • Manuel Halbauer

    Editorial

    Die meisten Kriege sind heute innerstaatliche Konflikte, die ohne den Sieg einer Seite enden. Die Konfliktparteien bleiben nach Kriegsende politische und soziale Akteure, was die Friedenskonsolidierung oft erschwert. Weiter...

    Jochen Hippler

    Wie "Neue Kriege" beenden?

    Die meisten aktuellen Kriege werden zunehmend um die Loyalität und Unterstützung der Bevölkerung geführt, militärische Gewalt hat an Bedeutung verloren. Das entscheidende Instrument zur Kriegsbeendigung ist die Schaffung funktionierender und gesellschaftlich akzeptierter Governance-Strukturen. Weiter...

    Monika Heupel

    Die Gewaltökonomien der "Neuen Kriege"

    Ein typisches Merkmal der "Neuen Kriege" sind Gewaltökonomien, die auf dem Handel mit natürlichen Ressourcen basieren. Der Artikel skizziert Entstehungsbedingungen und Implikationen für die Konfliktbearbeitung und stellt Instrumente zur Schwächung von Gewaltökonomien vor. Weiter...

    Michael Brzoska

    Bedingungen erfolgreicher Friedenskonsolidierung

    Die Umstände der Nachkriegskonsolidierung sind mitentscheidend dafür, wie wahrscheinlich das Wiederaufflammen eines Krieges ist. Die zentralen Erfordernisse sind die Organisation physischer Sicherheit, Aufbau einer politischen Ordnung, psycho-soziale Transformation und wirtschaftliche Entwicklung. Weiter...

    Rita Schäfer

    Kriegerische Männlichkeit

    Zum Verständnis der Gewaltdynamiken in Kriegen ist es notwendig, die gewaltgeprägte Maskulinität und die Machtverhältnisse zwischen Männern zu analysieren. Diese spiegeln gesellschaftliche und politische Strukturen sowie ökonomische Entwicklungen auf lokaler und nationaler Ebene. Weiter...

    Sibylle Tönnies

    Die "Neuen Kriege" und der alte Hobbes

    Nicht das Auftreten asymmetrischer Kriege ist eine Neuheit, sondern der Kurswechsel, den die Politikwissenschaft vorgenommen hat: Sie hält jetzt die Konzentration legitimer Gewalt im Staat für wünschenswert. Dabei sollte sie sich von dem Fachmann in dieser Frage belehren lassen: Thomas Hobbes Weiter...

    Susanne Fischer

    Journalisten im Irak

    Der Krieg im Irak gilt seit Mai 2003 offiziell als beendet. In keinem anderen Land weltweit ist es aber noch immer so gefährlich, als Journalist zu arbeiten. Der Artikel geht der Frage nach, wie Journalisten die Herausforderungen bewältigen, die Krieg, Krise und Gewalt mit sich bringen. Weiter...

     

    Dossier

    Innerstaatliche Konflikte

    Vom Kosovo nach Kolumbien, von Somalia nach Süd-Thailand: Weltweit schwelen über 280 politische Konflikte. Und immer wieder droht die Lage gewaltsam zu eskalieren. Weiter... 

    Informationsportal Krieg und Frieden

    Die weltweiten Militärausgaben sind 2013 leicht zurückgegangen - auf 1,7 Billionen US-Dollar. Welches Land gibt wie viel für sein Militär aus? Und wer bezieht die meisten Waffen aus Deutschland? Das interaktive Portal liefert Antworten auf sicherheitspolitische Fragen. Weiter...