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25.9.2009 | Von:
Marina Rupp

Regenbogenfamilien

Familienalltag unter dem Regenbogen

Grundsätzlich zeigen die Regenbogeneltern eine gleichmäßigere Aufteilung von Berufstätigkeit und einen höheren Anteil von Teilzeitbeschäftigten im Vergleich zu heterosexuellen Eltern. Zwar ist auch hier vor allem der leibliche Elternteil in Teilzeit beschäftigt (40 %) oder befindet sich in der Elternzeit (21 %), während die Partnerinnen bzw. Partner häufiger (62 % im Vergleich zu 39 %) Vollzeit berufstätig sind.[9] Doch liegen die Teilzeitquoten deutlich über denen von Vätern in heterosexuellen Beziehungen. Die Erwerbsbeteiligung ist auch in Regenbogenfamilien abhängig vom Alter des Kindes, allerdings kehren die Mütter nach der Geburt eines Kindes früher in das Berufsleben zurück. So sind im ersten Jahr des Kindes 61 Prozent der Mütter nicht berufstätig, im zweiten sinkt der Anteil jedoch bereits auf 29 und im dritten auf 21 Prozent. Zum Vergleich: Von allen Müttern in Deutschland mit Kindern unter drei Jahren sind 57 Prozent nicht erwerbstätig.[10]

Diese Besonderheiten in der Erwerbspartizipation korrespondiert mit einer höheren Gleichverteilung der familialen Aufgaben zwischen den Partnerinnen und Partnern - ein Ergebnis, das bereits aus anderen Studien bekannt ist.[11] So bezeichnen sich die Befragten - je nach Tätigkeit - zu 37 Prozent (bei der Wäsche) bis zu 60 Prozent (beim Putzen) als gemeinsam oder abwechselnd für die häuslichen Aufgaben zuständig. Neben der relativ seltenen ausschließlichen Zuweisung an eine der Partnerinnen bzw. einen der Partner fällt auch auf, dass häufiger Aufgaben delegiert werden. Man leistet sich zum Beispiel eine Putzhilfe, wenn keiner diese Aufgaben übernehmen mag oder Konflikte vermieden werden sollen. Leitlinien der Aufgabenteilung sind vor allem Fähigkeiten, Vorlieben und teilweise auch der Anspruch an Gleichverteilung. Ganz entscheidend sind jedoch die zeitlichen Spielräume, welche die Befragten haben: 79 Prozent teilen die Arbeiten entsprechend ihrer zeitlichen Möglichkeiten auf.

Fußnoten

9.
Werte ohne Pflege- und Adoptivfamilien.
10.
Mikrozensus 2007, ifb-Berechnungen.
11.
Vgl. Lawrence A. Kurdek, The Allocation of Household Labor by Partners in Gay and Lesbian Couples, in: Journal of Family Issues, 28 (2007) 1, S. 132 - 148.

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