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25.9.2009 | Von:
Marina Rupp

Regenbogenfamilien

Kindbezogene Aufgaben

Die sozialen Eltern engagieren sich in sehr hohem Maße für die Kinder. Dass ihr Einsatz dem Niveau der leiblichen Elternteile gleichkommt, wird in Familien mit "gemeinsamem Kind" von nahezu allen Befragten bestätigt. Ein wenig zurückhaltender erweisen sich nicht-leibliche Eltern, wenn das Kind aus einer früheren Beziehung stammt, aber auch hier stehen mehr als drei Viertel nicht hinter den leiblichen Eltern zurück. Rund ein Fünftel übernimmt zudem in ausgewählten Bereichen Erziehungsverantwortung. Dass sich die Partnerin bzw. der Partner nur in geringem Maße einbringen, kommt somit sehr selten vor.

Auch im Hinblick auf die kindbezogenen Aufgaben ist selten nur eine Partnerin bzw. ein Partner zuständig. Meist wechseln sich die Eltern in Regenbogenfamilien ab oder handeln gemeinsam. Ein Vergleich mit heterosexuellen Paaren zeigte sogar, dass sich die sozialen Mütter in Regenbogenfamilien mehr einbringen als Väter in Kernfamilien.[12] Dies betrifft in besonders hohem Maße Freizeitaktivitäten mit einem Anteil von 77 Prozent sowie Gespräche mit dem Kind und Vorlesen, welche zu 71 Prozent von beiden gleichermaßen übernommen werden. Bei der Beaufsichtigung der Kinder und beim "Bring- oder Begleitservice" sind zu mehr als 60 Prozent beide aktiv. Die Hausaufgabenbetreuung wird etwas häufiger (49 %) eher einem Elternteil zugeordnet. Sind kleine Kinder zu versorgen, übernimmt eher der leibliche Elternteil diese Aufgaben, was unter anderem damit korrespondiert, dass dieser häufiger nicht oder in geringerem Umfang berufstätig ist als der soziale Elternteil. Vor allem die leiblichen Eltern nutzen die Möglichkeit von Erwerbsunterbrechungen, insbesondere im Rahmen der Elternzeit, um für die Familientätigkeiten zur Verfügung stehen zu können.

Fußnoten

12.
Vgl. Nanette Gartrell u.a., The National Lesbian Family Study: II. Interviews with Mothers of Toddlers, in: American Journal of Orthopsychiatry, 69 (1999) 3, S. 362 - 369; dies. u.a., The National Lesbian Family Study: III. Interviews with Mothers of Five-Year-Olds, in: American Journal of Orthopsychiatry, 70 (2000) 4, S. 542 - 548. Kernfamilie = leibliche Mutter plus leiblicher Vater und Kind(er).

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