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Türkei

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    Die Zeit der großen politischen Reformen in der Türkei scheint vorüber. Die EU-Beitrittsverhandlungen sind ins Stocken geraten, wofür neben äußeren Faktoren auch innertürkische Konflikte und die Reformmüdigkeit der regierenden AKP verantwortlich sind. Entgegen althergebrachter Vorstellungen über das Verhältnis von Religion und Moderne war es die konservativ-religiöse Partei, die das Land Richtung Europa steuerte, während sich die säkularen, kemalistischen Kräfte EU-skeptisch verhielten.

    In der Türkei finden gesellschaftliche Umwälzungen statt, die Bestand haben werden, unabhängig davon, wie sich der EU-Beitrittsprozess entwickelt. Die alte kemalistische Elite ist in der Defensive. So wurden im Zuge der Reformen die Einflussmöglichkeiten des Militärs beschränkt und die kriminellen Machenschaften des "tiefen Staats" aufgedeckt.

       
  • Manuel Halbauer

    Editorial

    Die Zeit der großen politischen Reformen in der Türkei scheint vorüber. Gleichwohl finden tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzungen statt, die Bestand haben werden – unabhängig davon, wie sich der EU-Beitrittsprozess entwickelt. Weiter...

    Mehtap Söyler

    Der demokratische Reformprozess in der Türkei

    Entscheidend für den Erfolg des Reformprozesses in der Türkei sind Fortschritte bei der demokratischen Kontrolle des Militärs sowie die Auflösung des so genannten "Staats im Staate", der eine halbformelle kriminelle Herrschaftsstruktur hervorgebracht hat. Weiter...

    Şahin Alpay

    Die politische Rolle des Militärs in der Türkei

    Das türkische Militär sieht sich als Hüterin der kemalistischen Prinzipien und begründete so drei Putsche und einen "kalten" Staatsstreich. Trotz der im Zuge der Annäherung der Türkei an die EU veränderten zivil-militärischen Beziehungen hat der politische Einfluss des Militärs Bestand. Weiter...

    Ismail Ermagan

    EU-Skeptizismus in der türkischen Politik

    Sowohl in der regierenden AKP als auch in der größten Oppositionspartei CHP gibt es Kräfte, die einem Beitritt der Türkei zur Europäischen Union skeptisch gegenüberstehen. Gründe für diese Haltung finden sich in der Geschichte der Türkei, in den Entwicklungen der Parteien und in der politischen Gegenwart. Weiter...

    Susanne Güsten

    Die Kurdenfrage in der Türkei

    Der Kurdenkonflikt wurde vom türkischen Staat lange Zeit als reines "Terrorproblem" gewertet. Inzwischen hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass das Problem nicht allein militärisch gelöst werden kann. Die Chancen für eine friedliche Beilegung sind derzeit so gut wie nie zuvor. Weiter...

    Loay Mudhoon

    Die türkische AKP als Vorbild für die arabische Welt?

    Hervorgegangen aus einer islamistischen Partei, hat sich die AKP seit ihrem Regierungsantritt 2002 zu einer Partei der "neuen türkischen Mitte" entwickelt. Auf den arabischen Raum lassen sich die türkischen Erfahrungen im Umgang mit dem Islamismus jedoch kaum übertragen. Weiter...

    Dirk Halm, Dietrich Thränhardt

    Der transnationale Raum Deutschland -Türkei

    Der Blick auf den Nationalstaat reicht nicht aus, um das Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland zu erfassen. Es gibt eine große Zahl durch die Zivilgesellschaften geknüpfter Netzwerke. Dieser transnationale deutsch-türkische Raum wirkt sich auf die Lebenswirklichkeit in beiden Ländern aus. Weiter...