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Konsumkultur

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    Konsum – der Kauf von auf dem Markt angebotenen Waren und Dienstleistungen – ist eine Voraussetzung für das Funktionieren des Wirtschaftskreislaufes. Um diesen in Gang zu halten, gilt es, beständig (neue) Interessen, Bedürfnisse und Wünsche zu wecken. Die Finanzkrise bzw. die Anstrengungen von Politik und Wirtschaft, diese zu bewältigen, führen es vor Augen: Damit die Menschen weiter konsumieren können, pumpt der Staat Geld in einen Kreislauf, der ins Schlingern oder Stocken zu geraten droht. Beispiel dafür ist die offiziell "Umweltprämie" genannte staatliche Abwrackprämie für mindestens neun Jahre alte PKWs.

    Kritiker beklagen die schädlichen Wirkungen unreflektierten Ressourcenverbrauchs für Gesellschaft und Umwelt; sie sprechen von einer Täuschung der Käufer. Befürworter des Konsumismus weisen den impliziten Vorwurf der Lüge zurück. Neben den Gebrauchswert sei ein Fiktionswert getreten.

    Doch es gibt auch eine Käufergruppe, die eher den moralischen Wert von Gütern schätzt und auf nachhaltigen Konsum setzt. Dabei geht es idealerweise nicht darum, die Konsumfreiheit einzuschränken, sondern diese verantwortlich(er) auszugestalten. Eine solche Haltung kann nur entwickeln, wer gut informiert ist. Bessere Verbraucherinformationen sind daher ein Schritt in die richtige Richtung. Der Markt hat diese Gruppe längst im Blick. Moral und Verantwortung sind ebenso zu Marktfaktoren geworden wie die Psyche der Konsumenten.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Konsum ist eine Voraussetzung für das Funktionieren des Wirtschaftskreislaufes. Kritiker beklagen die schädlichen Wirkungen unreflektierten Ressourcenverbrauchs für Gesellschaft und Umwelt; Befürworter weisen den impliziten Vorwurf der Lüge zurück. Neben den Gebrauchswert sei ein Fiktionswert getreten. Weiter...

    Rolf Haubl

    Wahres Glück im Waren-Glück?

    Konsumgüter erweisen sich zunehmend als ein Belohungssystem, das nicht zuletzt der Kompensation psychosozialer Mangelzustände dient. Doch nur wer kompetent konsumiert, hat die Chance einer bedürfnisgerechten Befriedigung. Weiter...

    Hans-Georg Häusel

    Das Konsumverhalten Kauflustiger

    Das Konsumverhalten wird überwiegend von den Emotionssystemen im menschlichen Gehirn gesteuert. Konsumenten lassen sich typisieren. Kauflustige haben eine andere emotionale Struktur als Konsumverweigerer. Weiter...

    Wolfgang Ullrich

    Über die warenästhetische Erziehung des Menschen

    Konsumgüter werden mittlerweile auch über Fiktionswerte definiert. Es wird versucht, sie ähnlich wie etwa Bücher, Filme danach zubeurteilen, welche Emotionen sie wecken, wie sie Welterfahrung konstituieren und inwiefern sie als Mittel der Identitätsbildung fungieren. Weiter...

    Ingo Schoenheit

    Nachhaltiger Konsum

    Der nachhaltige Konsum ist eine normative Leitidee, die Vorschläge zur Veränderung von Konsum- und Produktionsstrukturen unterbreitet, um ihre Zunftsfähigkeit sicherzustellen. Die bewusste Gestaltung wichtiger Rahmenbedingungen für den Konsum ist unerlässlich. Weiter...

    Ludger Heidbrink, Imke Schmidt

    Die neue Verantwortung der Konsumenten

    Immer mehr Verbraucher interessieren sich für die schädlichen Folgen des Konsums, halten aber in ihrem Alltag an alten Konsumgewohnheiten fest. Es bedarf besserer Informationen, klarerer Regeln und gemeinsamer Dialoge. Weiter...

    Chr. Henseling, B. Blättel-Mink, J. Clausen, S. Behrendt

    Wiederverkaufskultur im Internet: Chancen für nachhaltigen Konsum

    Online-Handels- und Auktionsplattformen wie eBay eröffnen Chancen für einen nachhaltigen Konsum. Durch die Vermarktung gebrauchter Güter können die Lebens- und Nutzungsphase von Produkten verlängert und Umweltbelastungen vermieden werden. Weiter...