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1.5.2009 | Von:
Hanno Beck
Helmut Wienert

Anatomie der Weltwirtschaftskrise: Ursachen und Schuldige

Eine laxe Geldpolitik, Finanzinnovationen, menschliche Schwäche und regulatorische Lücken haben zur Krise geführt. Doch derartige Krisen sind der Preis für Freiheit und Wohlstand in marktwirtschaftlichen Systemen.

Einleitung

Die Jahre 2008 und 2009 werden in die Wirtschaftsgeschichte wohl als die Jahre eingehen, in denen die Welt in den Abgrund blickte: Bankenpleiten, Kurseinbrüche, Insolvenzen und Arbeitslosigkeit - niemals zuvor in der Nachkriegsgeschichte sah sich die Wirtschaftspolitik derart drastischen Herausforderungen gegenüber.

Wie konnte es so weit kommen? Üblicherweise werden gierige Banker und der freie Markt dafür verantwortlich gemacht - ein Pauschalurteil, das wenig dazu beiträgt, die Geschehnisse zu verstehen. Was sind die Ursachen der Krise, und was können wir daraus lernen? Dazu muss man zunächst die Akteure der Krise kennen: die nationalen Notenbanken und Regierungen, die Banken und die Entwickler neuer Finanzprodukte. Kennt man die Akteure, so kann man zeigen, wie die Krise entstand und welchen Verlauf sie genommen hat. Nach diesen Vorarbeiten kann die Schuldfrage ausgewogen diskutiert werden.