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Schwelende Konflikte in der Kaukasus-Region


21.3.2009
Die komplizierte Gemengelage aus Ethnien, Glaubensrichtungen und wirtschaftlichen Interessen hat zur Entstehung zahlreicher Konfliktherde geführt. Vor allem der Konflikt um die Region Berg-Karabach birgt Brisanz.

Einleitung



Wohl nirgendwo in der Welt ist die Konzentration ungelöster regionaler Konflikte so hoch, wie im Kaukasus. Sie reichen zum Teil weit zurück in die Geschichte und werden mitunter im Namen der Religionen ausgetragen, die hier auf der relativ kleinen Fläche von 440.000 Quadratkilometern nebeneinander existieren: Sunnitische und schiitische Strömungen des Islam konkurrieren mit der orthodoxen christlichen Religion; zugleich setzt sich das Adat, das ungeschriebene Gewohnheitsrecht und die Regel für die Lebensweise der Nordkaukasier, gegen fundamentalistische islamische Strömungen zur Wehr; in der Ebene vor dem Nordkaukasus leben buddhistische Kalmücken; in den Bergen Dagestans und Aserbaidschans sind Bergjuden zu Hause, die ihre mosaische Religion mit den Bräuchen der Bergvölker, dem Adat, verbunden haben.






Noch vielfältiger sind die nationalen Wurzeln der rund 30 Millionen Kaukasier. Zwischen 40 und 50 Völker werden dort gezählt. Berücksichtigt man die zahlreichen Dialekte, die in abgelegenen Gebirgstälern gesprochen werden, ist die Zahl der Sprachen sogar noch höher. Schon Plinius d. Ä. (23 o. 24-79 n. Chr.) berichtete, dass die Römer in Dioskurias (heute Suchumi in Abchasien) 130 Dolmetscher gebraucht hätten. Doch meist sind die religiös-ethnischen Differenzen lediglich Aspekte des selben Problems. Im Kern geht es letztlich um politische und wirtschaftliche Interessen, meist um Landbesitz. Denn die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen sind rar im Kaukasus.

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