APUZ Dossier Bild

21.3.2009 | Von:
Manfred Quiring

Schwelende Konflikte in der Kaukasus-Region

FSB wittert Spione

Alexander Bortnikow, der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, will bereits ausländische Spione ausgemacht haben, die sich in die Regionalwahlen in Russlands Süden einmischen wollen. Tatsächlich werden diese Wahlen eher beeinflusst vom Unmut der Bevölkerung über die Folgen der Krise und durch ungelöste nationale Konflikte. So verlangen die in Karatschajewo-Tscherkessien lebenden 32.000 Abassiner einen eigenen Rayon mit autonomen Rechten. Die Adigej, wie die Tscherkessen sich selbst nennen, die durch die Willkür der Stalin'schen Grenzziehungen im Nordkaukasus auseinander gerissen wurden, wollen sich zusammenschließen. Gegenwärtig leben sie vorwiegend in Karatschajewo-Tscherkessien, Kabardino-Balkarien und in der Republik Adigeja. Im Internet findet zur Zeit eine intensive Diskussion darüber statt, ob und wie die versprengten Bruchstücke künftig wieder zu einem einheitlichen Staat der Adigej zusammengefügt werden können. Differenzen mit den anderen in der Region lebenden Völkerschaften wären die Folge.