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2.3.2009 | Von:
Patricia F. Zeckert

Die Internationale Leipziger Buchmesse

Der Beitrag illustriert die Entwicklung der Leipziger Buchmesse als Schlaraffenland für den Leser, als Handelsplattform sowie als internationales Podium für die DDR-Staatsführung.

Einleitung

Wäre das "Leseland" ohne die Buchmesse in Leipzig möglich gewesen? Hier trafen sich Büchersuchende und Büchermachende - Leserinnen und Leser, Verlage, Autorinnen und Autoren. Die hauptamtlichen Funktionäre nutzen die Messe, um die Republik und ihre Politik zu inszenieren, die Verlage, um Bücher zu verkaufen, die es noch gar nicht gab, die Buchhändler, um Bücher zu bestellen, die sie nie erhalten würden - zumindest nicht in der gewünschten Menge, und die Leser, um Bücher zu sehen, die sie nur auf Umwegen bekamen.




Die Buchmesse fachte den Lesehunger der DDR-Bürger an - allerdings auch den Hunger auf Unerwünschtes und Verbotenes, auf Unerreichbares. In gewisser Weise konterkarierte die Schau die von oben betriebene Konstruktion eines "Leselandes". Entgegen den politischen Absichten beförderte sie die Mündigkeit des Lesers, eröffnete neue geistige Horizonte und Rezeptionsprozesse.