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27.1.2009 | Von:
Peter Jarchau
Marc Nolting
Kai Wiegler

Nahrungsquelle Meer

Der internationale Fischhandel

Fischereiprodukte sind und werden zunehmend ein wichtiges Handelsgut für Entwicklungsländer. Bis 1985 waren Entwicklungsländer noch Nettoimporteure von Fisch, mittlerweile stammt etwa die Hälfte des weltweit gehandelten Fisches aus ihren Gewässern. Der Wert der Fischereinettoexporte aus Entwicklungsländern übersteigt den Wert der Exporte von Kaffee, Tee und Kakao zusammen.[15] Durch verbesserte Wertschöpfung kann der internationale Fischhandel dazu beitragen, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in unseren Partnerländern zu stärken.

Die momentan existierenden nationalen und internationalen Rahmenbedingungen stehen dem jedoch in vielfältiger Weise entgegen. So stellen die Fischereisubventionen der Länder mit großen Fischereifangflotten, etwa jener der EU, aber auch von Japan oder Taiwan, ein großes Entwicklungshindernis dar, das nicht nur den Wettbewerb auf den Märkten verzerrt, sondern auch den Aufbau eigener Produktionskapazitäten in Entwicklungsländern behindert.

Zudem können Hygieneanforderungen und nichttarifäre Handelshemmnisse in Abnahmeländern eine Hürde für den Export aus Entwicklungsländern sein. Die global noch unzureichende Kennzeichnungspflicht beim Handel mit Fischereiprodukten erschwert deren Rückverfolgbarkeit und hilft, Anlandungen aus illegaler Fangfischerei zu verschleiern.

Der Handel mit Fisch zwischen den afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (AKP) und der EU ist für die AKP-Staaten eine wichtige Einkommensquelle. Etwa 75 % der AKP-Fischereiexporte haben die Europäische Union als Ziel. Die Handelsregeln zwischen der EU und den AKP-Staaten sollen ab 2008 durch die Economic Partnership Agreements (EPAs) neu gestaltet werden. Positiv anzumerken ist, dass im Rahmen dieser Abkommen den Entwicklungsländern explizit die Möglichkeit einer besseren lokalen Wertschöpfung eingeräumt werden soll.

Fußnoten

15.
Vgl. Food and Agriculture Organization (Anm. 2), S. 45, Figure 28: Net exports of selected agricultural commodities by developing countries.