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28.10.2010 | Von:
Matenia Sirseloudi

Radikalisierung von europäischen Muslimen - Radikalisierungs-
prozesse in der Diaspora

In Europa nimmt die Sorge vor dem home-grown terrorism zu. Die Radikalisierung vollzieht sich nicht in einem sozioökonomischen und politischen Vakuum. Auch internationale Konflikte dienen zur Rechtfertigung des Jihad.

Einleitung

Spätestens seit sich europaweit potenzielle terroristische Attentäter aus der zweiten und dritten Migrantengeneration muslimischen Glaubens und jungen Konvertiten rekrutieren, stellt sich die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen der Religion dieser Menschen und den daraus in europäischen Gesellschaften entstehenden Radikalisierungspotenzialen. Denn mit dem Aufkommen jihadistisch-motivierter terroristischer Gewalt ist das Risiko von Anschlägen mit hohen Opferzahlen und gravierenden Sachschäden stark gestiegen.

Außerweltlich orientierte Attentäter nehmen scheinbar weder auf ihre weltlichen Bezugsgruppen noch auf sich selbst Rücksicht - je verheerender der Anschlag, desto größer die vermeintliche Huldigung an den Gott, in dessen Namen der Anschlag verübt wird. Angesichts dieser Folgen von terroristischen Anschlägen hat sich der Kampf gegen den Terrorismus immer stärker ins Vorfeld der eigentlichen terroristischen Tat verlagert und richtet sich verstärkt auch gegen islamistische Strömungen, die terroristischer Gewalt als Rechtfertigungsgrundlage dienen.