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13.9.2010 | Von:
Waldemar Stange

Partizipation von Kindern

Es wird die derzeitige Beteiligungspraxis von Kindern beschrieben und eine Systematik der Kinder- und Jugendpartizipation skizziert. Schließlich werden daraus Forderungen zur Weiterentwicklung der Kinderbeteiligung abgeleitet.

Einleitung

Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen - zumal die kommunale Beteiligung - ist ein Schlüsselthema der gesellschaftlichen Entwicklung im 21. Jahrhundert. Sie ist, wenn auch in Wellen, regelmäßig Thema in Politik und Öffentlichkeit. Deshalb hat es in den vergangenen Jahren eine intensive fachliche und wissenschaftliche Diskussion dazu gegeben. Es gibt inzwischen eine Fülle an Praxisprojekten (best practice) und Forschungsvorhaben. Es fehlt aber an der Umsetzung des Themas in der Breite. Von einer strukturellen Verankerung der Beteiligung etwa im kommunalen Raum kann keine Rede sein. Die vielen punktuellen Einzelansätze dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass weder die Dimension der Nachhaltigkeit von Partizipation ausreichend gesichert ist, noch in sich geschlossene, stimmige Gesamtkonzepte vorhanden sind. Die folgenden Ausführungen können das alles nicht ersetzen. Gleichwohl dürfen sie als Impuls und Anregung verstanden werden.

Auch der rechtliche Aspekt muss an dieser Stelle unerörtert bleiben, obwohl viele Länder in Europa hier inzwischen exzellente Bedingungen vorweisen können (in Deutschland zum Beispiel die gesetzlichen Regelungen in den Gemeindeordnungen der Länder, das Kinder- und Jugendhilfegesetz, das Baugesetzbuch oder die ratifizierten internationalen Abkommen von der Agenda 21 bis zur UN-Kinderechtskonvention). Allerdings wird im vorliegenden Beitrag der durchaus weiterführende Versuch unternommen, eine Systematik (Struktur) der Kinder-und Jugendpartizipation zu skizzieren.

Praxis- und Modellprojekte

Wie ist es um die Kinderbeteiligung in Deutschland bestellt? Werfen wir zunächst einen Blick auf die Praxis. Nicht nur im Freizeitbereich (zum Beispiel Beteiligung an der Planung und Ausgestaltung von Schwimmbädern, Sport- und Freizeitanlagen, Skaterbahnen, an Events, Ferienpassaktionen) oder beim "klassischen" Beteiligungsfall der Spielraumplanung (Spielplätze, bespielbare Stadt, Spielleitplanung), sondern auch bei schwierigeren politischen Aushandlungsprozessen sind erfolgreiche Beteiligungsprozesse dokumentiert (etwa der Beteiligung an Leitbild-Prozessen "Kinderfreundliche Gemeinde" wie in Köln bis hin zur umfassenden Beteiligung von Jugendlichen an der Landesplanung wie zum Beispiel im schleswig-holsteinischen Projekt "Zeitsprung" oder der Partizipation im internationalen Bereich, zum Beispiel durch Beteiligung an "Sozialforen" und Bürgerhaushalten). Selbst in den anspruchsvollen kommunalen Planungsgebieten der Stadtplanung, Stadtentwicklung, Stadtteilsanierung gibt es umfangreiche positive Erfahrungen mit der Beteiligung von Kindern. Das gilt auch für die Verkehrsplanung mit Kindern wie zum Beispiel Verkehrswegegestaltung, Radwegeplanung und Schulwegsicherungen.

Leider nicht in der Fläche und nicht als "Normalfall" sind einzelne, sehr eindrucksvolle Partizipationsprozesse in Schulen überliefert: nicht nur bezüglich Schülerparlamenten, Klassenräten und Schülerräten, sondern auch als Mitbestimmung bei Inhalten und Formen des Lernens, bei der Gestaltung des Stundenplans und des Tagesablaufs, bei der Mitgestaltung von Projektwochen, Schulfesten, Klassenreisen und Strukturen des Schullebens (Regeln und Vorschriften, Einrichtung des Klassenzimmers, Sitzordnung). Auch die Mitwirkung bei der Gründung von Schülerfirmen, die Beteiligung bei Schulhofumgestaltungen sowie Partizipation an der Schulbauplanung sind erfolgreich praktiziert worden. Auch in so schwierigen und persönlich belastenden Gebieten der Kinder- und Jugendhilfe wie den Hilfen zur Erziehung liegen mittlerweile langjährige positive Erfahrungen mit der Beteiligung von Kindern vor, in der Heimerziehung, bei der Erziehungsbeistandschaft oder in der intensiven Einzelbetreuung. Sogar der Neubau einer Kinderklinik in Karlsruhe konnte durch Kinder partizipativ begleitet werden.

Schon in Kindertagesstätten ist umfassende Beteiligung möglich (etwa durch die Beteiligung der Kinder an der Festlegung von Themen und Arbeitsformen, Aktivitäten, Spielen, Projekten, Ausflügen) oder die Beteiligung an der Entwicklung von Einrichtungsstrukturen (Regeln, Zeitrhythmen, Verträgen, Hausordnungen, Diensten) bis hin zur Entwicklung von "Verfassungen" für den Kindergarten.

Auch im Bereich der Medien- und Kulturarbeit, die auf den ersten Blick technisch zu anspruchsvoll für Kinder erscheinen mag, liegen beste Erfahrungen selbst in der Beteiligung kleinerer Kinder vor, zum Beispiel in Videoprojekten, beim Kinderradio "Okerwelle" in Braunschweig, bei verschiedenen Kindernachrichtensendern oder der selbst organisierten Gestaltung von Internetseiten durch ältere Kinder.

Bezüglich der Zielgruppen ist ebenfalls ein beachtliches Spektrum zu beobachten. Sowohl für Mädchen (mädchengerechte Spielplätze) als auch für Jungen, für spezielle jugendhilferelevante Gruppen (Adoptivkinder, Pflegekinder, Heimkinder, Kinder und Jugendliche aus marginalisierten und sozial benachteiligten Familien, Migranten, Spätaussiedler, Flüchtlingskinder) gibt es beeindruckende Partizipationsprojekte. So haben beispielsweise im Projekt "Bock auf Politik - Migranten beziehen Position" die Jugendmigrationsdienste der Arbeiterwohlfahrt Paderborn in drei Gemeinden jugendliche Migrantinnen und Migranten in Kontakt mit der kommunalen Politik und Verwaltung gebracht, zudem bauten türkische Migranten zusammen mit Aussiedlern ein Amphitheater mitten im Ruhrgebiet. Sehr überzeugend sind auch die Partizipationsprojekte mit behinderten Kindern und Jugendlichen.

Diese Liste der Beispiele, oft in der gehobenen Form von Modellprojekten, ließe sich endlos fortsetzen. Sie zeigen uns: Wir haben nicht nur spannende und farbige Praxisprojekte, die zeigen, "dass es geht", sondern wir wissen auf diesem Wege auch faktisch alles Erforderliche über geeignete Beteiligungsformen, -strategien, -themen und -methoden. Wir wissen also genau, "wie es geht" (Partizipationsdidaktik). Es gibt keinen zu geringen Wissens- und Erkenntnisstand in Bezug auf Partizipationsmodelle, kein didaktisches Angebots- und Methodendefizit. Es scheint eher ein Einstellungs- und Handlungsdefizit auf Seiten der Erwachsenen zu geben.

Forschung zur Kinderbeteiligung

Nachdem die Beteiligung von Kindern in der Forschung lange Zeit stiefmütterlich behandelt wurde, liegen inzwischen zahlreiche empirische Studien vor. So gibt es eine Fülle an Untersuchungen, aus denen sekundär auch Aussagen zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen ableitbar sind - wie zum Beispiel die von Gert Pickel,[1] die verschiedenen Shell-Studien[2] oder die Freiwilligensurveys.[3] Inzwischen gibt es aber auch genügend partizipationsspezifische Untersuchungen sowohl aus Deutschland[4] als auch aus dem europäischen Ausland.[5]

Von besonderem Interesse sind empirische Studien zur Genese der Partizipationskompetenz. Wie sind die Zusammenhänge zwischen früher Beteiligung und dem Engagement im Erwachsenenalter?[6] Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Partizipation und Identität?[7] Wie beeinflussen Beteiligungserfahrungen die Bildung von Selbstvertrauen, internalen Kontrollüberzeugungen und Selbstwirksamkeit, Perspektivenübernahme und Empathie - nicht nur als Basis für soziales Lernen und Konflikterziehung, sondern von Partizipationskompetenz und Aushandlungsfähigkeit allgemein?[8]

Die Ergebnisse einer neuen empirischen Studie zum Stand der Beteiligung von Kindern wurden Ende 2009 vorgestellt und sollen hier etwas ausführlicher gewürdigt werden.[9] In einer repräsentativen Befragung anlässlich des 20-jährigen Sendejubiläums der ZDF-Kindernachrichtensendung "logo!" wurde das Ausmaß konkreter Partizipation von Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren in den Lebensbereichen Familie, Schule und Gemeinde ergründet. Erstmals konnte damit ein umfassendes Bild der Mitbestimmung von Kindern in diesem Alter gezeichnet werden (erfasst wurden Deutsch sprechende Privathaushalte sowie deren primäre Erziehungspersonen, die zu eigenen partizipativen Aktivitäten, zum Engagement ihres Kindes sowie zu Erziehungsfragen befragt wurden). Zusammenfassend lässt sich der Status quo der Mitbestimmung von Kindern in Deutschland wie folgt charakterisieren:

1. Die Mitbestimmung von Kindern fällt zwischen den einzelnen Lebensbereichen sehr unterschiedlich aus. Zu Hause können rund sechzig Prozent der Kinder "viel" oder "sehr viel" mitbestimmen, rund vierzig Prozent hingegen "wenig" oder "überhaupt nicht". Dabei sind zwischen einzelnen Themen sehr große Differenzen festzustellen. Ob Kinder Freunde treffen oder was sie in der Freizeit machen, wird im hohen Maße durch sie mitbestimmt, wann sie ins Bett gehen oder nach Hause kommen müssen, hingegen nur sehr wenig.

2. Kinder erleben Mitbestimmung zu Hause als wenig konfliktträchtig. Am ehesten kommt es beim Thema "Zimmer aufräumen" zu Auseinandersetzungen mit den Eltern, und auch dies nur "manchmal". Kommt es zu Streit, überwiegt nach Ansicht der Kinder die Meinung der Eltern. Häufig nehmen Kinder aber auch Aushandlungsprozesse mit ihren Eltern wahr.

3. Eltern nehmen das Mitbestimmungsniveau ihrer Kinder höher und konfliktträchtiger wahr. Im Konfliktfall sehen sie eher Kompromisse als Lösungsmuster.

4. Die Mitbestimmung zu Hause wird begünstigt durch die Mitbestimmungsbedeutung und Mitbestimmungszufriedenheit, das Alter der Kinder, themeneinschlägiges Wissen und den Wunsch der Kinder mitzureden sowie ein partizipations- beziehungsweise politikaffines und partnerschaftliches Eltern-Kind-Verhältnis. Keine Rolle spielen hingegen Geschlecht, Schulform, die Region im Sinne von Ost- oder Westdeutschland sowie Alter, Geschlecht und Bildungsniveau des befragten Elternteils. Hinderlich für die Mitbestimmung zu Hause ist ein Migrationshintergrund der Eltern, das Vorhandensein von Geschwistern sowie das Gefühl der Kinder, von Erwachsenen nicht ernst genommen zu werden.

5. In der Schule können Kinder nach eigenem Empfinden nur "wenig" (60,4 Prozent) oder sogar "überhaupt nicht" (24,6 Prozent) mitbestimmen. Selbst die Klassenzimmergestaltung als mitbestimmungsintensivstes Thema erreicht nur das Niveau "gering".

6. Auch die Mitbestimmung in der Schule wird von Kindern als wenig konfliktträchtig wahrgenommen. Im Falle eines Konfliktes mit dem Lehrer erleben Schüler den Lehrerwillen als entscheidungsdominant.

7. Mitbestimmung in der Schule wird begünstigt durch die Mitbestimmungsbedeutung und Mitbestimmungszufriedenheit, das Alter der Kinder, themeneinschlägiges Wissen, die Befürwortung durch Freunde und Eltern sowie die Mitbestimmungsintensität und die Thematisierung von Politik zu Hause. Keinen Einfluss haben das Geschlecht, die Schulform, die Region sowie der Erziehungsstil der Eltern. Auch für die Mitbestimmung in der Schule ist ein Migrationshintergrund der Eltern hinderlich, zudem ein negatives Schulklima sowie auch hier: das Gefühl der Kinder, von Erwachsenen nicht ernst genommen zu werden.

8. Am geringsten fällt die Mitbestimmung von Kindern an ihrem Wohnort aus. Mehr als die Hälfte aller Kinder bestimmt hier nach eigenem Empfinden "überhaupt nicht" mit (55,3 Prozent) und 33,6 Prozent "wenig". Im Bereich der Familie hatten nur 3,8 Prozent und in der Schule nur 24,6 Prozent der Befragten überhaupt nicht mitbestimmt. Mitbestimmung am Wohnort wird durch die Mitbestimmungsbedeutung und -zufriedenheit, das Alter der Kinder, themeneinschlägiges Wissen und den Wunsch der Kinder mitzureden, die Befürwortung durch Eltern und Freunde, eine Vereinsmitgliedschaft, die Thematisierung von Politik in der Familie, einen partizipationsaffinen Erziehungsstil der Eltern, deren Mitbestimmungsintensität am Wohnort sowie den Besuch eines Gymnasiums begünstigt. Keinen Einfluss haben Geschlecht und Region. Wie in der Familie und in der Schule wird die Mitbestimmung am Wohnort erschwert durch einen Migrationshintergrund der Eltern und das Gefühl der Kinder, von Erwachsenen nicht ernst genommen zu werden.

Systematisierung der Kinder- und Jugendpartizipation

Wer sich - insbesondere unter Praxisgesichtspunkten - mit der Partizipation von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen will, sollte die folgenden Strukturelemente im Auge behalten:

Strukturelement 1: Felder, Themen, Gruppen

  1. Aktionsfelder der Beteiligung: Hier geht es um die Orte, an denen Partizipation stattfindet.
  2. Themen der Beteiligung.
  3. Zielgruppen: Dies ist das ganze Spektrum der Akteure und Betroffenen der Beteiligung.
Strukturelement 2: Strategien (Grundformen) der Kinder- und Jugendbeteiligung

Strategien sind die großen methodischen Basiskonzepte und Grundrichtungen. Es gibt sieben solcher Strategien, die den Charakter von sogenannten Makro-Methoden haben:
  1. stellvertretende Formen (wie Kinderbeauftragte und Kinderbüro);
  2. Beteiligungsformen an den Institutionen der Erwachsenenwelt (wie Sitz und Stimme einzelner Jugendlicher in kommunalen Erwachsenengremien und -ausschüssen);
  3. punktuelle Partizipation - die sogenannten kleinen Formen (wie zum Beispiel Bürgermeistersprechstunde);
  4. Aushandlung und Alltagsbeteiligung (realer Einfluss im Status eines Mitwirkungsrechtes, aber ohne echte Entscheidungsrechte);
  5. formell: Beauftragung durch Beschluss und eher formalisierte Methoden (wie Konsens-Workshopmethode, Deliberationsforum, Zukunftskonferenz),
  6. informell: Alltagspartizipation[10] - alltägliche Formen der Beteiligung im Alltagssetting (Gesprächsformen, die eher offenen und dialogischen Prozessstrukturen folgen);
  7. offene Versammlungsformen (die sogenannten Kinder- und Jugendforen oder die Kinder- und Jugend-Einwohnerversammlungen);
  8. die klassischen repräsentativen Formen (Kinder- und Jugendparlamente);
  9. Projektansatz der Partizipation.
Als weitere Ebene müssten eigentlich noch die Methoden der Partizipation von Kindern und Jugendlichen genannt werden: Das sind die operativen Formen, in denen Beteiligungsprozesse organisiert werden. Sie können nicht nur als Unterkategorie der großen Strategien (Grundformen, "Makro-Methoden") verstanden werden, sondern auch als Mikro-Methoden ("Techniken") und Mezo-Methoden (komplexe Methoden).

Die folgenden Strukturelemente und Kategorien sind im Rahmen einer intensiven Auseinandersetzung mit kommunalrechtlichen Regelungen abgeleitet worden - auf einer Ebene also, auf der es starke Überschneidungen mit der sozialräumlichen, sozialökologischen und lebensweltlichen Perspektive gibt, die ja für Kinder von besonderer Relevanz ist.[11]

Strukturelement 3: Partizipationsniveaus (die Intensität der Beteiligung bzw. der Einflussnahme von Kindern und Jugendlichen) - die "Beteiligungsleiter" (aufsteigend von wenig bis viel Beteiligung)

  1. Teilhabe
  2. einfache Teilhabe (schlichtes Dabeisein ohne Einfluss, integriert sein)
  3. sporadische Beteiligung
  4. zugewiesen, aber gut informiert
  5. Einfluss durch Einzelaktionen
  6. Öffentlichkeit der Prozesse
  7. Mitwirkung
  8. Mitwirkungsrechte delegiert an Erwachsene (Politik für Kinder: Gremien, Beauftragte, Anwälte)
  9. Informationsrecht
  10. Anhörungsrecht
  11. Initiativrecht
  12. Aushandlungsrecht (realer Einfluss, aber ohne echte Entscheidungsrechte)
  13. formell (Beauftragung durch Beschluss)
  14. informell (im Alltagssetting)
  15. Einspruchs- und Beschwerderechte
  16. Mitbestimmung
  17. Mitbestimmung in Erwachsengremien
  18. Repräsentative Mitbestimmung: Delegation der Rechte an Kinder und Jugendliche
  19. Selbstbestimmung: Basisdemokratische Entscheidungsrechte (direkte Demokratie)
  20. direkte Demokratie in Versammlungen
  21. Selbstbestimmung und Selbstverwaltung in eigenen Projekten
Ergänzt wurden die aus den Kommunalverfassungen abgeleiteten Mitwirkungsrechte durch die Auseinandersetzung mit dem Deliberations-Diskurs,[12] aus dem sich die Kategorie des sogenannten Aushandlungsrechts und der Alltagspartizipation ergab.

Strukturelement 4: Reichweiten-Differenzierung der Partizipation (bezogen auf Aktionsfelder [Orte], Themen und Zielgruppen)

Zielgruppen-Reichweite:

Zielgruppenbegrenzung oder Offenheit (keine Begrenzung), zum Beispiel

  1. Betroffenenpartizipation vs. Popularpartizipation (Öffentlichkeitspartizipation)
  2. Altersgruppenbegrenzung
  3. Begrenzung auf besondere soziale Gruppierungen (zum Beispiel Mädchen, Migrantenkinder)
Strukturelement 5: Phasen des politischen Prozesses

  1. Problemdefinition und Zielbestimmung
  2. Beteiligung bei der Ideen- und Vorschlagsentwicklung
  3. Beteiligung bei Entscheidungen
  4. Beteiligung bei der Planung
  5. Umsetzung - Engagement und Verantwortungsübernahme
(Mitwirkung an der Umsetzung von Lösungen und Entscheidungen in kooperativen Projekten: aktives, veränderndes Handeln, Gestaltung der Lebenswelt, freiwilliges Engagement - Recht auf Übernahme von Verantwortung)

Diese fünf Dimensionen (Phasen) greifen die Tatsache auf, dass Beteiligung sich vielfach reduziert auf den Bereich der Partizipation an Entscheidungen. Dabei wird unterschlagen, dass die gesamte Palette der sozialen oder politischen Problembearbeitungsschritte von der Problemdefinition, der Ideen- und Vorschlagsentwicklung, der Entscheidung, bis zum Bereich der Umsetzung und schließlich sogar bis zur Beteiligung an den Ergebnissen partizipationsfähig ist.

Die beschriebenen Strukturelemente und Kategorien stehen in einem klaren logischen Verhältnis zueinander (siehe Grafik der PDF-Version).

Was ist zu tun?

Die Beschreibung des Standes der Praxis und die Ergebnisse der empirischen Untersuchungen legen einige Desiderata offen und folgende Forderungen nahe:

Die Partizipation in der Familie muss noch intensivier gefördert und gestärkt werden. Die Tatsache, dass die Beteiligung von Kindern im Bereich der Familie am weitesten entwickelt ist, bedeutet nicht, dass auch hier nicht noch erhebliches Entwicklungspotential vorhanden wäre. Immerhin haben in der repräsentativen ZDF-Untersuchung rund vierzig Prozent der Kinder gesagt, dass sie wenig oder gar nicht mitbestimmen können, obwohl achtzig Prozent der Kinder Mitbestimmung in der Familie wichtig finden.

Die Beteiligungsrechte von Schülerinnen und Schülern müssen ausgebaut werden - diese Forderung erhebt auch das Deutsche Kinderhilfswerk: "Dazu zählen vor allem die verbindliche Wahl eines Klassensprechers ab Jahrgangsstufe 1 sowie mindestens gleiche Beteiligungsrechte von Schülervertretungen auf Schulebene sowie Stadt-/Bezirks-/Landesschülervertretungen analog der gesetzlichen Bestimmungen für Elternvertretungen. Außerdem sollten in den Klassenkonferenzen unabhängig von der Jahrgangsstufe Schülerinnen und Schüler vertreten sein. Auch bei der Besetzung der Sitze für Schülerinnen und Schüler in der (Gesamt-)Lehrerkonferenz sollte es keine Einschränkungen aufgrund der Jahrgangsstufen geben. In der Schulkonferenz müssen Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer Jahrgangsstufe mindestens in Drittelparität mit Sitz und Stimme vertreten sein. Einschränkungen der Drittelparität durch Veto- und Einspruchsrechte dürfen nicht zulässig sein."[13]

Die Schule wird unter dem Gesichtspunkt des breiteren Ausbaus von Partizipation auch den Blick nach außen wenden und zivilgesellschaftliches und bürgerschaftliches Engagement als Partizipationserfahrung von Kindern organisieren müssen. Paradoxerweise haben gerade die beiden Institutionen, die in der Untersuchung so schlecht abgeschnitten haben, Schule und Kommune, zusammengenommen besondere Partizipationspotenziale. Wenn die Schule sich öffnet zum Gemeinwesen, wie das auf vielfältige und aufregende Art an vielen Orten erfolgreich erprobt wird, dann kann die Schule durch innovative Angebote des service-learnings und des community-learnings nicht nur soziales Engagement von Schülerinnen und Schülern im Gemeinwesen fördern, sondern auch besondere Chancen der Partizipationserfahrung im bürgerschaftlichen Kontext eröffnen.

Die Partizipation von Kindern im Nahbereich der Kommune muss massiv ausgebaut und strukturell abgesichert werden. Die Tatsache, dass die ZDF-Untersuchung für die Mitbestimmung am Wohnort - sowohl was ihre Bedeutung, als auch was ihre Intensität betrifft - im Vergleich zur Familie und selbst zur Schule sehr schlechte Werte erbringt ("überhaupt nicht" mitbestimmt haben hier 55 Prozent im Vergleich zu 25 Prozent in der Schule und vier Prozent in der Familie), zeigt, dass im kommunalen Raum viel geschehen muss.

Daher müssen sich auf der kommunalen Ebene die Einstellungen und Haltungen der Erwachsenen massiv verändern: Kinder- und Jugendpolitik muss endlich vom Alibi-Bereich beziehungsweise vom konzeptionslosen Spontaninterventionsbereich zu einem wichtigen Politikbereich mit langfristiger Orientierung werden. Beteiligung, Mitbestimmung und Mitverantwortung von Kindern müssen selbstverständlicher Bestandteil der Alltagspartizipation und zum Normalfall werden.

Auf der Ebene der Kommune muss durch geeignete Maßnahmen das eindeutig vorhandene Aktivierungspotenzial ausgeschöpft werden. Eine stärkere Förderung der kommunalen Beteiligung am Wohnort muss einerseits eine optimierte Informationspolitik mit kinder- und jugendnahen Medien, andererseits eine Erweiterung des Angebotsspektrums (vielfältigere Mitbestimmungsformen im Rahmen eines Gesamtkonzeptes) umfassen.

Für die Partizipation von Kindern und Jugendlichen müssen außerdem die erforderlichen Rahmenbedingungen (personell, finanziell) zur Verfügung gestellt werden. Die Kommunen müssen - wenn sie es ernst meinen - speziell qualifizierte Personen einstellen, die - wie es im Rahmen der Partizipationskampagnen in Großbritannien geschehen ist - sich allein um die Organisation der Kinder- und Jugenddemokratie kümmern. Die empirischen Erkenntnisse in diesem Bereich zeigen uns, dass nur eine kontinuierliche Betreuung ein anspruchsvolles Gesamtsystem der Kinder- und Jugenddemokratie auf Dauer stabilisieren könnte.

Alle im ehrenamtlichen Bereich der Partizipationsförderung tätigen Erwachsenen, selbst wenn sie ausgebildete Lehrer oder Jugendarbeiter sind, sollten eine besondere Qualifizierung erfahren, wie sie seit einigen Jahren bereits in einigen Bundesländern durch das Deutsche Kinderhilfswerk und die Bertelsmann-Stiftung erfolgreich praktiziert wird.

Partizipation braucht ein Gesamtkonzept. Es muss die unterschiedlichen Beteiligungszonen in Familie, Schule und Kommune berücksichtigen. Es darf keine Strategie und Methode ausgeblendet werden. Ein Gesamtsystem der Kinder- und Jugenddemokratie darf nicht reduziert werden auf einzelne Beteiligungsformen (zum Beispiel Projekte) oder Beteiligungsgrade (beispielsweise das reine Anhörungsrecht).

Kinder müssen im gesamten Prozess der sozialen und politischen Beteiligung auf allen Niveaus von der Problemdefinition über die Ideen- und Vorschlagsentwicklung, die Beteiligung an den eigentlichen Entscheidungen, aber auch bei der Planung und Umsetzung und der Verantwortungsübernahme beteiligt werden. Ein solches Gesamtsystem muss für unterschiedliche Zielgruppen differenziert werden (nach Alter, sozialen Gruppenmerkmalen, gegebenenfalls Nationalität, Örtlichkeit, Institution) oder manchmal auch Elemente von Popularpartizipation (wenn sie sich an alle wendet) enthalten. Es muss - je nach Situation - mal einfache Teilhabe (etwa durch Beteiligung an Einzelaktionen), mal Mitwirkung im Sinne von Informationsrechten, Anhörungsrechten, Initiativrechten und Aushandlungsrechten enthalten, aber auch die Zonen benennen, in denen echte Mitbestimmung (sei es als Teil von Erwachsenengremien in der Schulkonferenz oder in eigenen Repräsentationsorganen wie Kinderparlamenten) oder gar Selbstbestimmung und Selbstverwaltung stattfinden können (zum Beispiel durch direkte Demokratie in Versammlungen oder durch Selbstverwaltung in eigenen Projekten).

In einem Gesamtsystem müssen gerade auch die Grenzen von Partizipation transparent benannt werden (etwa, wenn sie nur für bestimmte Themen oder nur für bestimmte Zielgruppen gelten soll). Es geht ja nicht einfach um fundamentalistische Basisdemokratie für alle und an jedem Thema (was die meisten Zielgruppen, gerade auch die Kinder gar nicht wollen), sondern um Beteiligung an den sie betreffenden Angelegenheiten.

Beteiligungsrechte berühren immer auch die Rechte von anderen. Ein Gesamtsystem sollte also einerseits neue Rechte beschreiben, aber auch die Stellen, an denen sie enden. Aus all diesen Gründen sind die spannendsten Aspekte der Partizipation neben den noch lange nicht voll erkämpften eigentlichen Mitbestimmungsrechten in Familie, Schule und Kommune auch die klare und transparente Definition von Einspruchs- und Beschwerderechten für Kinder und die dafür erforderlichen Institutionen. Hier haben wir in Deutschland, im Unterschied zu den skandinavischen Ländern, die über gut ausgebaute Ombudssysteme verfügen, noch einen erheblichen Nachholbedarf. Man wird sicher wieder neu über das zu Unrecht zu den Akten gelegte System der Kinderbeauftragten und der Kinderanwälte nachdenken müssen, das vor über einem Jahrzehnt nur einen kurzen partizipativen Frühling erleben durfte.

Alles in allem gilt das Prinzip: Nichts für uns ohne uns! Was nur von Erwachsenen und Kindern gemeinsam regelbar ist, muss auf gleicher Augenhöhe ausgehandelt werden. Was Kinder aber alleine können und wollen, ist ihnen zu übertragen.

Die strukturelle Verankerung und Verbindlichkeit von Partizipation muss vorangetrieben werden. Nur dann wird ein kommendes Gesamtsystem der Kinder- und Jugendpartizipation funktionieren. Beteiligung darf nicht nur punktuell stattfinden (zum Beispiel allein über Modellprojekte). Sie muss auf der Ebene der Verwaltung und der politischen Institutionen nachhaltig und flächendeckend verankert und institutionalisiert werden. Die notwendigen Beteiligungsstrukturen müssen eng mit dem kommunalen Politik- und Verwaltungssystem verzahnt werden (im Sinne von Rechtsansprüchen durch Absicherung über kommunale Satzungen). Eine ausreichende Übertragung von Verantwortung und Kompetenzen auf Kinder und Jugendliche muss sichergestellt werden.

Die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugenddemokratie sollte sich an transparenten Qualitätskriterien orientieren. Die bisher erarbeiteten Kriterienkataloge bieten dafür geeignete Unterstützung.[14]

Diese Forderungen beziehen sich auf die pädagogische und poltische Praxis der Kinder- und Jugendpartizipation. Doch gerade auch in der Theorie gibt es weite Zonen, die erst noch entfaltet werden müssen.

Michael Winkler bescheinigt den diesbezüglichen Debatten eine "merkwürdige Form von Unterkomplexität der Überlegungen".[15] So stehen zum Beispiel die Übertragung des Diskurses um die deliberative Demokratie,[16] die Auseinandersetzung mit radikaleren fundamentalistischen Positionen wie der von Benjamin Barber,[17] die systematische vergleichende Erörterung demokratietheoretischer Modelle[18] oder die eigentlich naheliegende Übertragung der Anerkennungstheorie von Axel Honneth (wenn man einmal von Ingrid Burdewick[19] absieht) auf die Kinder- und Jugenddemokratie noch weitgehend aus. Auch die ursprünglich noch wahrgenommene Geschichte der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist vollkommen aus der Diskussion verschwunden - obwohl dieser Blick reichhaltige Erfahrungen für aktuelle Debatte zutage fördern könnte.[20] Es bleibt also sowohl in der Praxis als auch in der Theorie noch einiges zu tun.
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Fußnoten

1.
Vgl. Gert Pickel, Jugend und Politikverdrossenheit. Zwei politische Kulturen im Deutschland nach der Vereinigung, Opladen 2002.
2.
Vgl. z.B. Deutsche Shell (Hrsg.), Jugend 2002. Zwischen pragmatischem Idealismus und robustem Materialismus, Frankfurt/M. 2002.
3.
Vgl. z.B. Bernhard von Rosenbladt, Freiwilliges Engagement in Deutschland. Ergebnisse der Repräsentativbefragung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement, hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Stuttgart u.a. 2002.
4.
Vgl. z.B. Franziska Bruner/Ursula Winklhofer/Claudia Zinser, Partizipation - ein Kinderspiel? Beteiligungsmodelle in Kindertagesstätten, Schulen, Kommunen und Verbänden, hrsg. vom BMFSFJ, Berlin 2001; Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Kinder- und Jugendpartizipation in Deutschland, Gütersloh 2005; Jan W. van Deth u.a., Kinder und Politik. Politische Einstellungen von jungen Kindern im ersten Grundschuljahr, Wiesbaden 2007; Tanja Betz u.a. (Hrsg.), Partizipation von Kindern und Jugendlichen, Schwalbach 2010; World Vision Deutschland e.V. (Hrsg.), Kinder in Deutschland. 1. World Vision Kinderstudie, Frankfurt/M. 2007; 2. World Vision Kinderstudie, Frankfurt/M. 2010.
5.
Vgl. z.B. Reinhard Fatke/Matthias Niklowitz, "Den Kindern eine Stimme geben". Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz, Zürich 2003; Horst Biedermann/Fritz Oser, Partizipation und Identität, in: Carsten Quesel/Fritz Oser (Hrsg.), Die Mühen der Freiheit. Probleme und Chancen der Partizipation von Kindern und Jugendlichen, Zürich-Chur 2006; Rat der Europäischen Union/Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Auswertung der Antworten der Mitgliedstaaten auf die Fragebögen der Kommission zur Partizipation und Information der Jugendlichen. Kommissionsdokument SEK (2003) 465, Brüssel 11.4.2003.
6.
Vgl. Hartmut Wedekind/Mathias Daug, Vita gesellschaftlichen Engagements. Studie zum Zusammenhang zwischen früher Beteiligung und dem Engagement bis ins Erwachsenenalter, Berlin 2007.
7.
Vgl. H. Biedermann/F. Oser (Anm. 5).
8.
Vgl. Dietmar Sturzbecher/Heidrun Großmann (Hrsg.), Soziale Partizipation im Vor- und Grundschulalter, München 2003.
9.
Vgl. zum Folgenden: Helmut Schneider/Waldemar Stange/Roland Roth, Kinder ohne Einfluss? Eine Studie des ZDF zur Beteiligung von Kindern in Familie, Schule und Wohnort 2009, online: www.unternehmen.zdf.de/fileadmin/
files/Download_Dokumente/DD_Das_ZDF/
Veranstaltungsdokumente/kann_darf_will/
Partizipationsstudie_final_101109.pdf (26.8.2010).
10.
Vgl. Waldemar Stange, Partizipation von Kindern und Jugendlichen im kommunalen Raum I: Grundlagen, Münster 2008, S. 173ff.; ders. (Hrsg.), Strategien und Grundformen der Kinder- und Jugendbeteiligung I, Münster 2008, S. 287ff.; darin auch Raingard Knauer, Alltagsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen, S. 297ff.
11.
Vgl. Joachim Detjen, Demokratie in der Gemeinde. Bürgerbeteiligung an der Kommunalpolitik in Niedersachsen, Hannover 2000, S. 47ff.; W. Stange, Partizipation I (Anm. 10), S. 23ff.
12.
Vgl. z.B. Anne Sliwka/Susanne Frank, Das Deliberationsforum als neue Form des Lernens über kontroverse Fragen, in: Angelika Eikel/Gerhard de Haan (Hrsg.), Demokratische Partizipation in der Schule ermöglichen, fördern, umsetzen, Schwalbach 2007, S. 60ff.
13.
Deutsches Kinderhilfswerk e.V. (Hrsg.), Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Ein Vergleich der gesetzlichen Bestimmungen in den Bundesländern, Berlin 2009, S. 78.
14.
Vgl. Sigrid Meinhold-Henschel, Qualitätsanforderungen an Beteiligungsvorhaben, in: Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Kinder- und Jugendbeteiligung in Deutschland, Gütersloh 2007, S. 221ff.; Waldemar Stange, Partizipation von Kindern und Jugendlichen im kommunalen Raum II: Beteiligungsmodelle implementieren, Sozialraumanalyse - Ziel- und Konzeptentwicklung - Gesamtstrategie, Münster 2008, S. 295ff.
15.
Michael Winkler, Diesseits der Macht. Partizipation in "Hilfen zur Erziehung" - Annäherungen an ein komplexes Problem, in: Neue Sammlung. Vierteljahres-Zeitschrift für Erziehung und Gesellschaft, 40 (2002) 2, S. 188.
16.
Vgl. Jürgen Habermas, Drei normative Modelle der Demokratie: Zum Begriff deliberativer Politik, in: Herfried Münkler (Hrsg.), Die Chancen der Freiheit. Grundprobleme der Demokratie, München 1992.
17.
Vgl. Benjamin Barber, Starke Demokratie, Hamburg 1994.
18.
Vgl. Manfred G. Schmidt, Demokratietheorien, Opladen 2000; ders., Wörterbuch zur Politik, Stuttgart 2004.
19.
Vgl. Ingrid Burdewick, Jugend - Politik - Anerkennung, Bonn 2003.
20.
Vgl. Ludwig Liegle, Kinderrepubliken, in: Zeitschrift für Pädagogik, (1989) 3; Johannes-Martin Kamp, Kinderrepubliken. Geschichte, Praxis und Theorie radikaler Selbstregierung in Kinder- und Jugendheimen, Opladen 1995.

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