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30.8.2010 | Von:
Deniz Devrim

Die spanische EU-Ratspräsidentschaft 2010 - eine Bilanz

Spaniens außenpolitische Agenda

Die Ausrichtung der spanischen Außenpolitik und seine Rolle in der erweiterten EU waren bereits vor Beginn der Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2009 Teil einer öffentlichen Debatte, an der sich auch Außenminister Miguel Ángel Moratinos aktiv beteiligte. Politische Analysten machten den mangelnden Einfluss Spaniens in der EU, das undeutliche Profil in der Außenpolitik sowie die fehlende Teilnahme an wichtigen Debatten auf EU-Ebene Ministerpräsident Zapatero zum Vorwurf.[10] Daraufhin formulierte Außenminister Moratinos im Herbst 2009 detailliert die Ziele und den Entscheidungsrahmen der spanischen Außenpolitik. Im Mittelpunkt sah er dabei Europa, Lateinamerika, den Mittelmeerraum sowie die Beziehungen zu den USA. Die Stärkung multilateraler Strukturen nannte er den "Fußabdruck" Zapateros.[11] Die beiden regionalen Schwerpunkte Mittelmeer und Lateinamerika fanden durch den EU-Lateinamerika/Karibik-Gipfel sowie den geplanten und dann vertagten Mittelmeer-Gipfel ihren Platz auf der Agenda des spanischen EU-Vorsitzes.[12]

Fußnoten

10.
Vgl. José María de Areilza/José Ignacio Torreblanca, Diagnostico diferencial, in: Foreign Policy Ed. española, 33 (2009) Junio/Julio, S. 28-36; Charles Grant, ¿Por qué pesa poco España?, in: ABC vom 8.5.2009.
11.
Vgl. Miguel Ángel Moratinos, Diagnosis y política exterior, in: Política Exterior, 131 (2009) Sept./Oct., S. 83-96.
12.
Vgl. Spanish Foreign Minister, Miguel Ángel Moratinos, sets out priorities of Spanish Presidency of EU before EP, 4.2.2010, online: www.eu2010.es/en/
documentosynoticias/noticias/
FebO4_moratinos.html (24.7.2010).