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Deutsche Kultur im Einigungsprozess


19.7.2010
Im kulturellen Einigungsprozess verschränken sich das gemeinsame Erbe, die Divergenz ästhetischer Konzepte, der Utopieverlust und die Neuansätze jüngerer Generationen, die unbefangen auf einen komplexen Erinnerungsraum blicken.

Einleitung



Für die da drüben ist hier drüben." Mit diesem ironischen Bonmot pointierte das Leipziger Kabarett "Die Pfeffermühle" 1964 die Blickrichtungen, die in Zeiten der Teilung in Deutschland aufeinandertrafen. Doch die Wahrnehmungsintensität, mit der die Menschen im Osten und Westen des politisch gespalteten Landes die jeweils andere Seite betrachteten, war höchst verschieden, die Deutschen lebten in einer "asymmetrischen Beziehungsgeschichte" (Christoph Klessmann).

Der Systemantagonismus prägte nicht nur die politisch-ökonomische Realität, sondern wirkte sich auch nachhaltig auf die kulturellen Entwicklungsprozesse aus, die sich in der Polarität zwischen dem Pathos der Freiheit und dem Postulat der Parteilichkeit manifestieren sollten. Doch die "Stunde Nichts" (Heinrich Böll) löschte die Vergangenheit nicht aus, die durch fundamentale Widersprüche zwischen Politik, Moral und Kultur bestimmt gewesen war.

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