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Jugendkulturen in der politischen Bildungsarbeit


25.6.2010
Jugendkulturen dienen Heranwachsenden als existentielles lebensweltliches Umfeld, in dem sie Handlungskompetenzen, Geschlechteridentitäten und Konfliktlösungsstrategien entwickeln. Daran lässt sich auch mit Blick auf politische Bildung direkt anknüpfen.

Einleitung



Es gibt seit einigen Jahren Ansätze der zivilgesellschaftlichen Jugendarbeit, die in Anspruch nehmen, Jugendkulturen als wirksames Mittel der Gewalt-, Rechtsextremismus- und Fundamentalismusprävention einsetzen zu können. Hierbei werden die Heranwachsenden in Workshops zu Hip-Hop, Techno, Riot Grrrl oder Punk mit jugendkultureller Vielfalt und einem Ethos aus Respekt, Weltoffenheit, Gewaltvermeidung und aktiver Toleranz bekannt gemacht und im besten Falle an zivilgesellschaftliche Themen und Haltungen herangeführt. Auf der Grundlage eines solchen Ansatzes arbeitet auch der gemeinnützige Berliner Verein Cultures Interactive.

Heranwachsende aus verschiedensten Kontexten können vor der Verführung zu Radikalisierung, Ausgrenzung und Gewalt bewahrt werden, wenn ihre genuine Neugier auf Jugendkulturszenen in einer methodisch durchdachten Weise aufgenommen wird, die lebensweltlich-narrativ vorgeht und auch psychologisch fundiert ist - und die umso wirksamer der Demokratieerziehung zugute kommen kann.

Dies hat sich in der Arbeit mit beiden hauptsächlichen Zielgruppen von Cultures Interactive erwiesen, den rechtsextremistisch gefährdeten Jugendlichen, die wir vorwiegend in den infrastrukturschwachen Regionen Ostdeutschlands aufsuchen, sowie den religiös-fundamentalistisch gefährdeten Heranwachsenden mit unterschiedlichen Migrationshintergründen aus großstädtischen Brennpunkten, mit denen wir in Projekten wie "cultures of berlin" in den Berliner Bezirken Neukölln und Marzahn-Hellersdorf arbeiten.




 

Dossier

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