APUZ Dossier Bild

14.5.2010 | Von:
Olaf Kellerhoff

Die Rolle des Militärs im politischen System Pakistans

Mehrfacher Einfluss auf Regierungswechsel zeugt von einer aktiven Rolle des Militärs im politischen System. Seit dem Rücktritt Pervez Musharrafs stellt sich erneut die Frage, inwieweit die Armee weiterhin politische Entscheidungen beeinflussen wird.

Einleitung

I solemnly affirm, in the presence of the Almighty God, that I owe allegiance to the Constitution and the Dominion of Pakistan and that I will as in duty bound honestly and faithfully serve in the Dominion of Pakistan Forces and go within the terms of my enrolment wherever I may be ordered by air, land or sea and that I will observe and obey all commands of any officer set over me ..."[1] Die pakistanischen Streitkräfte sind bei der Staatsgründung im Jahr 1947 aus der britischen Kolonialarmee hervorgegangen. Das Verständnis einer Kolonialarmee ist es, sich nicht in politische Fragen einzumischen, sondern Anordnungen der zivilen Verwaltung umzusetzen, wie es der Militäreid des Staatsgründers Mohammad Ali Jinnah klar zum Ausdruck bringt.

Dies hat sich in der Geschichte des Landes geändert. Entgegen den Versprechungen mehrerer Militärführer, die Armee aus der Politik herauszuhalten, zeugen vier Staatsstreiche und mehrfacher, indirekter Einfluss auf Regierungswechsel von einer aktiven Rolle im politischen System Pakistans. Seit der Rückkehr zur Demokratie mit dem Rücktritt des selbsternannten Präsidenten General Pervez Musharraf im Jahr 2009 stellt sich erneut die Frage, ob und inwieweit die Streitkräfte gegenwärtig und in Zukunft politische Entscheidungsprozesse beeinflussen werden.

Fußnoten

1.
Eid der Streifkräfte, eingeführt von Staatsgründer Mohammad Ali Jinnah am 14. Juni 1948 am Staff College in Quetta, in: Mohammed Ali Jinnah, Speeches and Statements 1947-1948, Karachi 2009, S. 224f.