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Die Welt im Blick: ARD-Auslandskorres-
pondenten


11.5.2010
Die Auslandskorrespondenten sind ein wichtiges Aushängeschild für die ARD. Angesichts der massiven Kürzungen bei den Printmedien wird die Bedeutung des ARD-Korrespondentennetzes in Zukunft noch wachsen.

Einleitung



Wer an die ARD-Auslandsberichterstattung denkt, dem fällt zunächst das Fernsehen ein. Nachrichtensendungen wie die "Tagesschau" oder die "Tagesthemen" erreichen täglich ein Millionenpublikum und schmücken sich mit ihren Auslandskorrespondenten in aller Welt. Journalisten wie Thomas Roth gehören heute zu den vertrauten Fernsehgesichtern. Viele Jahre lang war er ARD-Studioleiter in Moskau, seit bald zwei Jahren ist er in New York. Sein Kollege Peter Mezger berichtete im April 2009 zeitweise sogar als einziger deutscher Journalist regelmäßig aus Teheran, weil andere Kollegen keine Visa mehr für Iran bekamen. Das weltweite ARD-Korrespondentennetz besteht heute aus rund hundert fest angestellten Hörfunk- und Fernsehjournalisten, die unter anderem aus Peking, Paris, Neu Delhi, Genf oder London in die Heimat berichten. Das Netz ist neben dem der britischen BBC eines der größten weltweit. Die Privatsender haben seit ihrer Entstehung Mitte der 1980er Jahre nichts vergleichbares aufbauen können. Auch im Vergleich zu den Sendern der europäischen Nachbarn kann sich das weitverzweigte Netz der 26 ARD-Auslandsstudios sehen lassen.

Auch wenn dieses Netz vergleichsweise engmaschig ist, sind die Berichtsgebiete einzelner Studios bisweilen sehr groß: So müssen zum Beispiel die Korrespondenten Florian Meesmann und Markus Gürne vom ARD-Studio Neu Delhi aus regelmäßig Indien, Pakistan, Nepal, Bhutan, Sri Lanka, Bangladesch und die Malediven bereisen. Gleichzeitig sind sie auch für die Afghanistan-Berichterstattung zuständig.[1] Vielerorts, beispielsweise in Lateinamerika, ist die ARD personell jedoch noch besser aufgestellt als die etwas jüngere Konkurrenz vom Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF).

Unter Federführung des Westdeutschen Rundfunks (WDR) ist die ARD schon seit 1956 in Moskau vertreten. Das heutige Studio unter Leitung der erfahrenen Russland-Berichterstatterin Ina Ruck ist mit drei Korrespondenten und 30 Mitarbeitern nicht nur das älteste in der russischen Hauptstadt, sondern auch das größte. Rund 2000 Sendeminuten kommen jährlich aus Moskau, wobei das dortige Auslandsstudio nicht nur aus Russland, sondern auch aus fast allen Nachfolgestaaten der Sowjetunion berichtet. Auch von vielen anderen Standorten garantiert die ARD ihren Zuschauerinnen und Zuhörern schon seit Jahrzehnten eine qualifizierte Berichterstattung.

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Fußnoten

1.
Vgl. Florian Meesmann, Von Panzern und Paschtunen, in: ARD-Jahrbuch 2009, S. 41-45, online: www.ard.de/intern/publikationen (7.4.2010).

 
Öffentlich-rechtlicher RundfunkAus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 9-10/2009)

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