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Gentrifizierung im 21. Jahrhundert

20.4.2010

Was ist Gentrifizierung?



Der Begriff "Gentrifizierung" wurde in den 1960er Jahren von der britischen Soziologin Ruth Glass im Rahmen einer Untersuchung der Veränderungen im Londoner Stadtteil Islington geprägt.[3] Er ist vom englischen Wort "gentry" (niederer Adel) abgeleitet und wird seither zur Charakterisierung sozialräumlicher Entwicklungsprozesse von Stadtquartieren genutzt. In der sozialwissenschaftlichen Fachwelt versteht man unter Gentrifizierung eine allmählich, durch Erneuerungsmaßnahmen und/oder Eigentümerwechsel entstehende Dominanz einkommensstarker Haushalte in attraktiven urbanen Wohnlagen zu Lasten von weniger verdienenden Bevölkerungsgruppen. Solche Prozesse verlaufen in ihrer Anfangsphase wie im Stadium ihrer Vollendung selten konfliktfrei. Sie lösen bis heute europaweit unterschiedliche stadtpolitische Protestaktionen - wie z.B. Hausbesetzungen, organisierte Mietminderung, politische Demonstrationen oder Vandalismus gegen Symbole des durchsetzungsstarken Reichtums - aus. Letzterer führte in Deutschland u.a. dazu, dass ordnungspolitische Akteure mit dem Begriff auch staatsfeindliche Aktivitäten assoziieren. Sie schreckten im Sommer des Jahres 2007 nicht davor zurück, einen Berliner Wissenschaftler zu verfolgen und zu verhaften, der sich mit diesem Thema beschäftigt.[4]


Fußnoten

3.
Vgl. Ruth Glass, London: aspects of change, London 1964.
4.
Vgl. Offener Brief an die Generalbundesanwaltschaft, online: http://einstellung.so36.net/de/offenerbrief; Mein Leben als Terrorist, online: www.polylog.tv/videothek/videocast/9087/ (22.3.2010).

 

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