APUZ Dossier Bild

25.1.2010 | Von:
Werner Rösener

Landwirtschaft und Klimawandel in historischer Perspektive

Schluss

Klimatische Veränderungen haben starke Auswirkungen auf den Agrarsektor und allgemein auf Wirtschaft und Gesellschaft. Hinsichtlich der Ursachen des Klimawandels ist noch immer ungeklärt, welchen Anteil natürliche oder vom Menschen beeinflusste Faktoren haben. Die Erkenntnis, dass das Wärmeoptimum des Hochmittelalters auf natürlichen Ursachen beruhte und nicht anthropogen bedingt war, sollte bei der Diskussion über die Ursachen der gegenwärtigen Erderwärmung zur Vorsicht mahnen.

Will man effektiv handeln, um möglichen Folgen der Erderwärmung entgegenzuwirken, ist ein Wissen darüber erforderlich, was die Zukunft bringen könnte. Kernfrage aller Klimaprognosen ist vor allem die Höhe der Emission von Treibhausgasen. Berechnungen des dadurch zu erwartenden Temperaturanstiegs im 21. Jahrhundert basieren indes auf unterschiedlichen Prämissen im Hinblick auf die Zusammensetzung der Atmosphäre.

Realistische Prognosen beschreiben eine Zukunft mit schnellem Wirtschaftswachstum, der Einführung neuer energiesparender Techniken bei zunehmender Globalisierung und einer Weltbevölkerung, die bis 2050 rund neun Milliarden erreicht. Die Zusammensetzung der Atmosphäre wird sich durch menschliche Einflüsse weiter verändern; die mittlere globale Temperatur wird, je nach Standpunkt und Szenarium, während des 21. Jahrhunderts um zwei bis vier Grad Celsius ansteigen. Während dieser Zeit ist in vielen Weltgegenden verstärkt mit extremen Wetterereignissen in Gestalt von Dürren, Überschwemmungen und Stürmen zu rechnen. Die Folgen der globalen Erwärmung werden enorm sein, wobei die Auswirkungen auf einzelne Länder und Wirtschaftssektoren ganz unterschiedlich sind. Eine vermehrte Sonneneinstrahlung kann sowohl größere Schwierigkeiten in der Landwirtschaft bedeuten als auch neue Vorteile - je nach geographischer Lage und Wirtschaftsstand.

Viele Fragen zum Klimawandel in Vergangenheit und Zukunft sind noch ungelöst und bedürfen der wissenschaftlichen Erforschung. Die politischen und gesellschaftlichen Aufgaben bei der Bewältigung der Klimaprobleme sind gewaltig, doch sollte vor Horrorszenarien gewarnt werden.