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Gemeingüter

Seit Jahrzehnten werden Gemeingüter wie Rohstoffe, Fischbestände oder die Erdatmosphäre so stark beansprucht, dass eine natürliche Regeneration kaum mehr möglich ist. Wie lassen sich knappe natürliche Ressourcen so verwalten und bewirtschaften, dass ihre Nutzung durch eine große Anzahl von Menschen nicht automatisch zur Übernutzung führt – dass diese Güter, die der Allgemeinheit "gehören" (etwa saubere Luft oder sauberes Wasser), für alle erhalten bleiben?
Die Wirtschaftswissenschaftlerin Elinor Ostrom hat einen Weg jenseits von privatwirtschaftlicher oder staatlicher Organisation gewiesen, indem sie mit ihren Forschungen über Allmenden (Gemeingüter, commons) zeigte, dass es lokalen Gemeinschaften durchaus möglich ist, Ressourcen in Eigenregie nachhaltig zu verwalten. Doch die Übertragung ihrer Erkenntnisse über den lokalen Rahmen hinaus ist schwierig.

   

Johannes Piepenbrink

Editorial

Wie lassen sich knappe natürliche Ressourcen so verwalten und bewirtschaften, dass ihre Nutzung durch eine große Anzahl von Menschen nicht automatisch zur Übernutzung führt? Weiter...

Volker Stollorz

Elinor Ostrom und die Wiederentdeckung der Allmende

Geht es um nachhaltige Ressourcenverwaltung, wird gerne die "Tragik der Allmende" ins Feld geführt: Eigennutz führe zur Übernutzung von Gemeingü­tern. Ostrom hat gezeigt, dass es auch anders geht. Weiter...

Silke Helfrich, Felix Stein

Was sind Gemeingüter? - Essay

Der Begriff "Commons" verdeutlicht, dass wir gleichberechtigte Menschen sind, deren Teilhabeanspruch an Gemeinressourcen in diesem Menschsein begründet ist. Dies widerspricht der Sicht vom Mensch als homo oeconomicus. Weiter...

Roland Tichy, Ulrike Guérot

Vom eigenen Garten zur weltweiten Ressourcenverteilung - Essay

Es ist notwendig, dass an vermeintlich freien Gütern kla­re Eigentumsrechte definiert werden, um ihre Übernutzung zu verhindern. Zur Regulierung der globalen Gemeingüter bedarf es einer Weltordnungspolitik. Weiter...

Gerhard Scherhorn

Die Welt als Allmende: marktwirtschaftlicher Wettbewerb und Gemeingüterschutz

Der Substanzverzehr an den globalen Gemeingütern wird von der Wettbewerbs­ordnung wie eine erwünschte Marktleistung behandelt. Die Erhaltung der Ge­meingüter erfordert deshalb eine staatliche Revision der Wettbewerbsordnung. Weiter...

Erik Gawel

Die Allmendeklemme und die Rolle der Institutionen. Oder: Wozu Märkte auch bei Tragödien taugen

Um Allmendeprobleme zu bewältigen, müssen kollektive Verfügungsrechte kei­neswegs zwingend suspendiert werden – etwa durch Privatisierung oder staatli­che Bewirtschaftung. Doch auch Kollektivsysteme haben ihre Grenzen. Weiter...

Werner Meinefeld

Umweltschutz im Alltag: Probleme im Umgang mit Gemeingütern

Die natürliche Umwelt ist ein gefährdetes Kollektivgut. Am Beispiel alltäglichen Verhaltens werden die Probleme diskutiert, die einer Veränderung dieses Verhal­tens trotz bestehender Einsicht in seine destruktive Wirkung entgegenstehen. Weiter...

Leonhard Dobusch

Auf dem Weg zu einer Wissensallmende?

Mit digitalen Technologien verbinden manche die Hoffnung auf eine universale und globale Wissensallmende. Im gegenwärtigen Regime geistiger Eigentums­rechte ist diese Vision allerdings kaum in die Realität umzusetzen. Weiter...

 

Dossier

Energiepolitik

Die Energiewende stellt Deutschland vor große Herausforderungen. Schrittweise sollen Atomenergie und fossile Kraftstoffe durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Dazu sind riesige Investitionen erforderlich. Gleichzeitig befindet sich der globale Energiemarkt im Umbruch: Während in Europa schrittweise mehr Wettbewerb eingeführt wird, konzentriert sich die Kontrolle über die weltweiten Öl- und Gasreserven zunehmend in der Hand von wenigen Staatsfirmen. Das Dossier ist Bestandsaufnahme der aktuellen Energiemärkte und bietet einen Ausblick auf Chancen und Risiken zukünftiger Energiepolitik. Weiter... 

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Zeitfragen: Die Wiederentdeckung der Allmende. Über den Streit um Gemeinschaftsgüter

Allmende nannte man früher das Gemeinschaftsgut, das allen gehörte. Dorfwiese und See zum Beispiel, Wald und Luft. Heute zählt dazu auch die Versorgung der Bürger mit Wasser, Strom und Bildung. Im Zuge neoliberaler Politik und klammer Kassen haben aber immer mehr Kommunen in den letzten zwei Jahrzehnten beschlossen, ihre öffentlichen Güter an Privatleute und Investoren zu verkaufen. Weiter...