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5.7.2011 | Von:
Werner Meinefeld

Umweltschutz im Alltag: Probleme im Umgang mit Gemeingütern

Die natürliche Umwelt ist ein gefährdetes Kollektivgut. Am Beispiel alltäglichen Verhaltens werden die Probleme diskutiert, die einer Veränderung dieses Verhal­tens trotz bestehender Einsicht in seine destruktive Wirkung entgegenstehen.

Einleitung

Die natürliche Umwelt zählt zu den "öffentlichen Gütern", das heißt, grundsätzlich ist sie für jedermann zugänglich, niemand ist von der Nutzung dieses Gutes auszuschließen. Allerdings besteht durchaus Konkurrenz in der Nutzung: Gewässerverschmutzungen aus der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion belasten zum Beispiel die Trinkwassergewinnung und vermindern die Freizeitnutzung, und verschmutzte Luft gefährdet die Gesundheit aller. Insofern besteht ein öffentliches Interesse an der Kontrolle der Erhaltung dieses Gemeingutes, und in der Umweltbewegung der 1970er Jahre ist dieses Interesse seitens engagierter Bürgerinnen und Bürger nachdrücklich zum Ausdruck gebracht worden. Zumindest für die westlichen Industrieländer ist festzustellen, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung sich dieser Gefährdung der natürlichen Lebensbedingungen bewusst ist, und in entsprechenden Umfragen wird die grundsätzliche Bereitschaft zur Änderung eines umweltgefährdenden Verhaltens mehrheitlich bekundet.[1]

Verhaltensbeobachtungen zeigen dagegen, dass trotz dieser Einsicht und Absicht grundlegende Verhaltensänderungen auf große Widerstände stoßen. Sind also die Umfrage-Antworten nicht ernst gemeint? Oder können die Menschen nicht anders handeln? Welche Gründe sind dafür verantwortlich, dass die Diskrepanz von Sprechen und Handeln gerade auf dem Gebiet des Umweltschutzes so groß ist?

Fußnoten

1.
Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.), Umweltbewusstsein in Deutschland 2008. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, Berlin 2008, online: www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3678.pdf (16.5.2011).

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