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30.6.2011 | Von:

Strategien zur Bekämpfung von Terrorakteuren und Aufständischen

Nichtmilitärische Präventivmaßnahmen

Unter dem Motto Countering Violent Extremism soll seit 2010 die neue Strategie des US-Präsidenten Obama präventiv gegen drohende Radikalisierungsprozesse wirken.[12] Sie stellt die Jugend in besonders gefährdeten Regionen, insbesondere im Nahen Osten und Nordafrika, in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Vorrangiges Ziel ist es, der von Al Qaida verbreiteten ideologischen Propaganda entgegenzuwirken. Außerdem wird der terroristische Charakter des Netzwerks unterstrichen, indem hervorgehoben wird, dass es sich bei Al Qaida-Mitgliedern nicht um Gotteskrieger, sondern um Mörder handelt.

Dafür wurden neue Einrichtungen geschaffen wie das Center for Strategic Counter Terrorism Communications. Dieses soll die Brutalität der Anschläge gegen Zivilisten vor Augen führen und darüber hinaus verdeutlichen, dass Al Qaida gleich zwei Rückschläge hinnehmen musste: die Forderung nach demokratischem Wandel in der arabischen Welt und die Wahl friedlicher Mittel, obwohl Al Qaida behauptet hatte, dass friedlicher Wandel autoritärer Regime nicht möglich sei. Diese Informationsoffensiven finden in den Medien unter anderem auf Arabisch, Persisch und Urdu statt, Texte und Videomaterial werden produziert und auch in sozialen Netzwerken eingestellt.[13]

Fußnoten

12.
Vgl. Daniel Benjamin, Testimony Before the Emerging Threats and Capabilities Subcommittee of the Senate Armed Services Committee, 10.3.2010, online: www.state.gov/s/ct/rls/rm/2010/138175.htm (18.5.2011).
13.
Ein weiteres Element soll ökonomische und soziale Faktoren berücksichtigen und Alternativen zum Anschluss an Terroristen und radikale Gruppen bieten: So sollen die gesellschaftliche Teilhabe gefördert und Zukunftsaussichten verbessert werden. Vgl. Medhane Tadesse, Obama's Common Sense, in: The Current Analyst vom 8.5.2011.