APUZ Dossier Bild

12.4.2011 | Von:
Sabine Radtke

Inklusion von Menschen mit Behinderung im Sport

Chancen der gleichberechtigten Teilhabe

Die Chancen, die mit der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Sport einhergehen, sind unbestritten und in der Literatur eingehend diskutiert. Sportliche Aktivität trägt zur Steigerung des körperlichen sowie psychischen Wohlbefindens bei. Sowohl die motorische als auch die kognitive Leistungsfähigkeit wird durch Bewegungsaktivitäten geschult und gefördert, was wiederum im Alltag dem Aktivitätsspektrum, der Autonomie und damit der sozialen Interaktion von Menschen mit Behinderung zugute kommt. Ihr Vertrauen in die eigene Kompetenz, den Alltag durch gesteigerte Mobilität selbstständig gestalten zu können, erhöht ihr Selbstkonzept und damit ihre allgemeine Lebensqualität.[2] Im Hinblick auf das gemeinsame Sporttreiben von Menschen mit und ohne Behinderung wurden für alle Beteiligten Effekte im sozial-affektiven Bereich nachgewiesen, wie zum Beispiel Abbau von Vorurteilen, Berührungsängsten und allgemeiner sozialer Distanz sowie Zunahme von Akzeptanz, Toleranz und Kooperation.[3]

Obwohl in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten auf verschiedenen Ebenen der Gesellschaft Vorstöße in Richtung der gleichberechtigten Teilhabe an Sportaktivitäten von Menschen mit Behinderungen unternommen wurden (Grundgesetzänderung, Angebote auf der Ebene des Breitensports, in Ansätzen barrierefreier Sportstättenbau), sind noch erhebliche Anstrengungen vonnöten, bevor von einer tatsächlichen, alle Teilbereiche des Sports - vom Breiten- und Freizeit- über den Schul- bis zum Spitzensport - betreffenden gelungenen Inklusion zu sprechen ist. Um die aktuelle gesellschaftliche Realität einordnen zu können, empfiehlt es sich, zunächst die historischen Stationen des Behindertensports zu betrachten.

Fußnoten

2.
Vgl. Volker Anneken, Teilhabe durch Sport, in: Gemeinsam leben, (2010) 3, S. 135-138; Manfred Wegner, Sport und Behinderung, Schorndorf 2001.
3.
Vgl. Volker Scheid, "Behinderte helfen Nichtbehinderten" - eine ungewöhnliche Initiative mit beachtlicher Wirkung, in: Friedhold Fediuk (Hrsg.), Inklusion als bewegungspädagogische Aufgabe. Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam im Sport, Baltmannsweiler 2008.

Fußball - mehr als ein Spiel
Informationen zur politischen Bildung (Heft 290)

Fußball - mehr als ein Spiel

Innerhalb weniger Jahrzehnte ist der moderne Fußball zu einer bedeutsamen und populären Sportart geworden, die weltweit Millionen von Menschen fasziniert. Die Geschichte des Fußballs, seine Fans, aber auch sein Stellenwert für Politik, Wirtschaft und Medien sind Thema dieses Heftes.

Mehr lesen