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23.3.2011 | Von:
Michael Kiefer

"Islamische Studien" an deutschen Universitäten - Zielsetzungen, offene Fragen und Perspektiven

Bereicherung

Wie sich in den kommenden fünf Jahren eine in Deutschland beheimatete Islamische Theologie und Religionspädagogik entwickeln wird, lässt sich auf Grundlage der bisher erfolgten Weichenstellungen nur schwer voraussagen. Die Ausschreibungen für die neuen Lehrstühle werden in Tübingen, Osnabrück und Münster noch im Laufe des Jahres 2011 erfolgen. Ob die anschließenden Berufungsverfahren konstruktiv und einvernehmlich zwischen Universitäten und Beiräten gestaltet werden können, steht in den Sternen. Erhebliche Unklarheiten bestehen auch bezüglich der Bandbreite einer Islamischen Theologie. Es ist durchaus möglich, dass die Vielfalt des Islams in den gegenwärtigen Konzepten keinen Ausdruck finden kann.

Andererseits ist festzuhalten: Ungeachtet der skizzierten Problemlagen bietet die Schaffung Islamischer Zentren an deutschen Universitäten große Chancen zur akademischen Fundierung eines hier beheimateten Islams, der inmitten einer werteplural orientierten Zivilgesellschaft einen festen und sicheren Platz finden kann. Für die deutsche Zivilgesellschaft würde dies ohne jede Frage eine große Bereicherung darstellen.