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Editorial


10.1.2011
Wer heutzutage aufwächst, gehört zu den sogenannten digital natives. Das heißt, für Kinder, Jugendliche und viele junge Erwachsene sind Internet und digitale Medien selbstverständliche Bestandteile des täglichen Lebens - eine Welt ohne umspannendes Datennetz und zahlreiche social networking sites ist für viele gar nicht mehr vorstellbar. Entsprechend steigen seit Jahren die Onlinenutzungszeiten; das Internet ist inzwischen das von Jugendlichen meistgenutzte Medium, auch wenn das Fernsehen bei den 12- bis 19-Jährigen mit durchschnittlich zwei Stunden täglicher Nutzung noch immer einen der Spitzenplätze einnimmt.

Zweifellos profitieren viele Jugendliche von den neuen medialen Möglichkeiten, aber es wird auch gewarnt vor Nebenwirkungen: Übermäßiger Medienkonsum halte von anderen Freizeitaktivitäten und körperlicher Bewegung ab und könne die Gesundheit bedrohen. Zudem sei der Schutz vor jugendgefährdenden Inhalten ebenso unzureichend wie etwa die Aufklärung über cyberbullying und die Folgen von allzu großer Sorglosigkeit beim Umgang mit persönlichen Daten im Internet. Auch Gewalt in Computerspielen und ihre (unterstellten oder tatsächlichen) Wirkungen auf das Verhalten Jugendlicher sind immer wieder Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Kindern und Jugendlichen "Medienkompetenz" zu vermitteln, sie zum souveränen Umgang mit Medien zu befähigen, ist daher ein von Politik und Medienpädagogik gleichermaßen postuliertes Ziel. Doch auch die Eltern, die digital immigrants, sind gefordert: Es ist gut, wenn sich Eltern für die Freizeitaktivitäten ihrer Kinder interessieren - noch besser aber ist es, wenn sie in der Lage sind, diese auch zu verstehen.