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Aktuelle Herausforderungen für die Medienpädagogik


10.1.2011
Das vernetzte Mediensystem birgt Ressourcen für Partizipation, aber auch Exklusionsrisiken. Dies markiert Herausforderungen für die Medienpädagogik, die Jugendliche darin unterstützen will, der Medienwelt als Souverän zu begegnen.

Einleitung



Die Frage nach den Herausforderungen, die sich der Medienpädagogik aktuell stellen, ist vor dem Hintergrund zweier Rahmenbedingungen zu reflektieren, die das Leben mit Medien heute bestimmen: Eine erste ist mit dem Begriff "Konvergente Medienwelt" zu charakterisieren. Die herausragenden Merkmale des heutigen Mediensystems sind medienübergreifend vernetzte Angebote und eine Vielfalt an Möglichkeiten zur Artikulation und Veröffentlichung. Wie zu allen Zeiten sind auch heute Jugendliche in der Medienwelt besonders aktiv und schöpfen die Optionen aus. An ihrem Medienhandeln werden entsprechend Ressourcen und Hindernisse für ein souveränes Leben mit Medien erkennbar.

Auf eine zweite Bedingung verweist der Begriff "Mediatisierung". Er betrifft die Funktionen der Medien in der Gesellschaft und im sozialen Miteinander. Er markiert eine Bezugsgröße medienpädagogischen Handelns insofern er auf strukturelle Grundlagen für ein souveränes Leben mit Medien verweist. Medienpädagogik mit dem Selbstverständnis, die Menschen darin zu unterstützen, der jeweils zugänglichen Medienwelt als Souverän zu begegnen und deren Optionen selbstbestimmt sowie in sozialer und ethischer Verantwortung zu realisieren, muss auf diese beiden Bedingungen rekurrieren. In Bezug auf Jugendliche ist dabei die Balance zu halten zwischen Erfahrungs- und Handlungsautonomie und der Anregung, die Medienwelt sowie das eigene und das Medienhandeln anderer im sozialen Kontext (selbst-)kritisch zu reflektieren.