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Postdemokratie?

Die Diskussionen um eine schwelende Krise der Demokratie westlicher Prägung wurden in den vergangenen Jahren vom britischen Politikwissenschaftler Colin Crouch mit dem Begriff der "Postdemokratie" popularisiert. Kritisiert wird der Legitimitätsverlust der politischen Akteure und Institutionen, da sie zunehmend unter dem Einfluss privater und partikularer Interessengruppen agieren, statt als gewählte Repräsentanten im Sinne des Gemeinwohls zu handeln. Das Gefühl der Ohnmacht und eine Verdrossenheit gegenüber der "institutionellen Politik" nehme zu, und es schwinde das Vertrauen in die repräsentative Demokratie.

Da Wahlen allein noch keine Demokratie machen (Barack Obama), gilt es, die Prinzipien der demokratischen Kultur – wie Anerkennung oder gleiche Einfluss-, Zugangs- und Beteiligungsmöglichkeiten am politischen Prozess unabhängig vom sozioökonomischen Status einer jeden Bürgerin und eines jeden Bürgers – neu zu buchstabieren und die Politik in die Verantwortung zu nehmen für ein neues "Gleichgewicht" zwischen Freiheit und Gleichheit der Individuen.

   

Asiye Öztürk

Editorial

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Chantal Mouffe

"Postdemokratie" und die zunehmende Entpolitisierung - Essay

Aufgrund der Wahrnehmung, dass es keine Alternative zur herrschenden Ordnung gebe, haben die Parteien links der Mitte der zunehmenden Verwischung der Grenzen zwischen der politischen Linken und Rechten beigetragen. Weiter...

Paul Nolte

Von der repräsentativen zur multiplen Demokratie

Ein Blick in die jüngere Geschichte der Demokratie zeigt, dass sie im vergangenen Jahrhundert in eine dynamische Phase der Erweiterung getreten ist. Repräsentative Formen sind durch partizipative Muster ergänzt worden. Weiter...

Dirk Jörke

Bürgerbeteiligung in der Postdemokratie

Der Beitrag beschäftigt sich mit Formen des Bürgerengagements. Neue und unkonventionelle Formen der politischen Beteiligung laufen Gefahr, den Trend zur Postdemokratie zu verstärken statt ihm entgegenzuwirken. Weiter...

Petra Böhnke

Ungleiche Verteilung politischer und zivilgesellschaftlicher Partizipation

Sozial benachteiligte Menschen nehmen seltener am politischen Geschehen teil und sind weniger ehrenamtlich tätig als der Bevölkerungsdurchschnitt. Defizite bei der Interessenvertretung gehen mit einer dauerhaft schlechten Lebenslage einher. Weiter...

Sabine Schiffer

Informationsmedien in der Postdemokratie. Zur Bedeutung von Medienkompetenz für eine lebendige Demokratie

Demokratie ist ohne funktionierende Medien nicht möglich. Gegen Tendenzen postdemokratischer Entwertung wie die Zunahme an Konzentration und Konformismus regt sich Widerstand, der konstruktive Entwicklungspotenziale aufzeigt. Weiter...

Birgit Sauer

Die Allgegenwart der "Androkratie": feministische Anmerkungen zur "Postdemokratie"

Es herrscht eine Unterrepräsentation von Frauen in den politischen Strukturen. Geschlechterdemokratisierung erfordert Institutionen, die an der Verteilung von Arbeit und Generativität und den damit verbundenen Ungleichheiten ansetzen. Weiter...

Axel Honneth

Verwilderungen. Kampf um Anerkennung im frühen 21. Jahrhundert

Gesellschaftliche Konflikte ergeben sich dann, wenn das Anerkennungsversprechen verletzt wird. Verwildert ist heute der soziale Konflikt, weil der Kampf um Anerkennung seiner moralischen Grundlagen stark verlustig gegangen ist. Weiter...

 
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