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Wehrpflicht und Zivildienst

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 wurde die Bundeswehr zur Freiwilligenarmee. Befürworter der Wehrpflicht wiesen bis zuletzt daraufhin, dass es die Wehrpflicht sei, die dafür gesorgt habe, dass die Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft verankert geblieben ist. Kritiker hatten dagegen bemängelt, dass von Wehrgerechtigkeit keine Rede mehr sein könne. Sparzwänge und die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform der Bundeswehr ermöglichten dann die relativ einvernehmliche und rasche Aussetzung der Wehrpflicht.

Das Ende des Wehrdienstes zog auch das Ende des Zivildienstes nach sich. Auf den "Zivi", der in den ersten Jahrzehnten nach Einführung der Wehrpflicht noch als "Drückeberger" galt, wollten oder konnten bald zahlreiche soziale Einrichtungen kaum mehr verzichten. Mit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes versucht die Bundesregierung, die entstandene Lücke zu schließen.

   

Anne Seibring

Editorial

Die Wehrpflicht ist ausgesetzt und die Umstellung der Bundeswehr auf eine Freiwilligenarmee im vollen Gange. Die Lücke, die das damit verbundene Ende des Zivildienstes nach sich zog, versucht die Bundesregierung durch den Bundesfreiwilligendienst zu schließen. Weiter...

Harald Kujat

Das Ende der Wehrpflicht - Essay

Die Bundeswehr wird durch die Aussetzung der Wehrpflicht eine andere werden. Es bleibt abzuwarten, ob sie nach der Neuausrichtung die ihr gestellten Aufgaben erfüllen und eine offene Armee in einer offenen Gesellschaft bleiben kann. Weiter...

Peter Steinbach

Zur Geschichte der Wehrpflicht - Essay

Die Wehrpflicht sollte die gesellschaftliche Verankerung der Bundeswehr stärken. Entscheidend für die neue "Parlamentsarmee" wurde das Konzept der Inneren Führung. Es steht mit der Aussetzung der Wehrpflicht nicht zur Disposition. Weiter...

Berthold Meyer

Vom Ende her denken. Bundeswehrreform und Parteiendemokratie

Die Aussetzung der Wehrpflicht ist zentraler Bestandteil der neuen Bundeswehrreform, die deren geänderten Aufgabenstellung gerecht werden soll. Dabei gilt es, nicht nur vom Einsatz her, sondern auch von dessen Ende her zu denken. Weiter...

Wenke Apt

Herausforderungen für die Personalgewinnung der Bundeswehr

Bereits heute kann die Bundeswehr ihren Bedarf an Soldaten nicht decken. Als wichtige Risiken gelten generell die demografische Entwicklung, der Anstieg des Bildungsniveaus, der Gesundheitszustand der Jugendlichen und der gesellschaftliche Wertewandel. Weiter...

Heiko Biehl, Bastian Giegerich, Alexandra Jonas

Aussetzung der Wehrpflicht. Erfahrungen und Lehren westlicher Partnerstaaten

Deutschland ist bei der Aussetzung der Wehrpflicht ein Nachzügler. Damit eröffnet sich die Chance, von den Erfahrungen westlicher Partnerstaaten im Prozess der Umstellung auf eine Freiwilligenarmee und der Neuausrichtung der Bundeswehr zu profitieren. Weiter...

Ines-Jacqueline Werkner

Wehrpflicht und Zivildienst - Bestandteile der politischen Kultur?

Über die Frage der Aussetzung der Wehrpflicht ist in Deutschland überaus lange und mit außergewöhnlicher Emotionalität debattiert worden. Zur Erklärung dieses Phänomens rekurriert der Beitrag auf den Faktor der politischen Kultur. Weiter...

Holger Backhaus-Maul, Stefan Nährlich, Rudolf Speth

Der diskrete Charme des neuen Bundesfreiwilligen-
dienstes

Mit der "Aussetzung" der Wehrpflicht fand auch der zivile Ersatzdienst ein Ende. Der Bundesfreiwilligendienst soll – in Konkurrenz mit bestehenden zivilgesellschaftlichen Freiwilligendiensten – Lücken schließen und Übergänge abfedern. Weiter...

Jörn Fischer

Freiwilligendienste und ihre Wirkung - vom Nutzen des Engagements

Freiwilligendienste erfreuen sich wachsender Beliebtheit und steigender politischer Aufmerksamkeit. Damit einher geht die Frage nach dem Nutzen der Dienste, die mittels eines Wirkungsmodells und empirischer Befunde beantwortet wird. Weiter...