APUZ Dossier Bild

24.11.2011 | Von:
Jörn Fischer

Freiwilligendienste und ihre Wirkung - vom Nutzen des Engagements

Freiwilligendienste erfreuen sich wachsender Beliebtheit und steigender politischer Aufmerksamkeit. Damit einher geht die Frage nach dem Nutzen der Dienste, die mittels eines Wirkungsmodells und empirischer Befunde beantwortet wird.

Einleitung

Zwei politische Entscheidungen haben dazu geführt, dass Freiwilligendienste in den vergangenen Jahren stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt sind: Erstens die Einführung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes Weltwärts im Jahr 2008 durch die damalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Zweitens die Aussetzung der Wehrpflicht und das damit verknüpfte Ende des Zivildienstes. Diese Entscheidungen wurden begleitet von zwei zentralen Debatten: Eine kreiste um die Frage, ob Freiwilligendienste den Wegfall des Zivildienstes kompensieren sollen beziehungsweise können.[1] Und im Kontext des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes - ausgestattet mit einem Etat von 30 Millionen Euro - wurde die Frage nach dem Nutzen dieser Engagementform diskutiert. Wer profitiert eigentlich davon, wenn deutsche Jugendliche, die zumeist über keinerlei berufliche Qualifikationen verfügen, in sogenannte Entwicklungsländer entsandt werden?

Die Frage nach dem Nutzen des Engagements steht im Zentrum dieses Artikels, wobei sowohl grenzüberschreitende als auch nationale Freiwilligendienste betrachtet werden. Zunächst vermittelt dieser Beitrag Basiswissen zu Freiwilligendiensten. Es folgen einige theoretische Grundlagen der Wirkungsorientierung und eine Skizze der Wirkungsdebatte in Bezug auf Freiwilligendienste, bevor ausgewählte Forschungsergebnisse zur Wirkung der deutschen Freiwilligendienstprogramme im In- und Ausland diskutiert werden.

Fußnoten

1.
Vgl. dazu den Beitrag von Holger Backhaus-Maul in dieser Ausgabe.