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26.10.2011 | Von:
Christiane Bender
Elmar Wiesendahl

"Ehernes Gesetz der Oligarchie": Ist Demokratie möglich?

Hundert Jahre "Ehernes Gesetz der Oligarchie" von Robert Michels: Trotz Stärkung unmittelbarer Demokratie ist oligarchisierte Elitenherrschaft nur durch institutionelle Regeln zu begrenzen.

Einleitung

In den modernen westlichen Demokratien spielen politische Parteien, so unterschiedlich ihre Geschichte und Ausrichtung in einzelnen Ländern auch sein mögen, eine zentrale Rolle. Sie repräsentieren den Willen der Bürger und Bürgerinnen im Parlament und übernehmen wichtige Funktionen zur Aufklärung der Bevölkerung.

Nach Artikel 21 des Grundgesetzes haben Parteien in Deutschland an der politischen Willensbildung des Volkes mitzuwirken und in ihrer inneren Ordnung demokratischen Grundsätzen zu entsprechen. Eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung dokumentierte lange Zeit den Erfolg der Parteien, vor allem der beiden Volksparteien.[1] Ihnen gelang es, die Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Regeln einer repräsentativen Demokratie vertraut zu machen und die unterschiedlichen Klassen und Schichten politisch zu integrieren.

Sie verfügten über eine stabile Basis bei Wählern und Mitgliedern, die sich wiederum durch das Personal der Parteien vertreten sahen und ihm vertrauten. Der Rückgang der Wahlbeteiligung, vor allem auf den Ebenen der Länder und der Kommunen, und ein enormer Verlust an Mitgliedern verweisen jedoch derzeit auf Risse in der Legitimationsgrundlage der Parteien und ihrer Führungen.[2]

Fußnoten

1.
Vgl. Elmar Wiesendahl, Volksparteien. Aufstieg-Krise-Zukunft, Opladen u.a. 2011.
2.
Vgl. Armin Schäfer, Alles halb so schlimm? Warum eine sinkende Wahlbeteiligung der Demokratie schadet, in: MPI Jahrbuch 2009/10, Köln 2010, S. 33ff.