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26.10.2011 | Von:
Frank Brettschneider

Kommunikation und Meinungsbildung bei Großprojekten

Die Akzeptanz von Großprojekten hängt sowohl von ihrem Inhalt ab als auch von der Art der Kommunikation zwischen Projektträgern, Politik, Verwaltung und Bürgerinitiativen.

Einleitung

Stuttgart 21" ist zum Symbol für Proteste gegen Großprojekte in Deutschland geworden. Die Auseinandersetzung um den Stuttgarter Hauptbahnhof veranlasste den "Spiegel" im Sommer 2010 zu einer Titel-Story über die "Dagegen-Republik". Vor allem Infrastrukturprojekte aus den Bereichen Verkehr und Energie stoßen immer wieder auf den Widerstand von Teilen der Bevölkerung: Flughafenerweiterungen, der Ausbau von Autobahnen, Eisenbahnstrecken, die Fehmarnbelt-Querung, Strom-Überlandleitungen, Kraftwerksneubauten, CO2-Endlager, das Pumpspeicherkraftwerk im Schwarzwald.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Überall artikulieren lokale Bürgerinitiativen ihren Unmut. Umwelt- und Naturschutzverbände wie der BUND springen ihnen bei. Und in der Regel werden die Konflikte auch von Parteien aufgegriffen, teilweise für bevorstehende Kommunal- oder Landtagswahlen instrumentalisiert. Nicht selten eskaliert die Auseinandersetzung, Fronten verhärten sich, und ein sachlicher Austausch findet kaum noch statt. Kann eine "Sachschlichtung" - wie von Heiner Geißler im Fall "Stuttgart 21" geleitet - einen sinnvollen Beitrag zur Meinungsbildung leisten? Welche Rolle spielt Kommunikation im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Akzeptanz von Großprojekten?