>>> Alles zur Bundestagswahl 2017 <<<
APUZ Dossier Bild

50 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei

Das "Wirtschaftswunder" in den 1950er und frühen 1960er Jahren veränderte die Bundesrepublik Deutschland nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich. Mit dem Wachstum und der Abriegelung der innerdeutschen Grenze entstand ein derart starker Arbeitskräftebedarf, dass Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben werden mussten. Die damals gebräuchliche Bezeichnung "Gastarbeiter" drückte die Vorstellung aus, dass die Arbeitskräfte eines Tages wieder in ihre Heimatländer zurückkehren würden, weshalb weder sie noch staatliche Stellen Integrationsstrategien entwickelten.

Die Spätfolgen des damaligen Versäumnisses, Arbeitskräfte nicht als Mitbürgerinnen und Mitbürger "mitgedacht" zu haben, treten mittlerweile offener zutage: Der Ausbau und die Anpassung öffentlicher Einrichtungen wie der kommunalen Infrastruktur oder auch die Neufassung des "gesellschaftlichen Wir" wurden lange Jahre vernachlässigt. Die gesellschaftlichen Strukturen in Deutschland waren auf Verschiedenheit nicht ausgelegt. Das belastet bis heute das soziale Klima. Diese Versäumnisse gilt es, nachzuholen, um die Potenziale einer Einwanderungsgesellschaft freizusetzen.

   

Asiye Öztürk

Editorial

Das "Wirtschaftswunder" in den 1950er und frühen 1960er Jahren veränderte die Bundesrepublik Deutschland nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich. Mit dem Wachstum entstand ein derart starker Arbeitskräftebedarf, dass Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben werden mussten. Die damaligen gesellschaftlichen Strukturen in Deutschland waren auf Verschiedenheit nicht ausgelegt. Das belastet bis heute das soziale Klima. Diese Versäumnisse gilt es, nachzuholen, um die Potenziale einer Einwanderungsgesellschaft freizusetzen. Weiter...

Haci-Halil Uslucan

Wie fremd sind uns "die Türken"? - Essay

Der Beitrag geht der Frage nach, wie die Fremdheit "der Türken" diskursiv konstruiert wird. Eine Studie über Wertedivergenzen zeigt, dass die unterstellte "Parallelwertewelt" zwischen Türkeistämmigen und Deutschen überzogen ist. Weiter...

Stefan Luft

Skandal und Konflikt: Deutsch-türkische Themen

Deutsch-türkische Themen waren stets von Skandalisierungen geprägt. Diese verstellten den Blick auf die Mechanismen von Integrationsprozessen. Es gilt, Probleme anzusprechen, Fortschritte und Chancen wahrzunehmen. Weiter...

Jan Hanrath

Vielfalt der türkeistämmigen Bevölkerung in Deutschland

Obwohl die türkeistämmige Bevölkerung in Deutschland sehr heterogen ist, wird sie häufig als geschlossene Gruppe wahrgenommen. Ihre Vielfalt wird anhand der Migrationsgeschichte sowie an Intragruppenkonflikten verdeutlicht. Weiter...

Aysel Yollu-Tok

Zur Lage der Türkeistämmigen auf dem sich wandelnden Arbeitsmarkt

Auch nach 50 Jahren zeigt sich eine Pfadabhängigkeit bei der Arbeitsmarktintegration von Türkeistämmigen. Zurückzuführen ist das auf die "Vererbung" von Bildungsnachteilen und auf die Segmentation des Arbeitsmarkts. Weiter...

Sven Rahner

Fachkräftebedarf und Zuwanderung: Geschichte und Perspektiven

Der demografische Wandel und ein steigender Fachkräftebedarf sind Herausforderungen. Folgerungen aus 130 Jahren Migrationsgeschichte geben Aufschluss über die Chancen einer langfristig angelegten, ressortübergreifenden Politik. Weiter...

Christoph Reinprecht

Verwundbarkeit des Alterns in der Migration. Lebensrealitäten der türkeistämmigen älteren Bevölkerung

Familialismus und transnationale Lebensführung, Randständigkeit und Mehrfachzugehörigkeit, Rückzug und soziales Teilhabebedürfnis: Lebensrealitäten der türkeistämmigen älteren Bevölkerung entziehen sich gängigen Klischeebildern. Weiter...

Helen Baykara-Krumme, Daniela Klaus, Anja Steinbach

Eltern-Kind-Beziehungen in Einwandererfamilien aus der Türkei

Der Beitrag befasst sich mit den Generationenbeziehungen in türkeistämmigen Familien in Deutschland. Sie werden vor dem Hintergrund der Solidaritäts- und Konfliktthese zur Bedeutung des Migrationshintergrunds diskutiert. Weiter...

Paul Mecheril

Wirklichkeit schaffen: Integration als Dispositiv - Essay

Integration und Migration sind Vokabeln, die im öffentlichen Diskurs zusammengehören. Der Beitrag offeriert eine Lesart, die Integration als Reaktion darauf versteht, dass das Phantasma des natio-ethno-kulturellen "Wir" in eine Krise geraten ist. Weiter...

 

Dossier

Grundlagendossier Migration

16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben 2010 allein in Deutschland. Was bedeutet das für die Integration? Wie sieht das Asyl- und Zuwanderungsrecht in Europa aus, und welche globalen Trends zeichnen sich ab? Weiter... 

Spezial

50 Jahre Anwerbeabkommen

Am 30. Oktober 1961 schloss die Bundesrepublik ein Anwerbeabkommen mit der Türkei. Heute, 50 Jahre später, gehört deutsch-türkisches Zusammenleben zur Alltagsrealität in Deutschland - von Hamburg bis München, von Köln bis Berlin. Weiter...