Auf der Robert-Schuman-Parade in Warschau wird die EU-Flagge getragen.

Europa

Am 7. Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht unterzeichnet, mit dem die Europäische Union gegründet und die Grundlage für eine Wirtschafts- und Währungsunion geschaffen wurde. Zwanzig Jahre später hätten die Mitgliedstaaten der Eurozone "eingesehen (...), diese Wirtschafts- und Währungsunion auf ein stabileres Fundament zu stellen", wie Bundeskanzlerin Angela Merkel nach den Verhandlungen über einen "Fiskalpakt" am 9. Dezember 2011 in Brüssel konstatierte Anlass der Bemühungen zu einer vertieften Integration ist die fortdauernde Schuldenkrise. Ob die Brüsseler Beschlüsse und immer neue Gipfeltreffen die Krise tatsächlich werden beenden können, bleibt abzuwarten. Der Weg in eine politische Union kann indes nur schwerlich mit finanz- und wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten allein begründet werden. Europa steht offenbar am Scheideweg: Was hält die Europäische Union über eine bloße ökonomische Zweckgemeinschaft hinaus und in Zukunft zusammen?

     

Anne Seibring

Editorial

Die Europäische Union befindet sich in einer tiefen Krise. Was hält sie über eine bloße ökonomische Zweckgemeinschaft hinaus und in Zukunft zusammen? Weiter...

Dennis Lichtenstein

Auf der Suche nach Europa: Identitätskonstruktionen und das integrative Potenzial von Identitätskrisen - Essay

Europäische Identität besteht aus einer Vielzahl an Deutungen. Ihr integrierendes Potenzial speist sich nicht aus einem konkreten Inhalt, sondern aus der gemeinsamen Suche. Diese verläuft in durch Krisen stimulierten Identitätsdiskursen. Weiter...

Wolfgang Streeck, Jens Beckert

Die Fiskalkrise und die Einheit Europas

Demokratische Staaten haben heute einen zweiten Souverän in Gestalt der internationalen Finanzmärkte. Mit dem Übergang in eine Austeritätsgemeinschaft sollen dessen Ansprüche dauerhaft befriedigt werden. Weiter...

Daniela Schwarzer

Economic Governance in der Eurozone

Seit die Finanzkrise auf Europa übergriff, sind zahlreiche Reformen verabschiedet worden, um die Economic Governance zu stärken. Der Weg aus der Verschuldungskrise aber ist auch nach dem Beschluss zu einem "Fiskalpakt" noch nicht gewiesen. Weiter...

Jan Zielonka

Paradoxien aus 20 Jahren Integration und Erweiterung

Vor knapp 20 Jahren, bei der Unterzeichnung der Maastrichter Verträge, war das Vertrauen groß, die europäische Einigung vertiefen zu können. Heute droht die Auflösung. Im Angesicht der Krise bedarf es eines neuen Paradigmas der Integration. Weiter...

Wilhelm Knelangen

Euroskepsis? Die EU und der Vertrauensverlust der Bürgerinnen und Bürger

Der Maastrichter Vertrag bedeutet eine Zäsur für die Entwicklung der öffentlichen Meinung in der EU: Die europäische Politik wird seitdem kritischer gesehen. Die Skepsis der Bevölkerungen könnte die Stabilität der EU mittelfristig gefährden. Weiter...

Henrike Müller, Ulrike Liebert

Zu einem europäischen Gedächtnisraum? Erinnerungskonflikte als Problem einer politischen Union Europas

In der EU ist eine homogene Erinnerungsgemeinschaft nicht erkennbar. Versuche, die unterschiedlichen Erinnerungskulturen zu vergemeinschaften, sind weder aussichtsreich noch erscheinen sie notwendig für eine politische Union. Weiter...

Jutta Limbach, Jürgen Gerhards

Europäische Sprachenpolitik

Die Europäische Union fördert das Erlernen von Fremdsprachen ungeachtet ihrer Verbreitung. Kann die Mehrsprachigkeit zur Konsolidierung Europas beitragen? Oder wäre die privilegierte Förderung des Englischen als "Lingua franca" sinnvoller? Weiter...

Georg Datler

Das Konzept der "europäischen Identität" jenseits der Demos-Fiktion - Essay

Kollektive Identitäten werden konstruiert. Jede und jeder ist frei, eine Geschichte über Europa zu erzählen. Losgelöst von der Fiktion eines europäischen Demos könnte soziale Gerechtigkeit als visionäre europäische Identität dienen. Weiter...