Anlässlich des 68. Unabhängigkeitstages Indonesiens am 17. August 2013 wird eine riesige Flagge über den Begawan Solo River gespannt.

5.3.2012 | Von:
Piepenbrink, Johannes

Editorial

Indonesien gehört zu den Ländern, die hierzulande häufig "übersehen" werden. Obwohl es mit fast 240 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern an vierter Stelle der bevölkerungsreichsten Staaten rangiert und das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung ist, steht es aus europäischer Perspektive meist im Schatten der aufstrebenden Mächte Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS). Dabei hat der Inselstaat dank eines dynamischen Wirtschaftswachstums und seines internationalen Engagements in Foren wie den G20 in jüngerer Zeit stark an Profil und politischem Einfluss gewonnen.

Seit 1998 gilt Indonesien als demokratisch. Nachdem sich das Land im August 1945 nach über 300-jähriger niederländischer Kolonialherrschaft für unabhängig erklärt hatte, folgten zwei Jahrzehnte der "gelenkten Demokratie" unter Sukarno, anschließend weitere 30 Jahre autokratisches Regime unter General Suharto. Die Spuren der vordemokratischen Zeiten sind noch immer deutlich, insbesondere die weitverbreitete Korruption hemmt Entwicklungsbemühungen massiv. Zugleich ist Indonesien, das sich über mehrere Tausend Inseln verteilt und über 300 Ethnien beheimatet, ein Land größter Vielfalt und sozialer Gegensätze. Während vor allem die "Hauptinsel" Java mit der Metropole Jakarta vom wirtschaftlichen Aufschwung profitiert, lebt gut die Hälfte der Bevölkerung, zumeist auf den Inseln der Peripherie, in Armut.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat Indonesien jüngst als "neuen Zielmarkt" identifiziert. So passt es gut, dass beide Länder 2012 das 60-jährige Jubiläum ihrer diplomatischen Beziehungen feiern. Noch mehr Aufmerksamkeit wird der südostasiatischen Regionalmacht sicherlich zuteil werden, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel den für August dieses Jahres geplanten Besuch antritt.


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