In einem Labor der Gewebebank des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Adipositaserkranungen (IFL) an der Universität Leipzig beobachtet Tierpflegerin Eva Böge eine adipöse Maus mit einem Gewicht von 52 Gramm (l) und eine normale Maus mit 20 Gramm, aufgenommen am 06.01.2012. Die Labormäuse gehören zu einem großen Forschungsprogramm der Wissenschaftler am IFL, die hier unter anderem auch auf der Suche nach der ultimativen Schlankheitspille ohne Nebenwirkungen sind. Helfen sollen dabei Untersuchungen des Fettgewebes von adipösen Patienten und bei Tieren. In einer bundesweiten Gewebebank, die gegenwärtig weiter ausgebaut wird, lagert bereits Material von rund 800 Patienten. Foto: Waltraud Grubitzsch dpa/lsn (zu dpa-Korr vom 08.01.2012)
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14.2.2012 | Von:
Sonja Buschka,
Julia Gutjahr
Marcel Sebastian

Gesellschaft und Tiere - Grundlagen und Perspektiven der Human-Animal Studies

Die vielfältigen gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Menschen und Tieren wurden in der Vergangenheit wissenschaftlich wenig beachtet. Dies ändert sich durch die Etablierung des Forschungsfelds der Human-Animal Studies.

Einleitung

Angesichts der Bedeutung von Tieren für die menschliche Gesellschaft scheint es verwunderlich, dass dieses Verhältnis bisher innerhalb der Sozialwissenschaften kaum reflektiert wurde. Dabei hat jeder Mensch individuelle oder kollektive Beziehungen zu Tieren. In fast jedem dritten deutschen Haushalt lebt ein sogenanntes Haustier;[1] seine Rolle kann dabei vom "lebenden Spielzeug" bis zum Familienmitglied und Partner reichen. Auf der anderen Seite stehen diese Zahlen: 2010 wurden laut dem statistischen Bundesamt im Rahmen gewerblicher Schlachtungen 58138900 Schweine, 3737900 Rinder und 974100 Schafe getötet. Die Anzahl getöteten "Geflügels" wird nicht individuell beziffert, sondern anhand des addierten Körpergewichts (1379600 Tonnen) ausgedrückt.[2] Zudem besaßen im Jagdjahr 2009/2010 350538 Deutsche einen Jagdschein.[3] Ferner wurden im Jahr 2009 2786331 Wirbeltiere in Tierversuchen verwendet.[4]

Erst in den vergangenen Jahren nahm die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis, beeinflusst durch gesellschaftliche Debatten über den ethischen und sozialen Status von Tieren, zu, und es entwickelte sich das Forschungsfeld der Human-Animal Studies (HAS).[5] Die Forschungsthemen sind dabei so vielfältig wie das komplexe Verhältnis der Menschen zu den Tieren selbst. Zu den in den HAS agierenden Disziplinen gehören etwa Soziologie, Philosophie und Anthropologie sowie die Kultur-, Literatur- und Rechtswissenschaften.

In der Soziologie wurden Tiere bisher weitgehend ausgeblendet, was sich unter anderem anhand des Selbstverständnisses der Soziologie als Humanwissenschaft, welche die Tiere der "Natur" zuordnet,[6] erklären lässt. So spielte bei der Etablierung und Identifikation der Soziologie als eigenständiger Wissenschaft die Ausgrenzung "der Natur" aus sozialen Prozessen eine entscheidende Rolle,[7] so dass von einem anthropozentrischen Ausgangspunkt der Soziologie gesprochen werden kann. Dieser Ausgrenzung entsprechend werden grundlegende Kategorien der Soziologie exklusiv auf Menschen angewandt, ohne dass diese Exklusivität aus der Definition ihrer Begriffe (beispielsweise "soziales Handeln", "soziale Normen")[8] notwendig abzuleiten wäre.

Die Ausklammerung der Tiere aus der Soziologie ist ferner nicht plausibel, da Tiere innerhalb der gesellschaftlichen Symbol-, Wert- und Ordnungssysteme, in der Ökonomie und der Sprache, bei der Entwicklung menschlicher Identität sowie als Interaktionspartner eine zentrale Rolle spielen und somit zweifelsfrei Teil des Sozialen sind. Mit dem gestiegenen Forschungsinteresse beginnt sich das Feld der sozialwissenschaftlichen HAS auch in Deutschland zu institutionalisieren: An der Universität Hamburg wurde 2010 mit der Group for Society and Animals Studies (GSA) die erste soziologische Forschungsgruppe zum Thema gegründet. 2011 erschien ein erster Sammelband mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt des Chimaira-Arbeitskreises für Human-Animal Studies und 2012 werden darüber hinaus zwei weitere soziologische Sammelbände publiziert.[9] Seit diesem Jahr erscheint mit "Tierstudien" die erste deutschsprachige Zeitschrift für Human-Animal Studies. Ferner nimmt das Lehrangebot an deutschen Hochschulen zu. Im englischsprachigen, wissenschaftlichen Raum ist die Etablierung der sozialwissenschaftlichen HAS bereits weiter fortgeschritten. So gibt es beispielsweise die Animal/Human Studies Group in der British Sociological Association und die Animals and Society-Sektion in der American Sociological Association sowie diverse universitäre Gruppen und Akteure, die sich dem Mensch-Tier-Verhältnis widmen. Zudem werden mit "Anthrozoös", "Society and Animals", "Journal for Critical Animal Studies" und "Humanimalia" mehrere wissenschaftliche (interdisziplinäre) Journals publiziert.

Darüber hinaus werden regelmäßig internationale Tagungen abgehalten. Die Zahl der Publikationen und Dissertationen im Fachgebiet steigt stetig an, und es hat sich bereits in mehrere untergliederte Forschungsschwerpunkte differenziert. Dennoch haben HAS noch nicht den Status einer allgemein anerkannten Disziplin in den Sozialwissenschaften erlangt.[10] Trotz ihrer bisherigen Marginalität nehmen die HAS durch ihre Forschungsergebnisse beabsichtigt oder unbeabsichtigt Einfluss auf die Entwicklung des Umgangs der Gesellschaft mit den Tieren.[11]

Aktueller Forschungsstand

Obwohl Human-Animal Studies akademisch gesehen insbesondere in Deutschland eine junge Disziplin sind, haben sich bereits einige dominante Forschungsschwerpunkte herausgebildet, die wir im Folgenden mit ihren Ansätzen und zentralen Werken beschreiben. Auch wenn der Fokus nachfolgend auf das deutschsprachige Forschungsfeld - ergänzt durch relevante englischsprachige Arbeiten - begrenzt wird, kann die Übersicht natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Forschungsschwerpunkt "Soziale Konstruktion des Tieres".
Bei diesem Forschungsschwerpunkt werden gesellschaftliche Mensch-Tier-Verhältnisse mittels theoretischer Ansätze der sozialen Konstruktion von Wirklichkeit, insbesondere der sozialen Konstruktion des Anderen, untersucht und es wird analysiert, wie und wozu das Bild "des Tieres" sowie damit einhergehende Identitätskonzepte sozial hergestellt werden. Es wird gezeigt, wie die Aufstellung natürlich erscheinender Gegensatzpaare, wie "Kultur-Natur", "Geist-Instinkt" oder "Essen-Fressen" und die Zuschreibung der jeweils "negativen" Attribute zu den Tieren eine fundamentale Trennlinie zwischen Menschen und Tieren zieht und so "das Tier" als grundsätzlich Anderes bestimmt.[12] Durch die Wertgeladenheit der Zuschreibungen entsteht ein hierarchisches Verhältnis zwischen den beiden Gruppen, wobei die Zuschreibung der jeweils positiven Attribute zu den Menschen legitimatorischen Charakter für ihre Machtposition gegenüber Tieren hat. Für diese Form der Strukturierung von Gesellschaft wurde von Richard Ryder und Peter Singer der Begriff "Speziesismus" geprägt, der bis heute (in weiterentwickelter Form) genutzt wird.[13] Arbeiten, die hier einen Fokus haben, stammen beispielsweise von Birgit Mütherich, Barbara Noske, Rainer Wiedenmann, Michael Fischer und Sonja Buschka/Jasmine Rouamba.[14]

Die sozialen Konstruktionsprozesse setzen sich fort in der Schaffung spezifischer Tierbilder, in denen verschiedene Tierarten nach ihrer Nutzbarkeit für menschliche Zwecke in vermeintlich homogene Untergruppen eingeteilt werden: So ist im alltäglichen Sprachgebrauch von "Haustieren", "Nutztieren", "Zootieren" oder "Versuchstieren" die Rede. Die Zuordnung tierlicher Individuen zu einer dieser Gruppen bestimmt dabei, welche Art von Behandlung für sie als gesellschaftlich legitim angesehen wird. Aus dem Blickwinkel der sozialen Konstruktion des Anderen wird hier insbesondere analysiert, wie die in postindustriellen Gesellschaften vorfindlichen Ambivalenzen innerhalb von Mensch-Tier-Verhältnissen erklärbar sind. So geht es beispielsweise um die Frage, wie sich emotionale Hinwendung zu "Haustieren" und Anerkennung ihrer Subjektivität beziehungsweise "Personalisierungstendenzen"[15] einerseits mit massenhafter Einsperrung, Instrumentalisierung, Ausbeutung und Tötung von "Nutztieren" andererseits in Einklang bringen lassen. Relevante Arbeiten stammen hier von Wiedenmann, der Ambivalenzkonstruktionen und divergierende Tierkonzepte als typische Erscheinung von Modernisierungsprozessen sowie deren gesellschaftliche Orientierungsfunktionen analysiert.[16] Weitere Arbeiten stammen von Matthew Cole, Karen Morgan und Kate Stewart, die zur ambivalenten Konstruktion verschiedener Tierkonzepte ein Schema zur "materiellen und diskursiven Positionierung" vorlegen, mit dem sich die soziokulturellen Ambivalenzen innerhalb verschiedener Tierkonstruktionen und damit verbundene Empathie-Potenziale und Behandlungsweisen erfassen lassen.[17] Die GSA forscht zur Frage der Erklärung dieser Differenzen in Gegenwartsgesellschaften theoretisch und empirisch.[18]

Forschungsschwerpunkt "Tiere in sozialen Interaktionen".
Ein zentraler Versuch, die Mensch-Tier-Beziehung auf Handlungs- und Interaktionsebene soziologisch-theoretisch zu fassen, wurde von Theodor Geiger unternommen.[19] Er analysiert die Möglichkeit einer sozialen Beziehung zwischen tierlichen und menschlichen Individuen, und kommt zu der Ansicht, dass eine solche Beziehung auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung[20] als ein Wesen mit Subjektqualität (Du-Evidenz), aufgebaut ist. Eine weitere Arbeit stammt von Gotthard Teutsch,[21] der von Geiger den Begriff der Du-Evidenz aufnimmt und eine Systematik der potenziellen Mensch-Tier-Beziehungen entwirft.[22] Gegenwärtig betont vor allem Wiedenmann in einer Theorie humanimalischer Interaktionssysteme, dass und wie Tiere an gesellschaftlichen Kommunikations- und Interaktionsprozessen teilnehmen.[23]

Auch die US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin Donna Haraway analysiert das Zusammenleben zwischen Menschen und Tieren, speziell mit Hunden.[24] Sie fasst die hier entstehende Form der interspezifischen Beziehung mit dem Begriff der companion species, in welcher Hund und Mensch sich wechselseitig als Akteure konstituieren. Du-evidente/individuelle Beziehungen zwischen Menschen und Tieren sind vor allem im Bereich der "Haustierhaltung" anzutreffen, welche bisher häufiger Untersuchungsgegenstand war. In den hier zu nennenden Studien geht es einerseits um Kommunikations- und Interaktionssituationen zwischen Menschen und tierlichen Akteuren,[25] speziell innerhalb der Mensch-Hund-Beziehung,[26] aber auch um die Funktionen, die "Haustiere" in verschiedenen sozialen und symbolischen Kontexten oder Kommunikationssituationen erfüllen.[27] Inwiefern dabei auch Mensch-"Haustier"-Beziehungen von Ambivalenzen und anthropozentrischen Zugängen geprägt sind, analysiert Esther Knoth.[28] Auch im Rahmen der Forschung der GSA sind Analysen zur Mensch-Tier-Interaktion entstanden, insbesondere zur Kommunikation von Familien mit ihren Hunden und zum Einfluss von Geschlecht auf den Umgang mit "Haustieren".[29]

Forschungsschwerpunkt "Das Mensch-Tier-Verhältnis als Herrschafts- und Gewaltverhältnis".
Ein weiterer Schwerpunkt der Analysen der Gesellschaft-Tier-Verhältnisse betrachtet diejenigen Bereiche, die sich durch Herrschafts-, Gewalt- oder Ausbeutungsstrukturen kennzeichnen. Zurückgegriffen wird in diesem Zusammenhang auf verschiedene soziologische Ansätze zu Gewalt und Herrschaft und es wird deren Anwendbarkeit geprüft, etwa auf die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx,[30] auf körpersoziologische Ansätze,[31] auf kritisch-sozialtheoretische Ansätze,[32] auf die Foucaultsche Machtanalytik[33] und auf die kritische Theorie Max Horkheimers und Theodor W. Adornos.[34] Als empfindungsfähige Subjekte können Tiere grundsätzlich Opfer von Gewalt und Machthandlungen werden. Fischer beleuchtet, wie in der Moderne die ihr eigenen Mechanismen und Transformationsprozesse zu einer Institutionalisierung von Macht- und Gewalthandlungen an Tieren beitragen und verwendet hierfür den Begriff der "Gewaltherrschaft über Tiere".[35]

David Nibert verwendet den Begriff des Unterdrückungsverhältnisses und legt hierfür eine historisch-materialistische Theorie vor.[36] Melanie Bujok wirft dabei die Frage auf, ob der Herrschaftsbegriff noch zureichend sei, um "das quantitative und qualitative Ausmaß der institutionalisierten und privaten Gewalt gegen Tiere begrifflich einzufangen".[37] Aus solchen Gründen schlagen einzelne Autoren und Autorinnen die Einführung neuer sozialwissenschaftlicher Kategorien vor, um die Komplexität der Herrschaftsbeziehungen gegenüber Tieren zu fassen. Von Noske etwa stammt der Begriff des "tierindustriellen Komplexes", [38] Erika Cudworth führt das Konzept der Anthroparchy als Alternative für den bisher vor allem moralphilosophisch gefassten Speziesimus-Begriff ein.[39]

Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Analyse sozialer Bedingungen, Mechanismen, Denkformen und Praktiken dar, die eine Gewaltherrschaft über Tiere - etwa durch unterschiedliche Rationalisierungs-, Normalisierungs- und Distanzierungsstrategien - (re)pro-duzieren.[40] Diese Techniken greifen sowohl auf der materiellen Ebene,[41] als auch auf einer kulturell-symbolischen, hier insbesondere auch sprachlichen Ebene.[42] Besonders sind diese Sozialtechniken und Strategien auch im Hinblick auf das Phänomen der Normalisierung des Fleischkonsums beziehungsweise der Fleischproduktion beschrieben worden.[43]

Während die zuvor dargestellten Arbeiten sich theoretisch-allgemein dem Phänomen der institutionellen Gewalt gegen Tiere widmen, befassen sich andere Arbeiten mit deren empirischer Untersuchung. Es wurde untersucht, wie verschiedene Gewaltverhältnisse jeweils durch eine bestimmte soziale Konstruktion der Tiere legitimiert werden und welche Umgangsstrategien die menschlichen Akteure bei einer gewaltförmigen Interaktion jeweils wählen. Dazu gehören unter anderem die Bereiche der Vivisektion, der agrarökonomischen "Tierproduktion" und der Jagd.[44] Auch private, in der Regel negativ sanktionierte Gewalt gegenüber Haustieren wird beleuchtet.[45]

Ein weiterer Teil der Arbeiten lässt sich einem intersektionalen Paradigma[46] zuordnen, gemäß dem untersucht wird, inwiefern eine durch Herrschaft und Unterdrückung geprägte Mensch-Tier-Beziehung in direktem Zusammenhang mit innermenschlichen Ausgrenzungsprozessen und Gewaltpraktiken steht. Den Autorinnen und Autoren zufolge verlaufen diese zum einen auf einer symbolischen Ebene, beispielsweise innerhalb von Diskursen, Ideologien, Metaphern und Differenzkonstruktionen,[47] zum anderen auf einer materiellen Ebene, innerhalb derer beispielsweise Gewalt- und Ausbeutungspraktiken gegen Tiere und Menschen ineinandergreifen oder aufeinander folgen. So untersucht Marjorie Spiegel die Verbindungen zwischen Sklaverei und Tierausbeutung,[48] Nibert analysiert Parallelen in der Unterdrückung von Tieren und Menschen aus zivilisationsgeschichtlicher Perspektive,[49] und mit dem Konzept des Human-Animal-Violence Links wird die Verbindung illegalisierter Gewalthandlungen gegenüber Tieren und gegenüber Menschen untersucht.[50] Weiterhin wurde aus feministischer Perspektive versucht, die Interdependenzen zwischen der Herrschaft über Tiere und einem hierarchisch geprägten Geschlechterverhältnis zu analysieren, und es wurde auf Parallelen zwischen Konstruktion von Geschlechtlichkeit und Konstruktion "des Tieres" hingewiesen.[51] Insbesondere wurden Untersuchungen zum Zusammenhang von Fleischkonsum und Geschlechterverhältnis beziehungsweise Konstruktion von Männlichkeit vorgelegt.[52]

Forschungsschwerpunkt "Wandel gesellschaftlicher Mensch-Tier-Verhältnisse".
Hier wird untersucht, wie sich die Muster des gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnisses über die Zeit wandeln. Zentrale Beiträge wurden hierzu von Wiedenmann geleistet, der derartige Muster und die ihnen zugrunde liegenden Semantiken in ihrer historischen Veränderung wissenssoziologisch analysiert und dabei auch Verbindungen zu zivilisationstheoretischen Ansätzen herstellt.[53] Umfassende Untersuchungen über den Wandel der Ideen- und Wissensgeschichte des Mensch-Tier-Verhältnisses sowie über das gegenseitige Aufeinander-Bezogen-Sein von Tieren und Menschen in der gesellschaftlichen Entwicklung stammen von Hartmut Böhme et al. und Paul Münch.[54]

In einer weiteren Forschungsrichtung dieses Schwerpunkts werden soziale Bewegungen erforscht, die auf den Wandel gesellschaftlicher Mensch-Tier-Verhältnisse abzielen. Im Vordergrund stehen dabei die Typisierung derartiger Bewegungen, ihre Entstehung und Entwicklung, ihre theoretische Fundierung, ihre Methoden und die Reaktionen ihrer Opponenten. Weiter geht es um ihren Beitrag zum Wandel des Gesellschaft-Tier-Verhältnisses.

Die Bewegungen lassen sich demnach in zwei unterschiedliche Strömungen unterteilen, in die Tierschutzbewegung (TSB), deren Ziel die Minderung von Tierleid durch Reformierung tiernutzender Praktiken und Industrien ist, und in die Tierrechts-/befreiungsbewegung (TRBB), deren Ziel die Abschaffung tiernutzender Praktiken und Industrien ist.[55] In der Forschung zur Entstehung und Entwicklung von TSB und TRBB wird die Geschichte spezifischer Organisationen untersucht, wofür theoretische Ansätze der sozialen Bewegungsforschung genutzt werden.[56] Wichtige Arbeiten zur deutschen TRBB stammen von Bujok und Aiyana Rosen, die theoretische Ansätze der sozialen Bewegungsforschung auf die TRBB anwenden.[57]

Ein weiterer Aspekt der Erforschung von TSBs und TRBBs ist deren ideologische beziehungsweise theoretische Fundierung. Hier sind Arbeiten von Lyle Munro und Lawrence Finsen/Susan Finsen zu nennen, die mittels Interviews und New Social Movement- und Resource Mobilization-Theorien philosophische, (öko)feministische und ökologische Argumentationsfiguren herausarbeiten.[58] Ferner befasst sich die Forschung zu den TSB und TRBB mit den Strategien dieser sozialen Bewegungen, der Analyse von Kampagnen, ihren Wirkungen und Erfolgsbedingungen.[59]

Während Strategien der TRBB meist das gesamte Spektrum gesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure adressieren, richten sich die Strategien von TSB oft an die Politik mit der Forderung, (wirksamere) Tierschutzgesetze zu erlassen. Erin Evans arbeitete in einer komparativen Studie heraus, wie kulturelle Faktoren, institutionelle Arrangements und ungeplante Ereignisse im Zusammenspiel mit der Bewegungsarbeit des Frame-Bridgings [60] eine Verankerung von Tierschutzaspekten in der deutschen und schweizerischen Verfassung ermöglicht haben.[61] Ein weiterer Strang der Erforschung von TSB und TRBB betrifft deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und die Reaktion ihrer Opponenten sowie staatlicher Organe.[62]

Resümee und Perspektiven der Human-Animal Studies

Human-Animal Studies sind ein aufstrebendes Forschungsgebiet, dessen akademische Etablierung insbesondere im deutschsprachigen Raum noch in den ersten Zügen liegt. Dennoch wurde bereits eine nennenswerte Zahl wissenschaftlicher Forschungen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten zum gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnis geleistet und publiziert. Wie bei einem jungen Forschungsgebiet nicht anders zu erwarten, gibt es jedoch noch viele Forschungslücken, die insbesondere auch die Sozialwissenschaften betreffen.

So mangelt es bisher aus unserer Sicht an empirischer Forschung, mit deren Hilfe die bisherigen theoretischen Ansätze überprüft und weiterentwickelt werden können. Zum Beispiel ist trotz einiger theoretischer oder empirischer Vorarbeiten zu den jeweiligen Faktoren das systematische Zusammenwirken zwischen institutionellen Konstellationen, gesellschaftlichen Akteuren, kulturellen Leitbildern und sozialen Mechanismen im gesellschaftliche Mensch-"Nutztier"-Verhältnis des gegenwärtigen Deutschlands weitgehend unerforscht.

Weiterhin verspricht eine Erforschung von spezifischen Ambivalenzen als Ausgangspunkt für gesellschaftlichen Wandel von Mensch-Tier-Verhältnissen Aufschluss über dessen Richtung, Dynamiken und konstitutive Elemente. Auch eine Einbeziehung einer historischen oder internationalen Vergleichsdimension sowie transnationaler Rahmenbedingungen erscheint für eine tiefergehende Analyse gesellschaftlicher Mensch-Tier-Verhältnisse geboten.

Natürlich können dies nur unvollständige Beispiele und Hinweise für weitere Forschungen darstellen, denn das potenzielle Forschungsfeld der HAS ist vielfältig, genau wie es die menschlichen Beziehungen zu Tieren und die gesellschaftlichen Bedeutungen von Tieren sind.
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Fußnoten

1.
Laut dem Industrieverband Heimtierbedarf lebten 2010 in deutschen Haushalten 8,2 Millionen Katzen, 5,3 Millionen Hunde, 5,3 Millionen Kleintiere und 3,5 Millionen Ziervögel. Vgl. Industrieverband Heimtierbedarf, Der deutsche Heimtiermarkt 2010, online: www.ivh-online.de/fileadmin/user_upload/
Der_Deutsche_Heimtiermarkt_2010_A4.pdf (26.1. 2012).
2.
Vgl. Statistik des Statistischen Bundesamtes, online: www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/
destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/02/
PD11__062__413,templateId=renderPrint.psml (25.1.2012).
3.
Vgl. Statistik des Deutschen Jagdschutz Verbandes, online: www.jagd-online.de/datenfakten/zahlenzurjagd/?meta_id=116 (26.1.2012).
4.
Vgl. Tierschutzbericht 2011, online: http://dip.bundestag.de/btd/17/068/
1706826.pdf (26.1.2012), S. 52.
5.
Alternative und inhaltlich sich zuweilen in Aspekten unterscheidende Begriffe sind Animal Studies, Critical-Animal Studies oder Anthrozoologie.
6.
Vgl. Rainer Wiedenmann, Tiervergessenheit in der Soziologie, in: PraxisSoziologie: Zwischen angewandter Sozialforschung und neuen Organisationskulturen. Verhandlungen der XII. Tagung für angewandte Soziologie des Berufsverbandes Deutscher Soziologinnen und Soziologen in Dortmund 2003. CD-Rom, Recklinghausen 2003; Julia Gutjahr/Marcel Sebastian, Die vergessenen Anderen. Zur (Nicht-)Anwesenheit der Mensch-Tier-Beziehung in der Soziologie, in: Birgit Pfau-Effinger/Sonja Buschka (Hrsg.), Gesellschaft und Tiere - Soziologische Analysen eines ambivalenten Verhältnisses, Wiesbaden 2012 (i.E.).
7.
Vgl. Thomas Lemke, Die Natur der Soziologie. Versuch einer Positionsbestimmung, in: Leviathan, 35 (2007) 2, S. 248-255, hier: S. 248.
8.
Vgl. R. Wiedenmann (Anm. 6).
9.
Vgl. Chimaira - Arbeitskreis für Human-Animal Studies (Hrsg.), Human-Animal Studies. Über die gesellschaftliche Natur von Mensch-Tier-Verhältnissen, Bielefeld 2011; Renate Brucker et al. (Hrsg.), Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung, Wiesbaden 2012 (i.E.); B. Pfau-Effinger/S. Buschka (Anm. 6).
10.
Vgl. R. Wiedenmann (Anm. 6).
11.
Vgl. Kenneth Shapiro, Editor's Introduction to Society and Animals, in: Society & Animals, 1 (1993) 1, S. 1f.
12.
Vgl. Birgit Mütherich, Die Soziale Konstruktion des Anderen - zur soziologischen Frage nach dem Tier, in: PraxisSoziologie (Anm. 6).
13.
Vgl. Richard Ryder, The Political Animal: The Conquest of Speciesism, Jefferson, NC 1998; Peter Singer, A Utilitarian Defense of Animal Liberation, in: Louis Pojman (ed.), Environmental Ethics, Stamford, CT 2001.
14.
Vgl. B. Mütherich (Anm. 12); dies., Die Problematik der Mensch-Tier-Beziehung in der Soziologie: Weber, Marx und die Frankfurter Schule, in: Dortmunder Beiträge zur Sozial- und Gesellschaftspolitik, 28 (2004); Barbara Noske, Die Entfremdung der Lebewesen: Die Ausbeutung im tierindustriellen Komplex und die gesellschaftliche Konstruktion von Speziesgrenzen, Wien 2008; Rainer Wiedenmann, Tiere, Moral und Gesellschaft, Wiesbaden 2008; ders., Die Tiere der Gesellschaft: Studien zur Soziologie und Semantik von Mensch-Tier-Beziehungen, Konstanz 2002; Michael Fischer, Tierstrafen und Tierprozesse - zur sozialen Konstruktion von Rechtssubjekten, Hamburg 2005; ders., Differenz, Indifferenz, Gewalt: Die Kategorie "Tier" als Prototyp sozialer Ausschließung, in: Kriminologisches Journal, 33 (2001) 3, S. 170ff.; Sonja Buschka/Jasmine Rouamba, Hirnloser Affe, blöder Hund? "Geist" als sozial konstruiertes Unterscheidungsmerkmal, in: B. Pfau-Effinger/S. Buschka (Anm. 6).
15.
Vgl. R. Wiedenmann (Anm. 6).
16.
Vgl. ebd.
17.
Vgl. Karen Morgan/Matthew Cole, The Discursive Representation of Nonhuman Animals in a Culture of Denial, in: Robert Carter/Nickie Charles (eds.), Humans and Other Animals: Critical Perspectives, London 2011; Kate Stewart/Matthew Cole, The Conceptual Separation of Food and Animals in Childhood, in: Food, Culture and Society, 12 (2009) 4, S. 457-476.
18.
Vgl. S. Buschka/J. Rouamba (Anm. 14); Achim Sauerberg/Tim Wierzbitza, Das Tierbild in der Agrarökonomie. Eine Diskursanalyse zum Mensch-Tier-Verhältnis, in: B. Pfau-Effinger/S. Buschka (Anm. 6); Maren Westensee, Die soziale Konstruktion des Erziehungsverhältnisses am Beispiel der Erziehung von Kindern und Hunden in der Gegenwartsgesellschaft, in: ebd.
19.
Vgl. Theodor Geiger, Das Tier als geselliges Subjekt, in: Forschungen zur Völkerpsychologie und Soziologie, 10 (1931), S. 283-307.
20.
Vgl. ebd., S. 293.
21.
Vgl. Gotthard Martin Teutsch, Soziologie und Ethik der Lebewesen. Eine Materialsammlung, Frankfurt/M.-Bern 1975.
22.
Vgl. ebd., S. 49f.
23.
Vgl. R. Wiedenmann 2008 (Anm. 14), S. 173-241.
24.
Vgl. Donna Haraway, The Companion Species Manifesto. Dogs, People, and Significant Otherness, Chicago 2003; dies., When Species Meet, Minneapolis 2007.
25.
Vgl. Clinton Sanders, Actions Speak Louder than Words: Close Relationships Between Humans and Nonhuman Animals, in: Symbolic Interaction, 26 (2003) 3, S. 405-426; Leslie Irvine, A Model of Animal Selfhood: Expanding Interactionist Possibilities, in:Symbolic Interaction, 27 (2004) 1, S. 3-21.
26.
Vgl. Clinton Sanders, Understanding Dogs, Caretaker's Attributions of Mindedness in Canine-Human Relationships, in: Journal of Contemporary Ethnography, 22 (1993) 2, S. 205-226; ders., Understanding Dogs: Living and Working with Canine Companions, Philadelphia 1999.
27.
Vgl. Jörg R. Bergmann, Haustiere als kommunikative Ressourcen, in: Hans-Georg Soeffner (Hrsg.), Kulturund Alltag, Göttingen 1988, S. 299-312.
28.
Vgl. Esther Knoth, Die Beziehung vom Menschen zum Heimtier zwischen Anthropozentrismus und Individualisierung - Ein Gegensatz?, in: Ilse Modelmog/Diana Lengersdorf/Mona Motakef (Hrsg.), Annäherung und Grenzüberschreitung: Konvergenzen Gesten Verortungen, Essen 2008.
29.
Vgl. Judith Badel, Welchen kommunikativen Stellenwert haben Haustiere? Eine kommunikationssoziologische Betrachtung der Mensch-Tier-Beziehung, in: B. Pfau-Effinger/S. Buschka (Anm. 6); Anne Beeger-Naroska/Tom Töpfer, Geschlecht als Prädiktor für Einstellungsunterschiede gegenüber eigenen Haustieren, in: ebd.
30.
Vgl. Bob Torres, Making a killing: the political economy of animal rights, Oakland, CA-Edinburgh 2008; Marco Maurizi, Marxismus und Tierbefreiung, in: Susann Witt-Stahl (Hrsg.), Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen. Beiträge zu einer kritischen Theorie für die Befreiung der Tiere, Aschaffenburg 2007, S. 97-108.
31.
Vgl. Melanie Bujok, Die Somatisierung der Naturbeherrschung. Körpersoziologische Aspekte der Mensch-Tier-Beziehung, in: Karl-Siegbert Rehberg (Hrsg.), Die Natur der Gesellschaft. Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006, 2 Bde., Frankfurt/M. 2008, S. 5116-5128.
32.
Vgl. John Sanbonmatsu (ed.), Critical Theory and Animal Liberation, Lanham, MD 2011.
33.
Vgl. Sven Wirth, Fragmente einer anthropozentrismus-kritischen Herrschaftsanalytik - Zur Frage der Anwendbarkeit von Foucaults Machtkonzepten für die Kritik der hegemonialen Gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnisse, in: Chimaira AK (Anm. 9), S. 43-84.
34.
Vgl. B. Mütherich 2004 (Anm. 14); Julia Gutjahr/Marcel Sebastian, Kritische Ansätze zum Mensch-Tier-Verhältnis in der deutschsprachigen Soziologie, in: B. Pfau-Effinger/S. Buschka (Anm. 6); S. Witt-Stahl (Anm. 30).
35.
M. Fischer 2001 (Anm. 14).
36.
Vgl. David Nibert, Animal rights/human rights: entanglements of oppression and liberation, Lenham 2002.
37.
Melanie Bujok, Zur Verteidigung des tierlichen und menschlichen Individuums. Das Widerstandsrecht als legitimer und vernünftiger Vorbehalt des Individuums gegenüber dem Sozialen, in: S. Witt-Stahl (Anm. 30), S. 325.
38.
B. Noske (Anm. 14).
39.
Vgl. Erika Cudworth, Complexity Theory and the Sociology of Natures, in: International Journal of Interdisciplinary Social Sciences, 2 (2007) 3, S. 351 ff.; dies., Social lives with other animals. Tales of sex, death and love, Basingstoke 2011.
40.
Vgl. M. Bujok (Anm. 37); M. Fischer 2001 (Anm. 14).
41.
Vgl. ebd., S. 179; R. Wiedenmann 2002 (Anm. 14), S. 37f.
42.
Vgl. B. Mütherich (Anm. 12); Joan Dunayer, Animal Equality. Language and Liberation, Derwood 2001; Arran Stibbe, Language, power and the social construction of animals, in: Society & Animals, 9 (2001) 2, S. 145-161.
43.
Vgl. Nick Fiddes, Fleisch. Symbol der Macht, Affoltern 2001; Carol J. Adams, The sexual politics of meat. A feminist-vegetarian critical theory, New York 1998, S. 40f.; K. Stewart/M. Cole (Anm. 17); Melanie Joy, Why we Love Dogs, Eat Pigs, and Wear Cows, San Francisco 2010.
44.
Vgl. Lynda Birke/Arnold Arluke/M. Michaels, The Sacrifice: How Scientific Experiments Transform Animals and People, West Lafayette 2006; Arnold Arluke/Clinton Sanders, Regarding Animals, Philadelphia 1996; Mary T. Philips, Savages, Drunks, and Lab Animals: The Researcher's Perception of Pain, in: Society & Animals, 1 (1993) 1, S. 61-81; Rhoda Wilkie, Livestock deadstock: food animals, ambiguous relations, and productive contexts, Philadelphia 2010; Richard Twine, Animals as biotechnology ethics, sustainability and critical animal studies, London-Washington 2010; Gary Marvin, Wild Killing. Contesting the Animal in Hunting, in: Animal Studies Group (ed.), Killing animals, Urbana 2006; Jan E. Dizard, Mortal stakes. Hunters and hunting in contemporary America, Amherst 2003.
45.
Vgl. Arnold Arluke, Just a Dog: Animal Cruelty, Self, and Society, Philadelphia 2006; Clifton P. Flynn, Acknowledging the 'zoological connection': A sociological analysis of animal cruelty, in: Society & Animals, 9 (2001) 1, S. 71-87.
46.
Der Begriff der Intersektionalität bezeichnet die Interdependenzen und Überschneidungen verschiedener Machtverhältnisse.
47.
Vgl. B. Mütherich (Anm. 12).
48.
Vgl. Marjorie Spiegel, The Dreaded Comparison: Human and Animal Slavery, New York 1997.
49.
Vgl. D. Nibert (Anm. 36).
50.
Vgl. Andrew Linzey (Hrsg), The Link between Animal Abuse and Human Violence, Eastbourne 2009; Frank Ascione, The abuse of animals and human interpersonal violence: Making the connection, in: ders./Phil Arok (eds.), Child abuse, domestic violence and animal abuse: Linking the circles of compassion for prevention and intervention, West Lafayette 1999; Clifton P. Flynn, Woman's best friend: pet abuse and the role of companion animals in the lives of battered women, in: Violence Against Women, 6 (2000) 2, S. 162-177; Frank Ascione/Claudia Weber/David S. Wood, The Abuse of Animals and Domestic Violence: A National Survey of Shelters for Women Who Are Battered, in: Society & Animals, 5 (1997) 3, S. 205-218.
51.
Vgl. Carol J. Adams, Neither Man nor Beast. Feminism and the Defense of Animals, New York 1995; dies./Josephine Donovan (eds.), Animals & Women. Feminist theoretical explorations, Durham-London 2006; Brian Luke, Brutal. Manhood and the exploitation of animals, Urbana 2007; Lynda Birke, Feminism, Animals and Science: The Naming of the Shrew, Buckingham-Philadelphia 1994; Doris Janshen, Frauen, Männer und dann auch noch Tiere. Zur kulturellen Integration des "Animalischen", in: Ilse Modelmog/Edit Kirsch-Auwärter (Hrsg.), Kultur in Bewegung. Beharrliche Ermächtigungen, Freiburg/Br. 1996.
52.
Vgl. C. J. Adams (Anm. 51); Julia Gutjahr, Interdependenzen zwischen Tierausbeutung und Geschlechterverhältnis - Fleischkonsum und die soziale Konstruktion von Männlichkeit, unveröffentlichte Diplomarbeit, Universität Hamburg 2012; Jovian Parry, Gender and slaughter in popular gastronomy, in: Feminism & Psychology,20 (2010) 3, S. 381-396; Erika Cudworth, 'Most farmers prefer Blondes': The Dynamics of Anthroparchy in Animals Becoming Meat, in: Journal for Critical Animal Studies, 6 (2008) 1, S. 32-45.
53.
Vgl. R. Wiedenmann 2008 (Anm. 14); ders. (Anm. 6).
54.
Vgl. Hartmut Böhme et al., Tiere. Eine andere Anthropologie, Köln u.a. 2004; Paul Münch, Tiere und Menschen. Geschichte und Aktualität eines prekären Verhältnisses, Paderborn 1998.
55.
Zur Typisierung vgl. James Jasper/Dorothy Nelkin, The Animal Rights Crusade: The Growth of a Moral Protest, New York 1992; Lawrence Finsen/Susan Finsen, The Animal Rights Movement in America From Compassion to Respect, New York 1994; Lyle Munro, Confronting Cruelty: Moral Orthodoxy and The Challenge Of The Animal Rights Movement, Leiden 2005.
56.
Vgl. J. Jasper/D. Nelkin (Anm. 55); L. Finsen/S. Finsen (Anm. 55); Mieke Roscher, Ein Königreich für Tiere. Die Geschichte der britischen Tierrechtsbewegung, Marburg 2009. Vgl. auch den Beitrag ders. in dieser Ausgabe.
57.
Vgl. Melanie Bujok, In sozialer Bewegung für Tiere. Die Tierrechtsbewegung und die Tierbefreiungsbewegung, in: PraxisSoziologie (Anm. 6); Aiyana Rosen, Vom moralischen Aufschrei gegen Tierversuche zu radikaler Gesellschaftskritik - Zur Bedeutung von Framing-Prozessen in der entstehenden Tierrechtsbewegung der BRD 1980-1995, in: Chimaira AK (Anm. 9), S. 279-334.
58.
Vgl. L. Munro (Anm. 55); L. Finsen/S. Finsen (Anm. 55).
59.
Vgl. Mieke Roscher, Bildgeschichtliche Analyse der visuellen Repräsentation der Tierrechtsbewegung, in: Chimaira AK (Anm. 9), S. 335-376; J. Jasper/D. Nelkin (Anm. 55); L. Munro (Anm. 55); L. Finsen/S. Finsen (Anm. 55).
60.
Frame-Bridging ist eine Strategie, welche die Forderung nach Rechten für Tiere mit aktuellen (menschlichen) gesellschaftlichen Interessen oder Problemen verbindet, um so ein größeres Mobilisationspotenzial zu erzeugen.
61.
Vgl. Erin Evans, Constitutional Inclusion of Animal Rights in Germany and Switzerland: How Did Animal Protection Become an Issue of National Importance?, in: Society & Animals, 18 (2010) 3, S. 231-250.
62.
Vgl. J. Jasper/D. Nelkin (Anm. 55); L. Finsen/S. Finsen (Anm. 55); John Sorensen, Constructing Terrorists: Propaganda about Animal Rights, in: Critical Studies on Terrorism, 2 (2009) 2, S. 237-256; Roger Yates, Criminalizing protests about animal abuse: Recent Irish experience in global context, in: Crime, Law, and Social Change, 55 (2011), S. 469-482; ders., Debating Animal Rights Online: The Movement-Countermovement Dialectic Revisited, in: Piers Beirne/Nigel South (eds.), Issues in Green Criminology, New York 2007.

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