Das Brandenburger Tor am Pariser Platz in Berlin.

Geschichte der Mauer

Noch am 15. Juni 1961 hatte Walter Ulbricht in einer Pressekonferenz geäußert: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Tatsächlich hatte die SED aber bereits seit 1958 eine Lösung favorisiert, die unter dem Stichwort "Operation Chinesische Mauer" die vollständige Abriegelung West-Berlins von der DDR vorsah. Dadurch sollte einem Zusammenbruch der DDR vorgebeugt werden. Als diese Idee in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 Wirklichkeit wurde, bekam das von Winston Churchill 1945 geprägte Schlagwort "Eiserner Vorhang" im Herzen Berlins eine konkrete Gestalt.

ORIGINAL-BU: Fragen der Weltpresse zum Deutschen Friedensvertrag und zum Westberlinproblem beantwortete der Vorsitzende des Staatsrates der DDR und Erste Sekretär des ZK der SED, Walter Ulbricht, am 15.6.1961 auf einer Internationalen Pressekonferenz in der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. Im grossen Festsaal des Hauses der Ministerien hatten sich etwa dreihundert Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen der DDR, Westdeutschlands, Westberlins, aus sozialistischen und imperialistischen Ländern sowie aus jungen Nationalstaaten versammelt.
UBz: Walter Ulbricht bei seinen Ausführungen.
V.l.n.r.: Hermann Axen, Chefredakteur des "Neuen Deutschland"; Gesandter Kegel; Walter Ulbricht; Kurt Blecha

Hope M. Harrison

Walter Ulbrichts "dringender Wunsch"

Um den Flüchtlingsstrom einzudämmen und seine Macht zu festigen, drängte Ulbricht jahrelang die Sowjetunion, der Schließung der Grenze in Berlin zuzustimmen. Die sowjetischen Machthaber widersetzten sich bis Ende Juli 1961. Weiter...

ORIGINAL-BU: Der Erste Sekretär des ZK der KPdSU, N.S. Chruschtschow, besuchte am 17.1.63 in Begleitung des Ersten Sekretärs des ZK der SED, Walter Ulbricht, (rechts) den Grenzkontrollpunkt Friedrichstraße [Checkpoint Charly] in Berlin. Freundlich winkte Chruschtschow den sich auf der anderen Seite befindenden Westberlinern zu. Zwischen Chruschtschow und Ulbricht der Sekretär des ZK der KPdSU, Boris Ponomarjow.

Gerhard Wettig

Chruschtschow, Ulbricht und die Berliner Mauer

Im November 1958 leitete Chruschtschow mit dem Berlin-Ultimatum die längste Krise des Kalten Krieges ein. Die Grenzschließung in Berlin, die er nie gewollt hatte. Weiter...

Die Bösebrücke an der Bornholmer Straße in Berlin, Ende 1961.

Gerhard Sälter

Reaktionen auf den Mauerbau in Berlin und der DDR

Wie reagierte eigentlich die Bevölkerung der DDR auf den Mauerbau und den damit einhergehenden zunehmenden Anpassungsdruck im SED-Staat? Ein Bericht über den Schockzustand der ostdeutschen Gesellschaft. Weiter...

Fassungslos sahen die Bürger in beiden Teilen Berlins dabei zu, wie ihre Stadt durch Stacheldrähte und Betonmauern geteilt wurde (hier: Bürger auf der Westberliner Seite).

Daniela Münkel

Mauerbau und Staatssicherheit

Das MfS berichtete über die Grenzschließung sowie über Reaktionen der Bevölkerung und der Westalliierten. Neue Dokumente geben Aufschluss über die Rolle des MfS beim Mauerbau und die Lage in der DDR. Weiter...

Elena Demke

Mauerbilder in Ost und West

Bilder von der Mauer erlangten schon bald nach deren Bau einen festen Platz im kollektiven Bild-Gedächtnis des Kalten Krieges in Ost und West. Es etablierte sich ein "Set" von Motiven, die als Gegen-Bilder nicht nur semantisch aufeinander bezogen waren, sondern auch ikonografisch korrespondierten. Weiter...

Gedenkkreuze für Opfer der Berliner Mauer an der Ebertstraße in Berlin, nahe dem Bundestag. Ganz rechts das Kreuz für den im Februar 1989 - neun Monate vor dem Mauerfall - erschossenen Chris Gueffroy.

Hans-Hermann Hertle

"Grenzverletzer sind festzunehmen oder zu vernichten"

Der Schießbefehl war der entscheidende Eckpfeiler des DDR-Grenzregimes. Nur so war eine abschreckende Wirkung zu erzielen, um die massenhafte Flucht der Bevölkerung zu unterbinden. Weiter...

Berlins Regierender Bürgermeister, Willy Brandt, hält am 16. August 1961 eine Rede vor dem Schöneberger Rathaus, in der er den Bau der Berliner Mauer scharf verurteilt.

Willy Brandt

Erklärung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, auf einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses am 13. August 1961

In einer scharfen Rede von historischer Bedeutung bezog Willy Brandt als Regierender Bügermeister von Berlin im August 1961 Stellung zum Mauerbau. Den Machthabern der DDR warf er vor, "[...] ihre eigene Bevölkerung einzusperren". Weiter...

Nach dem Bau der Berliner Sperrmauer besuchte Bundeskanzler Konrad Adenauer am 22.8.1961 Berlin (West). Rechts neben ihm der Regierende Bürgermeiser Willy Brandt.

Konrad Adenauer

Erklärung von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer am 13. August 1961

Die Ereignisse im August 1961 bildeten einen Höhepunkt des Kalten Krieges – eine militärische Konfrontation der West-Alliierten mit der UdSSR schien möglich. Weiter...

Auf einer Kundegebung vor dem Schöneberger Rathaus spricht der SPD-Ehrenvorsitzende Willy Brandt zu Berlinern aus beiden Teilen der Stadt.

Willy Brandt

Rede von Willy Brandt am 10. November 1989 vor dem Rathaus Schöneberg

Am 10. November 1989, noch bevor das Ende der DDR sichere Sache war und das SED-Regime sogar überlegte, mit Spezialeinheiten der NVA eine weitere Eskalation der Lage zu verhindern, sah Willy Brandt die deutsche Einheit in greifbarer Nähe: "Berlin wird leben und die Mauer wird fallen." Weiter...

Am Brandenburger Tor wurde die Mauer in der Nacht zum 22. Dezember geöffnet. Die Mauersegmente weichen einer Grenzübergangsstelle für Fußgänger.

Anna Kaminsky

"... es gibt gute Gründe, den 13. August nicht aus dem Auge zu verlieren."

Die Berliner Mauer wurde nach 1990 zunächst aus dem Berliner Stadtbild verdrängt, bis zunehmend auf diese Leerstelle hingewiesen wurde. Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus zeichnet es sich nun ab, dass die Erinnerung an die Mauer das Gedenken an die SED-Diktatur dominieren könnte. Weiter...

Touristen vor dem Mauermuseum am Checkpoint Charlie.

Sybille Frank

Der Mauer um die Wette gedenken

Historische Stätten haben und machen in Deutschland Konjunktur, wobei der Anteil privater Angebote steigt. Die Vorgänge am Checkpoint Charlie belegen die Entstehung einer Heritage-Industrie. Weiter...

An der österreich-ungarischen Grenze wird der Stacheldraht eingerollt.

Zeitleiste

Chronik der Mauer: Mai 1989

Der Abbau des Stacheldrahtzaunes zwischen Ungarn und Österreich, die drohende Zahlungsunfähigkeit der DDR sowie der Besuch US-Präsident George Bushs in der Bundesrepublik: Die Zeitleiste bietet eine Chronik der Ereignisse vom Mai 1989 in Bildern. Eine barrierefreie Version ist unter www.chronik-der-mauer.de zu finden. Weiter...

 

Online-Angebot

Chronik der Mauer

28 Jahre war die Berliner Mauer Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. In zeitlicher Abfolge werden Ursachen, Verlauf und Folgen von Mauerbau und Mauerfall durch Texte, Film- und Tonmaterial, Fotos und Zeitzeugeninterviews dargestellt. Weiter... 

Teaser Jugendopposition in der DDROnline-Angebot

Jugendopposition in der DDR

Ausgezeichnet mit Grimme Online Award: Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Videos, Fotos und Dokumenten. Weiter... 

kinofenster.de-LogoOnline-Angebot

Kinofenster.de: Friendship!

Go West! Von Ost-Berlin nach New York und dann Richtung San Francisco – die Geschichte einer abenteuerlichen Reise im Jahr 1989. Kinofenster.de bietet passende filmpädagogische Begleitmaterialien für den Schulunterricht. Weiter...