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Schweickershausen | bpb.de

Schweickershausen aus der Serie Grenzland

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Klingt fränkisch, wirkt fränkisch, ist aber nicht fränkisch: Schweickershausen liegt im thüringischen Landkreis Hildburghausen. Zu DDR-Zeiten hatte Bürgermeister Ulrich Klette alle Mühe, um Baumaterial für die Fachwerkhäuser zu organisieren.

Klingt fränkisch, wirkt fränkisch, ist aber nicht fränkisch. Das schon mehrfach ausgezeichnete Dorf Schweickershausen im thüringischen Landkreis Hildburghausen ist ganz in Fachwerkbauweise errichtet. Als es im Westen als schick galt, das Fachwerk unter weißem Putz verschwinden zu lassen, machte man im Osten aus der Not eine Tugend. Neue Baumaterialien gab es nicht, also tauschten die Bauern Gemüse und Wurst gegen ausrangierte Balken und erhielten so ihre Fachwerkhäuser. Bürgermeister Ulrich Klette hatte zu DDR-Zeiten ebenfalls alle Hände voll damit zu tun, Baumaterialien zu organisieren. Als er jedoch auch dem Pfarrer aushalf, wurde er zum Rat des Kreises zitiert: "Genosse Bürgermeister, arbeitest du mit dem Pfarrer politisch zusammen?" Nein, tat er nicht, er half nur bei der Sanierung. Weitermachen, befahl der Rat des Kreises. Die Kirche von Schweickershausen konnte man schließlich vom Bayernturm aus sehen, wo sich am Wochenende Hunderte von Leuten tummelten, um aus 38 Meter Höhe ein Blick auf die Grenzanlagen zu werfen. Die im Westen sollten schließlich mitkriegen, dass die DDR auch etwas für die Kirchen tat.

Idee, Konzeption und Fotografie: Stephan Morgenstern

Interviews: Michaela Böhm, Margot Unbescheid, Erla Bartmann

Fussnoten