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68er Dossier

Jahre der Rebellion

Es waren Jahre des Aufbruchs und der Rebellion: Notstandsgesetze, das Fehlen einer starken Opposition im Bundestag und eine erstarrte Gesellschaft waren wesentliche Ursachen für die Bildung der Außerparlamentarischen Opposition (APO) – aber auch die immer noch mangelhafte Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Dem Umbruch der Bundesrepublik in dieser Zeit folgten Prozesse der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Modernisierung.

Am 30. 5. 1968 verabschiedet die Große Koalition eine Notstandsverfassung, die den Staatsorganen die Abwehr innerer und äußerer Notlagen erleichtern sollte. In bundesweiten Protesten warnten Demonstranten vor angeblich autoritären Zügen der jungen Demokratie. Foto: Günter Zint

Katrin Hammerstein

Wider den Muff von 1000 Jahren

Welche Bedeutung hatte der Nationalsozialismus für die 68er Bewegung? Die Meinungen gehen auseinander: Die einen betrachten die 68er als logische Konsequenz der damals noch nicht aufgearbeiteten NS-Zeit. Andere werfen ihnen vor, die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ignoriert zu haben. Weiter...

Die 68er-Bewegung hatte auch neue Demonstrationsformen hervorgebracht: Dieses "Beerdigungshappening" in Berlin sollte die Beerdigung der Berliner Justiz zum Ausdruck bringen. Foto: AP

Rudolf Walther

Ein direkter Weg von der Spassguerilla zum Terrorismus?

Im April 1967 waren die "Waffen" der Kommune I Rauchkerzen, Farbbeutel, Pudding und Mehl. Doch im Laufe der Zeit radikalisierten sich Teile der Bewegung – vor allem durch den Besuch des Schahs und nach der Erschießung Benno Ohnesorgs. Weiter...

Nachdem die Düsseldorfer Kunstakademie den Kunstprofessor Joseph Beuys entlassen hatte, traten seine Studenten aus Protest in den Hungerstreik. Foto: AP

Cara Schweitzer

"Das erweiterte Bewusstsein ist die Intuition"

Intuitionskiste, Müllsäcke und Exkremente: Die Künstler der 68er Generation provozierten die Welt der schönen Künste. In ihren Augen war Kunst ein gesellschaftspolitisches Statement. Noch heute haben Künstler wie Joseph Beuys und Sigmar Polke Einfluss auf das Schaffen junger Künstler. Weiter...

Mai 1968 in Saarbrücken: Karl Dietrich Wolff (Sozialistischer Deutscher Studentenbund - SDS ), Daniel Cohn-Bendit and Gaston Savatore (von links nach rechts). Foto: AP

Axel Schildt

Neue Linke und Studentenbewegung

Bereits in den frühen 60er Jahren bildete sich international eine Bewegung, besonders unter Studenten, die später als "New Left" bezeichnet wurde: in Abgrenzung zur Sozialdemokratie - aber auch zum Kommunismus. Weiter...

Herbert Marcuse: Seine Schriften hatten großen Einfluss auf die Studentenbewegung in Europa und Übersee. Foto: AP

Wolfgang Kraushaar

Denkmodelle der 68er

Die 68er-Bewegung war vor allem eines: Kritik an den bestehenden Verhältnissen - am Überkommenen, dem Traditionsbestand der Gesellschaft. Dabei wurden Argumente dem Marxismus, der Psychoanalyse oder der Kapitalismus- und Imperialismustheorie entnommen. Weiter...

Das Lied von Wolf Biermann "Du, lass Dich nicht verhärten/In dieser harten
Zeit" wurde so etwas wie die heimliche Hymne der "anderen DDR". Foto: AP

Stefan Wolle

Die versäumte Revolte: Die DDR und das Jahr 1968

Einen Steinwurf weit tobte die Revolte, doch dazwischen lag die Mauer und niemand durfte es dort wagen, auf wen auch immer mit Steinen zu schmeißen. Stefan Wolle beschreibt seine Jugend im Osten Berlins. Weiter...

Gerd Poppe

Gerd Poppe

"Wir hofften auf Freiräume"

Gerd Poppe erlebt das Jahr 1968 in der DDR. Eingeschlossen in einem autoritären Staat bringt er der antiautoritären Studentenbewegung im Westen große Sympathie entgegen. Und der Prager Frühling weckt die Hoffnung auf Veränderungen auch in der DDR. Weiter...

Kristina Schulz

Ohne Frauen keine Revolution

Freigabe der Anti-Baby-Pille, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und Abschaffung des Paragraphen 218: Die Forderungen der Neuen Frauenbewegung waren vielfältig. Doch zunächst mussten die Frauen gegen die von Männern dominierte Protestbewegung selbst kämpfen. Weiter...

Anlässlich der Demonstration gegen den Berlin-Besuch des Schah von Persien am 2. Juni 1967 verteilten Mitglieder der Kommune I Papiertüten mit Karikaturen des Herrscherpaares. Foto: Benjamin Pritzkuleit / '68 - Brennpunkt Berlin

Kathrin Fahlenbrach

Zwischen Faszination, Grauen und Vereinnahmung

Happenings, Sit-Ins, öffentliches Leben in der Kommune – die Revolte der 68er war auch ein mediales Ereignis. Die Medien wurden beschimpft und bekämpft und zugleich gezielt für die Mobilisierung der Öffentlichkeit genutzt. Weiter...

Bildergalerie

Bildergalerie

Denker

Adorno, Horkheimer, Marx, Marcuse: Wer waren die Vordenker der 68er? Und wessen Schriften lasen die 68er um ihre Forderungen theoretisch zu untermauern? Die Illustrationen entwickelten Design-Studenten der FH Aachen unter Leitung von Prof. Ilka Helmig. Weiter...

Auch in Deutschland versuchten Studenten, die Arbeiter von ihren Zielen zu überzeugen. Foto: Günter Zint

Jahre der Rebellion

68 in den Betrieben

Mitsprache, Demokratisierung und individuelle Teilhabe waren zentrale Forderungen der 68er-Bewegung – auch in den Betrieben. Die bestehenden Mitbestimmungsgesetze wurden als unzureichend und destruktiv kritisiert. Die Intensität der Kritik führte schließlich in den 70er Jahren zu einer Überarbeitung der Gesetze. Weiter...

Redefreiheit

Bildergalerie

Protestformen

Die 68er-Revolte war die erste Protestbewegung, die gezielt die Medien für die Verbreitung ihrer Forderungen nutzte. Dafür wurden anfangs neue, überraschende und photogene Protestformen eingesetzt. Doch im Laufe der Bewegung wurden immer öfter aus Demonstrationen gewalttätige Ausschreitungen. Die Illustrationen entwickelten Studenten des Fachbereichs Design der FH Aachen unter der Leitung von Prof. Ilka Helmig. Weiter...

Reisen, Fortbewegung und Musik vereinten die Hippiebewegung in Europa und den USA und machten die 68er zu einer internationalen Bewegung. Hier: Hippies auf dem  Woodstockfestival 1969. Foto: AP

Detlef Siegfried

Sound und Revolte

Lange Haare, laute Musik und Drogen: Jugendliche schufen sich in den 68ern ihre eigene private Gegenkultur. Der wachsende wirtschaftliche Wohlstand machte es möglich. Wer etwas auf sich hielt, reiste ins Swinging London oder nach Kopenhagen. Hier galt das Verhältnis zwischen den Generationen als entspannter. Weiter...

Die Einführung der Anti-Baby-Pille im Jahre 1961 war der Startschuss zur "sexuellen Revolution". Foto: AP

Dagmar Herzog

Orgasmen wie Chinaböller

1961 kam die Antibabypille auf den Markt und revolutionierte die Sexualkultur der Deutschen: Schwangerschaftsabbrüche gingen zurück, Frauen begannen ihre sexuellen Bedürfnissen sorgenfrei auszuleben. Am 9. Mai 1969 hob der Bundestag schließlich die Strafbarkeit homosexueller Handlungen auf: Die Schwulen- und Lesbenbewegung erlebte einen enormen Aufschwung. Weiter...

Rudi Dutschke gilt als einer der führenden Ideologen der deutschen Studentenbewegung.

Wolfgang Kraushaar

Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf

Der komplexe Zusammenhang zwischen 68er-Bewegung und der RAF findet in Rudi Dutschke seine Personifikation. Dutschke war zwar einer der ideellen Begründer des Konzepts "Stadtguerilla" - aber entschiedener Gegner des Terrorismus. Weiter...

Martin Goldstein wurde 1927 geboren. 1967 veröffentlichte er das Aufklärungsbuch "Anders als bei Schmetterlingen". Von 1969 bis 1984 war er der "Dr. Sommer" der BRAVO. Heute lebt Martin Goldstein in einer WG in Kaarst. Foto: bpb

68er: Zeitzeuge

Die sexuelle Revolution

Martin Goldstein war 1969 der erste "Dr. Sommer" der BRAVO. Im bpb- Interview erzählt er von der rigiden Sexualmoral der 50er Jahre, wie die 68er dagegen rebellierten und warum sexuelle Aufklärung seiner Meinung nach "Quatsch" ist. Weiter...

Sprache als zentrales Medium der Unterscheidung: SDS-Aktivist Jürgen Krahl während der Frankfurter Uni-Besetzung 1968. Foto:&nbsp;AP

Joachim Scharloth

Revolution der Sprache?

Die 68er-Bewegung war eine Rebellion gegen die herrschende Ordnung. "Unordentliche" Kleidung, lange Haare und offene Verstöße gegen Benimmformen waren Ausdruck dieser Rebellion. Auch in der Sprache und Kommunikationsritualen sorgten die 68er für reichlich Unordnung. Weiter...

Joachim Lautensack

Joachim Lautensack

Lebensgefühl junger Polizisten

Joachim Lautensack begann seine Ausbildung zum Polizisten 1971. In Absperrlinien stand er Demonstranten gegenüber, die genauso jung waren wie er, auf die gleiche Musik abfuhren und sich gegen autoritäre Erzieher und verstaubte Werte auflehnten. Weiter...

Die Kinder der 68er wurden Teil der Revolte. Fragen der Erziehung und
Debatten um Autorität wurden besonders in Deutschland geführt.
Bild: Günter Zint

Meike Sophia Baader

Erziehung und 68

Antiautorität war das Schlagwort der 68er Bewegung und damit wurden radikal alle traditionellen Erziehungsmodelle in Frage gestellt. Der Beginn eines gesellschaftlichen Werteverfalls oder eine notwendige Reform des Bildungssystems? Weiter...

Jürgen Flimm

Video

"68 war eine den Wunden der Zeit zugeneigte Art"

Jürgen Flimm spricht in unserem Interview über die Zustände an den Münchner Theatern 1968, über die neue Rolle des Regisseurs als Kommentator eines Stückes und die Notwendigkeit, etwas zu tun. Weiter...

 

Online-Angebot

Kinofenster.de: We Want Sex

Nigel Coles Sozialkomödie erinnert an den Streik in Dagenham 1968, als erstmals in der britischen Geschichte Frauen für ihre Rechte kämpften. Kinofenster.de bietet passende filmpädagogische Begleitmaterialien für den Schulunterricht. Weiter...