DDR-Demonstration, Ministerium für Staatssicherheit Stasi, Überwachungsmonitore

Zielstellung, Redaktion und weitere Planung

1.8.2017
Das bpb-Dossier "Stasi" beschreibt Geschichte, Aufbau, Strategien, Arbeits- und Wirkungsweise des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und dessen Einordnung in das Machtsystem von SED und KPdSU, aber auch die Überwindung der DDR-Geheimpolizei im Verlauf der Friedlichen Revolution in der DDR und die Lehren aus diesem Prozess. Im weitesten Sinne geht es um Diktaturforschung am Beispiel der DDR-Geheimpolizei.
Stasiakten, StasiarchivBlick in ein Aktenregal im Stasiarchiv (© Holger Kulick)

Vorrangig soll das Dossier den Bildungsansprüchen und Fragestellungen jener Generationen nachkommen, die keine eigenen Diktaturerfahrungen und keinen Bezug mehr zur DDR, SED und Stasi haben. Hinzu kommen Vergleichsaspekte mit Geheimdiensten und Diktaturen aus Vergangenheit und Gegenwart, um jungen Leuten Bezugspunkte und Reflexionsansätze anzubieten, sowie Kriterien für die Diskussion, was einen Rechtsstaat auszeichnet und was einen Unrechtsstaat. Bisher haben sich 49 Autorinnen und Autoren an dem Dossier beteiligt, weitere sind angefragt. Das Dossier wird bis Mitte 2017 kontinuierlich durch weitere Textbeiträge, Stasi-Dokumente, Fotos und Filme ergänzt.

Folgende Fragestellungen stehen im Mittelpunkt:
1) Definition und Geschichte: Stasi - was war das?
2) Tätigkeitsfelder: Welche Aufgaben hatte das MfS und wie ging die Stasi vor?
3) Akteure: Wer nutzte und steuerte das MfS, wer half der Geheimpolizei?
4) Entmachtung: Wie gelang es Bürgern, ihre Angst vor der Stasi und infolge das MfS zu "besiegen"?
6) Aufarbeitung: Wie wurde Aufarbeitung hierzulande durch- und umgesetzt und wie zugänglich sind die Akten von Geheimpolizeien in anderen osteuropäischen Ländern?
7) Lehren: Welche Schlussfolgerungen ziehen Wissenschaft und Pädagogik?
8) Linktipps: Wo gibt es vertiefende Informationen?
9) Videos: Lehrfilme der bpb sowie Fernsehberichte aus politischen Magazinen in ARD, ZDF und SPIEGEL-TV über die Aufarbeitung der Stasi erleichtern lehrreiche Zeitsprünge zurück.

Herausgeber
Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn © 2016/17
ViSdP: Thorsten Schilling
schilling@bpb.de

Konzeption, Projektleitung & Redaktion
Holger Kulick
kulick@bpb.de

Mit Unterstützung von
ARD, BStU, Bundesarchiv, Bürgerkomitee 15. Januar e.V., Robert-Havemann-Gesellschaft, SPIEGEL-TV, ZDF. Ein besonderer Dank gilt Helmut Stumpf und allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen im Archiv der Stasi-Unterlagen-Behörde für die ausgiebige Dokumentensuche. PDF-Kopien werden nach und nach in die Texte eingebaut. Öffentlich vorgestellt wird das Dossier am 20.1.2017 im Rahmen der Geschichtsmesse Suhl der Bundesstiftung Aufarbeitung. Eine erste Präsentation gab es am 14.11.2016 im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdebatte der bpb in Berlin Aufarbeiten, Aussöhnen? Aufhören?. Ein Video-Mitschnitt folgt in Kürze.

Umsetzung
Sonia Binder
Julia Schiefer
3pc GmbH - Neue Kommunikation
www.3pc.de

Autorinnen und Autoren
Lasha Bakradze Aufarbeitung mit deutscher Hilfe in Georgien
Klaus Bästlein Der 15. Januar 1990. Ein Stasi- statt Bürgererfolg? und: Erich Mielke - ein Portrait (im Januar 2018)
Laszlo Levente Balogh Ungarn: Skandalisierung statt Aufarbeitung?
Karl-Heinz Baum Kein Indianerspiel. Stasi und Westmedien.
Johannes Beleites Der verhasste Freiraum Kirche
Wolf Biermann über seine Stasi-Akten, Aufarbeitung und politische Kultur
Marianne Birthler Das Ringen um Auflösung und Akten 1989 bis 1992
Christian Booß Der 15. Januar 1989. Ein Bürgererfolg ohne zentrale Regie
Reinhard Buthmann Wie das MfS Betriebe lenkte
Christian Dellit Das Ende der Stasi in Suhl
Elena Demke Bildungsrezepte: Anregen, nicht belehren.
Rainer EckertDie Stasi an Universitäten
Gunter Gerick Das MfS in der Provinz. Am Beispiel Karl-Marx-Stadt
Jens Gieseke MfS-Geschichte in drei Etappen
David Gill; Machtkampf - Das Ringen zwischen Bürgerkomitee und Stasi-Führung 1990 (im September 2017)
Eckhart J. Gillen Stasi und Bildende Kunst
Jonila Godole Deutschland als Aufarbeitungsmusterland für Albanien
Corinna Haas Die Snowden-Archive. Erben der DDR-Bürgerbewegung?
Georg Herbstritt; Stasi und Rumäniens Securitate (im August)
Hans-Hermann Hertle Die Stasi und die Pleite der DDR-Volkswirtschaft
Roland Jahn Angst überwinden
Axel Janowitz Vom historischen Ort zum Lernort - die ehemalige Stasi-Zenrale
Tytus Jaskulowski Die Stasi und Polens Geheimdienst MSW
Stephan KonopatzkyDie Besetzung der Stasi im September 1990 und ihre Folgen. Eine Bilanz
Juliane Kraus Heute in der Normannnstraße: Fußball auf dem Stasiflur
Fabian Krüger Interview mit IM Jochen alias Andreas Schmidt-Schaller
Ilko-Sascha Kowalczuk "Einmal Stasi - immer Stasi?" Der Fall Andrej Holm
Holger Kulick Definition: Die Stasi als Angstmacher und: Der Riss durch die Stasi 1989/90 (im Dezember 2017)
Hanna Labrenz-Weiss Die Stasi-Postkontrolle
Peter Joachim Lapp Fluchtverhinderung als Ziel - Die Stasi an der Grenze
Bernd Lippmann Stasithemen für's Abitur
D. Jörg List Erlebte Angst. Ein Augenzeugenbericht aus Karl-Marx-Stadt (Quellentext)
Claus Löser Stasi im Film
Thomas Lutz Stasi = Gestapo?
Angela Marquardt Jugendliche IM
Susanne Muhle Wie das MfS Menschen entführen ließ
Mohamad Osman Heute in der Normannnstraße: Fußball auf dem Stasiflur
Gerald Praschl Neinsager - Verweigern war möglich
Bernd Roth Selbstinterview eines Stasi-Majors
Christian Sachse Verschleierte Zwangsarbeit für westliche Firmen
Peter Schaar Und heute? Die Lehren aus der Stasi für Staatsbürger
Madlen Schäfer Waffenhilfe für Syrien
Andreas Schmidt-Schaller "Doppelte Angst" - Ein Interview mit IM Jochen
Annika Schulze Heute in der Normannnstraße: Fußball auf dem Stasiflur
Anna Schor-Tschudnowskaja Das Stasi-Vorbild KGB
Jochen Staadt Franz Josef Strauß und die Stasi
Walter Süß Verzahnung der Stasi mit dem KGB
Morris Tellock Interview mit IM Jochen alias Andreas Schmidt-Schaller
Tatiana Timofeeva Die mühsame Aufarbeitung des KGB
Stefan Trobitsch-Lütge Psychofolgen bis heute
Eugenie von Trützschler; Die Stasi in der CSSR (im September 2017)
Bernd Wagner Stasi und Neonazis
Joachim Walter Stasi und Literatur
Peter Wensierski Observierte Stasi in Leipzig
Stefan Wolle Das Feindbild der Stasi
Peter Wurschi Kreative Orte zum Nachdenken gesucht

Weitere Texte sind angefragt. In Kürze folgen Beiträge über die Aufarbeitung in Tschechien und Rumänien, über Verbindungen der Stasi zum BND, über Erich Mielke, und über die innere Zerstrittenheit der DDR-Geheimpolizei im Herbst 1989.

Fotos: Das Copyright für alle abgebildeten Stasi-Dokumente (auch auszugsweise) liegt gemäß dem Stasi-Unterlagen-Gesetz bei der Stasi-Unterlagen-Behörde (www.bstu.de). Bilder und Dokumente aus anderen Quellen und von privaten Fotografen werden in der Regel unter den entsprechenden Fotos genannt. In den Fällen, in denen es nicht gelang, die Rechteinhaber an Abbildungen, Texten oder Videoausschnitten zu ermitteln, bleiben Honoraransprüche gewahrt.

Links: Die bpb übernimmt keine Haftung für die Inhalte von Publikationen oder Websites, zu denen aufgrund von thematischen Bezügen Online-Verlinkungen gesetzt worden sind oder auf die in Fußnoten oder Literaturangaben verwiesen wird.

Für Hinweise, Kritik und Ergänzungsvorschläge sind wir sehr dankbar.
Bitte mailen Sie an: holger.kulick@bpb.bund.de.


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

 
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