"Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig.

Der Untergang der Weimarer Republik

Die Weimarer Republik war der erste praktische Versuch in der Geschichte, Deutschland eine demokratische Staatsform zu geben. Doch sie hatte es von Anfang an schwer: Ihr fehlte es an Rückhalt in der Bevölkerung, an Geschlossenheit und Unterstützung durch die exekutive Gewalt. Massenarbeitslosigkeit, Kriegsschäden und Reparationsforderungen aus dem ersten Weltkrieg lasteten schwer auf der jungen Demokratie. Europaweit erlangten antidemokratische Strömungen Aufwind. In Deutschland wuchs mit dem Nationalsozialismus eine Massenbewegung, die vielen Bürgerinnen und Bürgern ein Ende des politischen Chaos versprach.

Max Koner (1854–1900): Kaiser Wilhelm II., Öl auf Leinwand, 1890.

Reinhard Sturm

Vom Kaiserreich zur Republik 1918/19

Die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg war zugleich das Ende des Kaiserreichs: Wilhelm II. dankte ab, in den Wirren der darauffolgenden Revolution wird die Republik ausgerufen. Zunächst steht die Frage nach dem zukünftigen System – parlamentarische Demokratie oder Rätesystem – zur Diskussion. Im August 1919 tritt die Weimarer Verfassung in Kraft. Weiter...

Philipp Scheidemann rief am 9. November 1918 vom Fenster des Reichstagsgebäudes die Republik aus.

Reinhard Sturm

Kampf um die Republik 1919 - 1923

Schon die ersten Jahre der Weimarer Republik erwiesen sich politisch als äußerst schwierig: Die Last der Reparationszahlungen, die fehlende Akzeptanz der neuen Staatsform in der Bevölkerung und ein aufkeimender Extremismus stellten die junge Demokratie vor eine Zerreißprobe. Weiter...

Undatiertes Schwarz-Weiß-Foto: Der deutsche Reichspräsident (1919-1925) Friedrich Ebert, Mitte, mit dem Oberbürgermeister von Köln (1917-1933 und einige Monate 1945) Konrad Adenauer, rechts, und weiteren Personen auf offener Straße in den 1920er Jahren.

Reinhard Sturm

Zwischen Festigung und Gefährdung 1924-1929

Nach den ersten Krisenjahren der Republik zeichnete sich ab 1924 mit Erfolgen der Außen- und Innenpolitik eine Wende zum Guten ab. Die Weimarer Republik schien sich konsolidiert zu haben; Produktion, Konsum und Volkseinkommen nahmen in den Jahren 1924 bis 1929 stetig zu. Weiter...

Nicht genau datiertes Schwarz-Weiß-Foto: Der Führer der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (NSDAP), Adolf Hitler, stehend mit Hitlergruß, bei einem Treffen mit NSDAP-Reichstags-Abgeordneten (von links: Hermann Göring, Dr. Wilhelm Frick, Hitler, Gregor Strasser und Wilhelm Stöhr) im Hotel Kaiserhof in Berlin im Jahr 1932.

Hans-Ulrich Thamer

Die nationalsozialistische Bewegung in der Weimarer Republik

In vielen Ländern Europas entwickelten sich infolge des Ersten Weltkrieges, durch das italienische Vorbild bestärkt, faschistische Bewegungen. Auch die Keimzeit der NSDAP fällt in diese Phase. Der krisenhafte Charakter der jungen Republik verhalf ihr zum Aufstieg. Weiter...

Nicht genau datiertes Schwarz-Weiß-Foto: Der 1894 als Gebäude für das deutsche Parlament erbaute Reichstag im Jahr 1931.

Hans-Ulrich Thamer

Die nationalsozialistische Massenbewegung in der Staats- und Wirtschaftskrise

Ende der 1920er war aus dem Nationalsozialismus eine Massenbewegung geworden - und eine straff organisierte Partei. Mit massiver Propaganda nach innen und außen gewann die NSDAP mehr und mehr Wahlstimmen für sich. Bei den Reichstagswahlen 1930 wurde sie nach der SPD zur zweitstärksten Partei. Weiter...

Schwarz-Weiß-Foto: Der neue Reichskanzler Adolf Hitler verliest am 30. Januar 1933, dem Tag der Machtübernahme ("Machtergreifung") durch die Nationalsozialisten, in der Garnisonskirche von Potsdam die Reichstagsbotschaft. Ihm gegenüber sitzt Reichspräsident Paul von Hindenburg in der Generalfeldmarschalls-Uniform des Kaiserreichs.

Reinhard Sturm

Zerstörung der Demokratie 1930 - 1932

Der Börsensturz am "Schwarzen Freitag" im Oktober 1929 traf Deutschland nach den USA besonders schwer. Massenarbeitslosigkeit und Armut führten zur politischen Radikalisierung der Bevölkerung. Eine dichte Folge von Regierungskrisen schwächten die Republik noch weiter - und trieb den Nationalsozialisten Wahlstimmen zu. Weiter...

Schwarz-Weiß-Foto: Adolf Hitler grüßt die Menge stehend aus einem offenen Wagen bei der Fahrt zum Nürnberger Rathaus, um dort den 10. jährlichen Reichsparteitag der NSDAP zu eröffnen. Straßen und Häuser sind mit Hakenkreuzen geschmückt, die Menge jubelt und mit Hitlergruß.

Hans-Ulrich Thamer

Ursachen des Nationalsozialismus

"Wie war es möglich?" Diese Frage beschäftigt Historiker, Politiker und Literaten seit Jahrzehnten und ist Gegenstand kontroverser Debatten. Hans-Ulrich Thamer stellt die verschiedenen Ursachen für den Erfolg der Nationalsozialisten dar und erläutert, warum monokausale Erklärungsansätze zu kurz greifen. Weiter...

Kurt Tucholsky 1928 in Paris.

Wolfgang Benz

Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933

Während die NSDAP mehr und mehr Erfolge verzeichnete, nahmen Künstler, Wissenschaftler, Journalisten und Intellektuelle den Kampf gegen die Nationalsozialisten auf. Sie hatten erkannt, dass Deutschland unter nationalsozialistischer Führung geradewegs in den Krieg steuerte. Weiter...

 

Dossier

Das Deutsche Kaiserreich

War das Deutsche Kaiserreich ein "normaler" Nationalstaat? Oder führte der "deutsche Sonderweg" in die Moderne letztlich zu Weltkrieg und Nationalsozialismus? Weiter... 

Dossier

Der Erste Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg ist die Zäsur des beginnenden 20. Jahrhunderts: Er zerstörte naive Fortschrittshoffnungen, offenbarte die Zerstörungspotentiale der industriellen Moderne und prägte als "Urkatastrophe" maßgeblich alle Bereiche von Staat, Gesellschaft und Kultur ebenso wie den weiteren Verlauf der neueren Geschichte. Weiter...