"Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig.

Deutschland nach 1945

Deutschland im Mai 1945: Wirtschaft und Infrastruktur sind zusammengebrochen, die Alliierten bemühen sich um den Aufbau eines nichtfaschistischen Landes. Dazu sollten nicht nur die Hauptschuldigen des Nationsalsozialismus verfolgt und alle sozialen Institutionen von ehemaligen Parteigängern befreit werden: Eine umfassende Erziehung sollte die ganze Gesellschaft entnazifizieren.

Schwarz-Weiß-Foto: Hunderte deutscher Zivilisten stehen am 6. März 1945 unter der Aufsicht einer Panzerdivision der 1. US-Armee in der Gegend von Mannheim Schlange für eine Ration Brot und Speck.

Karl Heinz Kirchner

Neubeginn: "Alltag" in Nachkriegsdeutschland

Trümmerfrauen und Tauschmärkte, das erste Weihnachtsfest: In kurzen Szenen schildert Karl Heinz Kirchner die Tage nach dem Krieg. Aus Stahlhelmen wurden Siebe, aus Eicheln Kaffee. Zwischen Ruinen, Reisenden und Hunger dominierte für ihn ein Gefühl: die bloße Freude am Überleben. Weiter...

Schwarz-Weiß-Foto: Von links: Großbritanniens Feldmarschall Bernard Montgomery, US-General Dwight D. Eisenhower, der sowjetische Marschall Georgi Schukow und der französische General Jean de Lattre de Tassigny vor dem sowjetischen Hauptquartier in am 5. Juni 1945 im Vorfeld einer Sitzung des alliierten Kontrollrates. In dieser Sitzung schließen die vier alliierten Mächte einen Pakt, in dem sie die vollständige Niederlage von Nazi-Deutschland bekräftigen und die Macht über alle Aspekte des Lebens in Deutschland übernehmen. Sowohl der Staat als auch die Stadt Berlin werden in vier Besatzungszonen und Sektoren unterteilt, wobei für die nationalen Grenzen diejenigen von 31. Dezember 1937 zugrunde gelegt werden.

Wolfgang Benz

Errichtung der Besatzungsherrschaft

Nach der Kapitulation wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Die Besatzung war zugleich auf Dauer und auf Zeit angelegt: Die Allierten richteten eine neue Verwaltung samt regierendem Kontrollrat ein, unterstützten aber ebenso die Neugründung politischer Parteien. Weiter...

Schwarz-Weiß-Foto (undatiert!): Brandenburger Tor im zerstörten Berlin nach der deutschen Kapitulation 1945. Davor: Zerstörte Fahrzeuge und nicht näher identifizierbare Personen.

Wolfgang Benz

Infrastruktur und Gesellschaft im zerstörten Deutschland

Die Hälfte der Wohnfläche war zerbombt, die Verkehrswege kaum benutzbar, die Kohle knapp und die letzten Kriegsvorräte aufgebraucht. Hinzu kamen die Millionen Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer. Wie baute man unter diesen Bedingungen eine neue Wirtschaft auf? Weiter...

20 der 24 Hauptangeklagten während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen mit Angabe des jeweiligen Strafmaßes. Folgende Hauptangeklagte sind auf dem Bild nicht zu sehen: Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (12 Jahre), Rudolf Heß (lebenslang), Martin Bormann (Todesstrafe), Robert Ley (nahm sich vor Prozessbeginn das Leben).

Wolfgang Benz

Bestrafung der Schuldigen

Am 20. November 1945 begann der Hauptkriegsverbrecherprozess in Nürnberg, dem ehemaligen Schauplatz der Reichsparteitage. Er war ein weltweites Medienereignis: Auf der Anklagebank saß die Führungselite des NS-Regimes. Zahlreiche Einzelprozesse in den vier Besatzungszonen verfolgten die weniger prominenten Verbrechen. Weiter...

Schwarz-Weiß-Foto: Die deutsche Filmemacherin Leni Riefenstahl (Mitte) sitzt am 21. April 1952 mit ihrem Anwalt Dr. Alfred von Seefeld (rechts) vor der Berliner Spruchkammer. Vor einer vom Westberliner Senat gebildeten Spruchkammer, die nach dem Gesetz über den Abschluß der Entnazifizierung die lezten Sühneverfahren durchzuführen hat, begann an diesem Tag die Verhandlung gegen die 44-jährige Filmemacherin. Von 1948 bis 1952 wurde Leni Riefenstahl in vier Spruchkammerverfahren entnazifiziert und als „Mitläufer“ des Naziregimes eingestuft.

Wolfgang Benz

Demokratisierung durch Entnazifizierung und Erziehung

Wie sollte ein Land auf einmal demokratisch werden, in dem die Shoa möglich gewesen war? Gezielt bauten die Alliierten Bildung, Kultur und Medien um. NSDAP-Mitglieder wurden aus allen Institutionen der Gesellschaft entfernt. Wegen mangelnder Fachkräfte wurden viele von ihnen allerdings rasch wieder rehabilitiert. Weiter...

Nicht genau datiertes Schwarz-Weiß-Foto: Ein 16-jähriger deutscher Soldat in Cherbourg, Frankreich hat seine Hände über den Kopf. Er gerät mit Tausenden von anderen Wehrmacht-Soldaten während der alliierten Invasion in der Normandie im Juni 1944 in Kriegsgefangenschaft. Die alliierte Invasion begann am 6. Juni 1944 mit der Landung in der Normandie.

Michael Bechtel

Soviel Anfang war nie

Der Mai 1945 gilt als "Stunde Null" der deutschen Geschichte. Aber was genau hatte sich alles verändert? Wieso konnte, kann Deutschland danach nie wieder so sein wie zuvor? Und wofür steht das Jahr 1945 heute? Michael Bechtel über die Lehren und Verpflichtungen der Geschichte. Weiter...