"Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig.
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Ursachen und Entstehung des Kalten Krieges


15.4.2005
Die Spannungen zwischen den USA und der UdSSR nahmen nach Kriegsende kontinuierlich zu. Der Streit um die Zukunft Deutschlands und Reibungen auf globaler Ebene waren hierfür ausschlaggebend. Sowohl auf amerikanischer, als auch auf sowjetischer Seite wurde die ideologische und politische Spaltung mehr und mehr wahrgenommen – und forciert.

West-Berliner auf der rechten Seite sehen ostdeutsche Bauarbeiter eine Mauer in West-Berlin im August 1961 errichten. Die Berliner Mauer, gebaut mit Stacheldraht und Beton, war ein Symbol des Kalten Krieges, die Ost-und Westberlin trennte und verhinderte, dass Menschen den Osten von Deutschland verlassen konnten. Sie stand 28 Jahre lang als eine Trennungmauer zwischen den Sowjets und den Alliierten. Die Mauer wurde nach dem Zusammenbruch des Kommunismus im Jahr 1989 abgerissen.Ostdeutsche Bauarbeiter beginnen im August 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer. (© AP)

Einleitung



Die Zusammenarbeit zwischen Ost und West erwies sich schon bald nach Kriegsende aufgrund der machtpolitischen und weltanschaulichen Gegensätze als kompliziert und mühselig. Ein Beispiel dafür war die Entwicklung in Deutschland, wo die Konflikte zwischen den Besatzungsmächten über die gemeinsame Verwaltung rasch zunahmen.

Konflikte gab es vor allem wegen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umgestaltung, die die Sowjetische Militäradministration (SMAD) bereits unmittelbar nach Kriegsende in ihrer Besatzungszone einleitete und bei der schrittweise auch jegliche politische Opposition rigoros ausgeschaltet wurde. Diese Entwicklung, zu der unter anderem im April 1946 die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED gehörte, wurde von den westlichen Besatzungsmächten mit wachsender Sorge beobachtet, zumal die SMAD ihre Politik weitgehend gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzte. Der unaufhörliche Flüchtlingsstrom von Osten nach Westen zeigte dies deutlich.

Quellentext

"Eiserner Vorhang"

Churchills Telegramm an Präsident Truman, 12. Mai 1945

Die Lage in Europa beunruhigt mich zutiefst. [...] Die Zeitungen sind voll von Nachrichten über den massiven Abzug der amerikanischen Armeen aus Europa hinaus. Auch unsere Armeen dürften auf Grund früherer Beschlüsse wesentlich reduziert werden. Die kanadische Armee zieht bestimmt ab. Die Franzosen sind schwach und schwer zu behandeln. Es liegt offen zutage, daß unsere bewaffnete Macht auf dem europäischen Kontinent binnen kurzem dahinschwinden wird und dort nur noch bescheidene Kräfte zur Niederhaltung Deutschlands verbleiben.

[...] Ich habe mich stets um die Freundschaft der Russen bemüht; aber ihre falsche Auslegung der Jalta-Beschlüsse, ihre Haltung gegen Polen, ihr überwältigender Einfluß auf dem Balkan bis hinunter nach Griechenland, die uns von ihnen in Wien bereiteten Schwierigkeiten, die Verkoppelung ihrer Macht mit der Besetzung und Kontrolle so ungeheurer und weiter Gebiete, die von ihnen inspirierte, kommunistische Taktik in so vielen anderen Ländern und vor allem ihre Fähigkeit, lange Zeit große Armeen im Felde stehen zu lassen, beunruhigen mich ebensosehr wie Sie. Wie wird sich die Lage in ein bis zwei Jahren darstellen, wenn die britischen und amerikanischen Armeen nicht mehr existieren und die Franzosen noch keine beachtliche Armee aufgestellt haben, so daß wir nur über eine Handvoll Divisionen, davon die Mehrzahl französischer, verfügen, während Rußland zwei- bis dreihundert unter den Fahnen hält?

3. Ein eiserner Vorhang ist vor ihrer Front niedergegangen. Was dahinter vorgeht, wissen wir nicht. Es ist kaum zu bezweifeln, daß der gesamte Raum östlich der Linie Lübeck-Triest-Korfu schon binnen kurzem völlig in ihrer Hand sein wird. Zu all dem kommen noch die weiten Gebiete, die die amerikanischen Armeen zwischen Eisenach und der Elbe erobert haben, die aber, wie ich annehmen muß, nach der Räumung durch Ihre Truppen in ein paar Wochen gleichfalls der russischen Machtsphäre einverleibt sein werden. General Eisenhower wird alle nur möglichen Maßnahmen treffen müssen, um eine zweite Massenflucht der Deutschen nach Westen zu verhindern, wenn dieser enorme moskowitische Vormarsch ins Herz Europas erfolgt. [...] Damit werden uns russisch besetzte Territorien von vielen hundert Kilometer Tiefe wie ein breites Band von Polen abschneiden. [...]

Quelle: Wolfgang Lautemann/Manfred Schlenke (Hrsg.), Weltkriege und Revolutionen 1914-1945, Geschichte in Quellen, S. 574 f.




Spannung in Deutschland



Die in Potsdam geschaffenen Gremien für eine gemeinsame Besatzungsherrschaft konnten diese zunehmende Entfremdung zwischen der Sowjetunion und den Westmächten in der Deutschlandpolitik nicht aufhalten. Der Alliierte Kontrollrat, die Berliner Alliierte Kommandantur und der Rat der Außenminister waren im Gegenteil kaum mehr als Spiegelbilder der sich allmählich vollziehenden Spaltung. Da alle Beschlüsse einstimmig zu fassen waren, konnte jede der Vier Mächte durch ihr Veto Entscheidungen verhindern. Diese Situation wurde zunächst vor allem von Frankreich, das bei den Konferenzen von Teheran, Jalta und Potsdam nicht beteiligt gewesen war, dazu benutzt, ihre Ablehnung jeglicher Bestrebungen, die auf eine Überwindung der Teilung Deutschlands hinauslaufen konnten, deutlich zu machen. Aber auch die Sowjetunion nutzte das Veto-Recht, indem sie zum Beispiel durch ihr Beharren auf hohen Reparationsleistungen und eine Vier-Mächte-Kontrolle des Ruhrgebietes Fortschritte in der Einigungsfrage verhinderte.

Mehr als deutlich wurde die wachsende Konfrontation im Mai 1946, als der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay auf eigene Faust die Lieferung von Demontagen aus der amerikanischen Zone an die Sowjetunion einstellen ließ. Hintergrund war das Ausbleiben von Lebensmittellieferungen aus den landwirtschaftlichen Gebieten der Sowjetischen Besatzungszone - dem agrarischen Osten Deutschlands - an die drei Westzonen, wie sie auf der Potsdamer Konferenz vereinbart worden waren. Briten, Amerikaner und Franzosen hatten deshalb die Bevölkerung in ihren Zonen, in denen es keine ausreichenden landwirtschaftlichen Anbaumöglichkeiten gab, durch Einfuhren aus ihren Heimatländern ernähren müssen und damit indirekt die deutschen Reparationen an die Sowjetunion bezahlt.

Die Sowjetunion reagierte auf die Maßnahme Clays nicht nur mit einer ersten großen Propagandakampagne gegen die amerikanische Politik, sondern verstärkte auch noch ihre Obstruktion jeglicher Gemeinsamkeit in der Besatzungspolitik. Die USA und Großbritannien sahen sich deshalb veranlaßt, ihre beiden Zonen zum 1. Januar 1947 zur "Bizone" zusammenzulegen und mit dem Aufbau einer neuen politischen Ordnung in Westdeutschland zu beginnen. Die Weichen für die Teilung Deutschlands wurden damit bereits frühzeitig gestellt.




 
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