Erinnerungsorte

Bildungsstätte/außerschulisches Lernen, Gedenkstätte, Museum

Ehemalige Jüdische Schule Leer

Bild der Gedenkstätte
Von 1909 bis 1939 bestand in der Stadt Leer an der damaligen Deichstraße, heute Ubbo-Emmius-Straße 12, eine israelitische Volksschule, deren erster Schulvorsteher Moses de Vries war. Nach der Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht wurden die Gottesdienste in die Räume der jüdischen Schule verlegt. Im Sommer 1939 musste die Leeraner Synagogengemeinde das Haus an die Stadt Leer zwangsverkaufen. Ab 1940 galt Leer offiziell als "judenfrei".
Es gab circa drei Generationen von Schülern. Von den vier Lehrern der Schule sind die letzten drei Lehrer nach ihrer Verschleppung gewaltsam ums Leben gekommen. Ignaz Popper, der die Stellung 1922 von dem in Leer verstorbenen, ersten Lehrer Lasser Abt übernommen hatte, wurde in das Ghetto in Riga verschleppt. Seine Spur verliert sich dort, es ist aber davon auszugehen, dass er dort zu Tode gekommen ist. Hermann Spier, der der dritte Lehrer der Schule zwischen den Jahren 1935 und 1938 war, wurde in das Warschauer Ghetto verschleppt und in Treblinka umgebracht. Der letzte Lehrer, Seligmann Hirschberg, wurde 1938 von Emden nach Leer versetzt und konnte in der jüdischen Schule nur noch bis in das Jahr 1939 wirken. Er wurde zusammen mit seiner Ehefrau 1944 in Auschwitz ermordet.

Im September 2013 eröffnete der Landkreis Leer die Ehemalige Jüdische Schule als Ort der Erinnerung und des Gedenkens, um anhand von Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen einen Zugang zur Geschichte des Hauses und jüdischer Kultur zu schaffen. Das ehemalige Klassenzimmer sowie weitere Räumlichkeiten der Schule sind aufgrund von umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder hergestellt worden. Neben der Dauerausstellung zur Schulgeschichte und zu den Biographien einzelner Schüler, die durch Videosequenzen an Hörstationen zu sehen sind, befinden sich ebenfalls Räume für Wechselausstellungen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten zum Thema jüdische Kultur.
Bei den Restaurierungsarbeiten des Gebäudes konnte im ersten Geschoss des Hauses, dem ehemaligen Wohnzimmer der Lehrerwohnung und dem späteren Raum für Gottesdienste, eine Schablonenbemalung mit einem Synagogenmotiv freigelegt werden, die die enge Verbindung zwischen Schule und Synagoge verdeutlich.

Pädagogisches Angebot
Führungen und pädagogisches Programm nach Vereinbarung

Öffnungszeiten
Donnerstag bis Sonntag von 14-18 Uhr. Dienstag und Mittwoch nach Vereinbarung.

Kontakt
Ehemalige Jüdische Schule
Ubbo-Emmius-Straße 12
26789 Leer
Bundesland Niedersachsen

Tel.: 0491 - 9992 0832
Fax: 0491 - 9992 0834

http://www.ehem-jüdische-schule-leer.de
ejs@lkleer.de

Lage
Ubbo-Emmius-Str. 12
26789 Leer



zurück zur Trefferliste
Datenbank Erinnerungsorte

Schritte zur Anmeldung

Möchten Sie für die Datenbank einen Erinnerungsort vorschlagen? Alle notwendigen Informationen dazu finden Sie hier.

Mehr lesen

Datenbank Erinnerungsorte

FAQs

Was ist die Datenbank Erinnerungsorte? Welche Orte werden angezeigt? Welche Orte kann man in der Datenbank finden? Wie kann ich in der Datenbank recherchieren?

Mehr lesen

Datenbank Erinnerungsorte

Impressum / Redaktion

Die Redaktion der Datenbank Erinnerungsorte.

Mehr lesen

App Erinnerungsorte

Die App "Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus" ermöglicht eine neue Form des Erinnerns. Sie finden mehr als 200 Erinnerungsorte mit Informationen über Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale und Initiativen.

Mehr lesen

Europäische Union - Bund - Land

Öffentliche Fördermöglichkeiten

Neben dem Bund fördern die Länder Fahrten zu Gedenkstätten durch teils sehr unterschiedliche Strukturen und Programme. Internationale Begegnungsprojekte werden vorrangig durch die internationalen Jugendwerke gefördert, aber auch eine Förderung durch die Europäische Union ist im Kontext größerer Projekte möglich.

Mehr lesen