Dossierkopf Geheimsache Ghettofilm

8.5.2013 | Von:
Bundesarchiv-Filmarchiv

Transkription: Filmfragment "Ghetto"

Das Bundesarchiv bietet in seinem Findbuch "Jüdisches Leben und Holocaust 1930-1945 im Filmdokument" detaillierte Transkriptionen sowie Informationen zum Beispiel zum Entstehen der Filme. Dazu gehört auch das Filmfragment "Ghetto", so der Archivtitel. Vom 2. Mai bis 2. Juni 1942 drehte ein deutsches Kamerateam Propagandaaufnahmen im Warschauer Ghetto. Erhalten sind acht Filmrollen mit einer Länge von 1.723 Metern – etwa 63 Filmminuten in Schwarz-Weiß und ohne Ton. Der Film ist ohne Titel und Vorspann. Der Film wurde vermutlich nie fertiggestellt. (Weitere Informationen bietet der Hintergrundtext von Anja Horstmann "Das Filmfragment Ghetto – erzwungene Realität und vorgeformte Bilder")

Mit freundlicher Genehmigung des Bundesarchiv-Filmarchivs finden Sie hier die Transkription des Filmdokuments.

Aus dem Findbuch "Jüdisches Leben und Holocaust 1930-1945 im Filmdokument" des Bundesarchiv-Filmarchivs.

Ghetto (Archivtitel)

Produktionsland: Deutsches Reich
Produktionsfirma: unbekannt
Auftraggeber: Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
Filmberichter der PK 689, Kamera
Wist, Willy, Kamera
Zensurdatum: nicht zensiert
Kopie: stumm mit Tonkasch / 35 mm / 1723 m
Laufzeit: 1942

Erschließung:
Dieser Film, der keinen Titel und Vorspann enthält, ist nicht vertont überliefert. Ob der Ton verloren gegangen ist oder nie existierte, ist unbekannt. Es existiert auch keine Zensurkarte des Films, sodass die Vermutung nahe liegt, dass er nicht fertiggestellt worden ist.

Kurzinhalt:
Tendenziöser Bericht über die Lebensverhältnisse im Warschauer Ghetto, in dem kontrastreich der Unterschied zwischen Armut und Reichtum der Ghettobewohner hervorgehoben wird.

Enthält:
1. Holzbrücke mit Publikumsverkehr über die Ghettomauern; Sraßenverkehr im Ghetto mit Fahrradrikschas; deutsche Polizei überprüft Passierscheine jüdischer Passanten; Passierschein für jüdische Arbeitskommandos mit Gültigkeitsdauer bis 15.6.1942 (nah).
(32 m)

2. Schild: "Der Obmann des Judenrates in Warschau. Verwaltung des jüdischen Wohnbezirks in Warschau" (dt./hebr.) Ghettobewohner begeben sich ins Haus der Gemeindeverwaltung in der Grzybowska Straße und sprechen beim Vorsitzenden des Warschauer Judenrates, Adam Czerniaków vor; sie begeben sich in sein Amtszimmer und nehmen vor dem Schreibtisch Platz; Czerniaków im Gespräch mit den vier Männern; Interieur des Dienstzimmers: neunflammiger Kerzenleuchter auf dem Schreibtisch, Fenster mit Glasmalerei, Gemälde mit dem Porträt von Marschall Josef Pilsudski.
(58 m)

3. Appell des jüdischen Ordnungsdienstes; in Doppelreihe angetretene Kompanie (in Zivil mit Armbinden und Judenstern und Schirmmützen); beim Ausrichten; Nahaufnahmen einzelner junger Männer, am Jackenrevers tragen sie eine Nummer; Abmarsch des Ordnungsdienstes; ein Angehöriger des Ordnungsdienstes (mit Schlagstock) kontrolliert die Papiere von Passanten und treibt eine Kinderschar auseinander.
(36 m)

4. Kameraschwenk (von oben) in eine durch die Ghettomauer getrennte Straße; Mann vom jüdischen Ordnungsdienst am Ghettotor; Fahrradrikschas fahren an der Kamera vorüber; Straßenpassanten, darunter gut gekleidete Frauen und in Lumpen gehüllte Kinder; wartende Fahrradrikschas mit gut gekleideten Fahrgästen an der Ghettomauer, daneben steht eine abgezehrte junge Frau in zerlumpter Kleidung; Straßenbahn mit dem Davidstern auf der Stirnseite fährt über die Kreuzung Leszno / Karmelicka; Passanten gehen auf dem Bürgersteig achtlos an einem an der Mauer liegenden Kind vorbei; dichter Passantenverkehr und Pferdeomnibus in der Karmelicka; zwei ausgemergelte Kinder stehen am Straßenrand; zerlumpte junge Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm geht bettelnd durch die Straße.
(77 m)

5. Innenaufnahmen der Wohnung Czerniakóws in der Chlodna Straße: Schlafzimmer und Arbeitszimmer mit Kamin; ein Mann sitzt am antiken Sekretär und blättert in einem Buch; Hausmädchen geleitet zwei Damen zur Tür herein; junger Mann (mit Armbinde) und die beiden Damen sitzen rauchend am runden Tisch und unterhalten sich; junge Frau im Kostüm (mit Armbinde) öffnet die Flügeltür zum Eßzimmer und deckt den Tisch mit Kaffeegeschirr ein; Büffet mit Kristallgefäßen; Kameraschwenk aus dem Fenster des Schlafzimmers auf die Ghettomauer mit der Holztreppe.
(84 m)

6. Platz voller Menschen mit ärmlich gekleideten Kindern; arme Familie mit Kindern sitzt auf dem Bürgersteig und lehnt an der Hauswand; Straßenhandel mit Schuhen, Kleidung und Keksen; älterer Mann öffnet seine Ladentür.
(39 m)

7. Wochenmarkt mit roh zusammengezimmerten Holzbuden; verschiedene Fleischstände; eine junge Frau begutachtet ein Fleischstück; dichtes Gedränge zwischen den Marktständen; Frauen in verschlissener Kleidung beim Fleisch- und Knochenkauf.
(54 m)

8. Gemüsestand am Straßenrand; Kameraschwenk über an der Hauswand liegende Leiche zu zwei alten Ghettobewohner, die auf einer zerschlissenen Couch sitzen; der halbnackte, mit Fliegen bedeckte Leichnam; Kunden am Gemüsestand.
(18 m)

9. Verfallene Hausfront mit Balkons, auf denen Wäsche hängt; Kinder auf dem verdreckten Hinterhof; zwei Männer kippen Müll auf den Abfallhaufen, der eine von ihnen stochert darin herum.
(38 m)

10. Gut gekleidete junge Frauen und Männer sonnen sich in Liegestühlen auf einem Hof, andere sitzen auf Bänken und unterhalten sich (nah).
(25 m)

11. Wohnungselend; eine Frau wäscht bei geöffneter Wohnungstür Wäsche in einer Schüssel; in Lumpen gekleidete Menschen treten ein; Innenraum mit Holz pritschen und schmutzigen Matratzen, auf dem kleinen Ofen wird Essen zu bereitet; eine junge Frau sitzt auf der Pritsche und strickt, daneben liegen ein ausgezehrter Mann und Frau im Bett; eine Mutter mit traurig blickendem Kind auf dem Schoß; Zimmerecke voller schmutziger Schüsseln und Haushaltsgegenständen; verwahrlostes Zimmer mit schmutzigen Betten; ein ausgemergeltes Kind liegt auf der Matratze im Kellerraum; die Mutter setzt sich dazu und deckt den zusammengekauerten Jungen auf; ein Mädchen steigt aus dem Bett in einem völlig verwahrlosten Zimmer; Kommode mit schmutzigen Utensilien darauf.
(97 m)

12. Zwei gut gekleidete Frauen klingeln an einer Wohnungstür, die vom Hausmädchen geöffnet wird; eine junge Frau setzt sich im Morgenrock vor den Spiegel, raucht und schminkt sich dabei; Kameraschwenk über das bürgerlich eingerichtete Schlafzimmer.
(33 m)

13. Passanten gehen entlang einer Ladenfassade; zwei Kinder sitzen am Baumstamm; ein in Lumpen gehüllter Junge sitzt völlig apathisch an der Hauswand, Passanten gehen unbeteiligt vorüber; ein Bettler inmitten von Straßenpassanten, eine Frau gibt ihm an der Ladentür etwas zu essen; eine Frau in zerlumpter Kleidung und bettelnde Kinder inmitten z.T. gut gekleideter Passanten; Passanten in einer Geschäftsstraße.
(53 m)

14. Junge Frauen auf einem heruntergekommenen Hinterhof; ein Straßenhändler wiegt einen Gegenstand ab; ein Junge im abgerissenen Mantel tanzt auf der Straße, umringt von lachenden Kindern.
(6 m)

15. Nachmittagstanz mit Kapelle in einem Restaurant; Beine der gut gekleideten Tanzpaare.
(nah). (19 m)

16. Gut gekleidete Straßenpassanten mit Armbinden; zwei Männer in Anzügen stehen im Ladeneingang und unterhalten sich; ein- und ausgehende Menschen an einem Laden; Passanten gehen an zwei auf dem Bürgersteig sitzenden Bettelkindern vorüber; Passanten in einer Geschäftsstraße; bettelndes Mädchen auf der Straße, ein Mann gibt ihr etwas Geld; vorüberfahrende Straßenbahn mit daran hängenden Jungen; zerlumpte und gut gekleidete Passanten überqueren eine Straße; elegant gekleidete Dame im Gespräch mit einer ärmlich gekleideten Frau; zwei kleine Jungen mit verschlissener Kleidung sitzen an der Hauswand, Passanten eilen vorüber; ein Junge mit Stock humpelt barfuß inmitten der Fußgänger; zwei Mädchen in zerlumpter Kleidung gehen auf die Kamera zu.
(76 m)

17. Fünf Kinder werden vom deutschen Polizeiposten zur Kontrolle geführt; deutscher Polizist reißt an ihrer Kleidung herum; die verängstigten Kinder schütten Rüben aus ihrer zerlumpten Kleidung auf die Straße.
(26 m)

18. Eine junge Frau sitzt in ihrer Elendswohnung neben einem ausgemergelten Kind auf der Holzpritsche und stopft; abgezehrte Kinder sitzen auf ihrem Bett; ein kleines Mädchen sucht den Kopf eines kleinen Jungen nach Läusen ab.
(26 m)

19. Gut gekleidete Kinder tanzen mit ihren Betreuerinnen im Kreis; die Kinder beim Spielen.
(19 m)

20. Verwahrloster Hinterhof mit spielenden Kindern; Bewohner hören aus ihren Fensterhöhlen einem Straßenmusikanten zu, der von Kindern umringt ist; Kameraschwenk über die Fassade eines verfallenen Hauses mit kleinem Laden.
(26 m)

21. Graphische Darstellung "Fleckfiebererkrankungen bei Juden" 1940-42.
(10 m)

22. Ghettobewohner entkleiden sich in der Entlausungsanstalt und geben anschließend ihre Kleidungsstücke ab; schmutzige Füße auf dem gefliesten Boden (nah); die nackten Ghettobewohner werden nach Kopfläusen untersucht, einem anderen werden die Haare geschoren; ein ausgemergelter Junge kratzt sich am Körper; Kopfhaare voller Läuse (nah).
(55 m)

23. Sanatoriumsgebäude; Patientinnen in Liegestühlen auf der Sonnenveranda; im Krankensaal; Patientinnen gehen im Klinikpark spazieren oder sitzen auf Parkbänken.
(32 m)

24. Eine gut gekleidete Frau mit Hut betritt eine Konditorei; eine Kellnerin bedient zwei Gäste (mit Armbinden) am Tisch, die anschließend essen; ein Paar betritt das Restaurant; Kameraschwenk über die gefüllten Speiseauslagen an der Theke; Kellner verteilt Speisen am Tisch, die Gäste beim Essen.
(59 m)

25. Ärmlich gekleidete Ghettobewohner stehen im Hinterhof Schlange vor einer Essenausgabe (Volksküche); verfallene Hinterhoffassade; Kinder sitzen im Hof und löffeln Suppe aus dem Topf; zwei Ghettobewohner in zerlumpter Kleidung essen Würstchen am primitiven Stand; alter Mann mit Armbinde löffelt Essen vom Teller; Kinder sitzen am Tisch auf dem schmutzigen Hinterhof und essen Brot.
(42 m)

26. Graphische Darstellung "Sterblichkeit im jüdischen Wohnbezirk 1941/42"
(4 m)

27. Passanten gehen an einem auf dem Bürgersteig liegenden Toten vorbei, links im Bild filmt der Kameramann; drei Mann vom Filmteam in Wehrmachtsuniform bei den Aufnahmen, jüdische Passanten ziehen an ihnen vorbei; die Leiche wird von zwei Männern in eine Holzkiste gelegt, auf einen Leichenkarren verladen und abtransportiert; zwei ausgemergelte Leichen liegen in einer Toreinfahrt und werden ebenfalls auf den zweirädrigen Karren verladen; Abtransport entlang der Ghettomauer; unterwegs fällt eine Leiche herunter und wird wieder aufgeladen; ein Toter liegt auf dem Gehweg, Passanten gehen achtlos vorüber; Verladung von zwei weiteren Leichen auf die Karre.
(61 m)

28. Entladung der Toten in einer freistehenden Garage; völlig ausgemergelte Leichen werden auf Lattenroste geworfen, einige tragen Zettel an den Füßen; Kameraschwenk über den Leichenberg (nah); Verladung der Leichen auf zweirädrige Karren; Zug von fünf Leichenkarren über freies Feld zum Massengrab; die Leichen werden über eine Rutsche in die Grube verbracht; ältere Männer vom Judenrat beaufsichtigen die Beisetzungen; Verteilung der Leichen im Massengrab und Abdeckung mit Papierplanen; vom Grubenrand wird mit Spaten Erde ins Massengrab geworfen.
(54 m)

29. Trauerfeier und Beisetzung des Judenratsmitglieds Czerwinski am 19.5.1942; Totenwache von Mitgliedern des jüdischen Ordnungsdienstes am geschmückten Sarg; der Trauerzug mit Leichenwagen durch die Ghettostraßen zum Friedhof; Trauerfeier und Beisetzung am Grab; trauernde Angehörige und drei katholische Geistliche (einer davon mit Armbinde) am Grab.
(57 m)

30. Jüdische Trauerfeier; Gläubige (mit verschiedenen Kopfbedeckungen) stehen dichtgedrängt in der Synagoge; junger Mann mit Gebetsschal holt die Thorarolle aus dem Schrank; die Rolle wird aufs Pult gelegt, ein Mann liest daraus vor; alte Männer küssen das Tuch (Mappa) der Thora.
(28 m)

31. Schächten eines Huhns in einer schäbigen Küche durch einen älteren Mann; eine Frau gibt ihm Geld und verlässt die Küche mit dem geschlachteten Huhn.
(23 m)

32. Religiöse Zeremonien in einer Wohnung; vor einem Tisch mit Religionsutensilien wirft sich ein älterer Mann das Gebetstuch (Tollit) über den Kopf und legt sich danach Gebetsriemen (Tefillin) an Arm und Stirn an; der Gläubige im Gebet mit rhythmisch bewegtem Oberkörper.
(32 m)

33. Gruppe von fünf älteren Männern im Gebet (mit Tollit und Tefellin) und aufgeschlagenem Talmud auf dem Pult.
(14 m)

34. Junge Männer sitzen in der Talmudschule am langen Tisch und lesen unter rhythmischen Bewegungen des Oberkörpers im Talmud (z.T. nah); einige erheben sich, legen die Schläfenlocken (Peot) unter die Kappe und verlassen den Raum.
(24 m)

35. Rituelle Reinigung in der Mikwe in der Dzielna Straße; vier nackte Männer steigen in das Bad und tauchen mehrmals unter; die gleiche Zeremonie mit fünf nackten Frauen.
(27 m)

36. Mutter mit ihrem Baby im Bett; ein bärtiger Mann mit Gebetsschal holt das Kind ab und bringt es im Steckkissen zur Beschneidung; nachdem der männliche Säugling ausgewickelt ist, folgt der rituale Akt der Beschneidung in Anwesenheit des Rabbiners und herumstehender Männer.
(67 m)

37. Straßenhandel im Ghetto; Mann mit Zigarette im Mund verkauft Tücher, die über seinem Arm hängen; Mädchen mit Bauchladen; Frau im Hauseingang mit davor stehenden leeren Kinderwagen; Menschen stehen in Gruppen zusammen und handeln miteinander; Frau feilscht mit einem Mann (nah); junge Frau bietet Hüte zum Verkauf an; feilschende Menschengruppe (nah).
(45 m)

38. Kameraschwenk über ärmliche Verkaufsbuden mit Fleisch und Metallwarentrödel; Hände wühlen in Behältern mit rostigen Schlüsseln (nah); Blick aus der Eisenwarenbude auf Käufer und Passanten; Auslagen auf Ständen mit Eisenteilen und Töpfen; Kameraschwenk (von oben) über die Stände vor den Bretterbuden mit ihren Auslagen.
(45 m)

39. Bettelndes Mädchen sitzt vor dem Schaufenster eines Süßwarengeschäfts; gut gekleidete Frau (mit Armbinde) kauft kleinem Jungen Süßigkeiten; Schaufenster mit Süßwaren, Fleisch und Brot; mit Waren gefüllter Feinkostladen; Junge in zerlumpter Kleidung stiehlt vom Ladentisch ein Stück Brot, der Verkäufer schlägt mit dem Stock nach ihm.
(29 m)

40. Durchbruch in der Ghettomauer; kleine Jungen werden durch das Mauerloch gezogen; ein Junge wird mit Nahrungsmitteln vollgepackt.
(14 m)

41. Männer vom jüdischen Ordnungsdienst bringen Kinder in die Arrestanstalt "Gesiowka" in der Gesia Straße; Kameraschwenk über Hof und Gebäude der "Gesiowka"; Schild: "Obmann des Judenrates in Warschau Verwaltung des Jüdischen Wohnbezirks in Warschau Ordnungsdienst Arrestanstalt" Jungen rennen aus der Tür, angetrieben von zwei Ordnungskräften und treten auf dem Hof an; zerlumpte gefangene Kinder (nah); Gefangene gehen im Kreis auf dem Hof; weibliche Gefangene verlassen das Arrestgebäude; Frauengruppe mit kurz geschorenen Haaren (nah); Frauen und Kinder in der Gemeinschaftszelle.
(46 m)

42. Kleiner Junge in zerlumpter Kleidung tanzt und lacht auf der Straße, umringt von Zuschauern.
(7 m)

43. Zwei elegant gekleidete Frauen steigen aus einer Fahrradrikscha, bezahlen und gehen in ein Café; junge Frauen und Männer sitzen an Tischen, trinken Likör, unterhalten sich und lachen; eine junge Frau steht auf und singt; gut situierte Ghettobewohner im Restaurant; junger Mann schenkt auf Tablett stehende Likörgläser ein; gedeckter Tisch mit gefüllten Schüsseln und Platten, sowie Flaschen mit Weinbrand und Sekt (nah).
(27 m)

44. Gut gekleidete Ghettobewohner begeben sich ins Theater "Nowy Azazel" in der Nowolipie Straße; Plakat des Stückes "Sulamita" von A. Goldfaden (nah); der mit Zuschauern gefüllte Saal; Szenenausschnitt mit sechs Tänzerinnen auf der Bühne; Auftritt der Solotänzerin (nah); Beifall klatschendes Publikum.
(32 m)

45. Paarweise auftretende jüdische Männer und Frauen im Kontrast ihrer Kleidung; die Kamera fährt jeweils auf ihre Gesichter, dabei junge elegante Frau im Kostüm neben älterer in Lumpen gehüllter Frau, vor der sie sich offensichtlich ekelt; Kamerafahrt über die in Reihe aufgestellten armen und wohlhabenden Frauen.
(38 m)


Dossier

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 60 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte?

Mehr lesen