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Bildergalerie: Leben im Warschauer Ghetto

Nach dem deutschen Überfall auf Polen und während der Besatzung wurde im Herbst 1940 das Warschauer Ghetto errichtet. 400.000 Menschen wurden dort eingeschlossen und überwacht. Der Alltag im Ghetto war geprägt von Hunger und Elend, ebenso von Gewalt und Terror der SS. Im Juli 1942 begannen die ersten Deportationen von Juden aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka.

Warnung: Die Bildergalerie ist nicht für Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren geeignet.

Warschau 1940: Im November riegeln deutsche Soldaten das Ghetto ab. (© Yad Vashem, 3186/113)Eine Mauer mit Stacheldraht wird errichtet und trennt das Ghetto vom Rest der Stadt. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0791-29A Foto: Knobloch, Ludwig / Mai 1941)Für den Bau und die Sicherung der Ghettomauer müssen die Juden zahlen.Ein- und Ausgänge des Ghettos werden streng bewacht – von deutschen und polnischen Polizeikräften. (© Yad Vashem, 3307/28)Im Ghetto selbst ist der sogenannte Ordnungsdienst verantwortlich – eine jüdische Polizeieinheit, die der SS untersteht. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0792-27 Foto: Knobloch, Ludwig / Mai 1941)

Bild5_Bild-101I-134-0792-27-Polen,-Warschauer-Ghetto.--Gruppe-juedischer-Ghettopolizisten-zum-Appell-angetretenDie jüdische Gemeinde in Warschau zählt 360.000 Mitglieder – es ist die größte Europas. Fortan müssen die Menschen im Ghetto leben. (© Bundesarchiv, Bild 183-L14404 Foto: Theil / Oktober 1940)Juden aus dem restlichen Polen sowie aus Deutschland werden in das Ghetto verschleppt. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0782-04 Foto: Knobloch, Ludwig / ca. Mai 1941)Die Menschen leben auf engstem Raum. Häufig drängen sich gleich mehrere Familien in einer Wohnung. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0778-14 Foto: Cusian, Albert / Sommer 1941)Zeitweise leben 150.000 Menschen auf einem Quadratkilometer. (© U.S. Holocaust Memorial Museum, 15994)Doch nicht allein die Enge ist inhuman. Die sanitären Bedingungen sind katastrophal und führen zu Krankheiten. Die Menschen hungern. (© Yad Vashem, 3307/36)Jüdische Waisenhäuser wie auch Suppenküchen versuchten hungernden Kindern im Warschauer Ghetto zu helfen, doch die Hilfe reichte nicht. Das Bild zeigt auch soziale Gegensätze im Ghetto. Diese wollte der Fotograf Ludwig Knobloch, Mitglied der Propagandakompanie, vermutlich festhalten. Im Ghetto gab es eine kleine Oberschicht. Doch die Mehrheit der Bevölkerung hungerte – infolge der Ghettoisierung. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0782-13, Foto: Knobloch, Ludwig / vermutlich Mai 1941)Um dem Hunger zu entkommen, schmuggeln die Menschen Lebensmittel ins Ghetto – viele Kinder beteiligen sich. Schmugglern, die erwischt werden, droht die Todesstrafe. (© Yad Vashem, f3116/70)Gläubige Juden versuchen an ihrem religiösen Leben festzuhalten. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0791-05A Foto: Knobloch, Ludwig / Mai 1941)Doch neben der Überwachung erleben die Menschen Diskriminierung und Verachtung durch die SS. (© U.S. Holocaust Memorial Museum, 73011A)Im Ghetto herrscht Arbeitspflicht. Die Menschen schuften für wenig Lohn in 
Werkstätten und Fabriken, den sogenannten Shops. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0770-09 Foto: Knobloch, Ludwig / ca. Mai 1941)Deutsche Firmen und die Wehrmacht profitieren von den billigen Arbeitskräften. (© U.S. Holocaust Memorial Museum, 05540)Wenige im Ghetto können sich noch länger Lebensmittel kaufen. Es sind Familien, die ihr Hab und Gut retten konnten. Andere, die durch das Schmuggeln Geld verdienen. (© U.S. Holocaust Memorial Museum, 20664)Die große Mehrheit der Menschen im Ghetto hungert. (© U.S. Holocaust Memorial Museum, 32252)Die Bilder der Propagandakompanien der Wehrmacht sollen das Elend als angeblichen kulturellen Unterschied einfangen für die antisemitische Hetze. Die Ursachen für Hunger und Leid – die Ghettoisierung – zeigen sie nicht. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0780-10 Foto: Cusian, Albert / Sommer 1941)

Bild19_Bild 101I-134-0780-10 Polen, Warschauer Ghetto.- Zwischen Straßenbahnschienen liegender Jugendlicher  junger Mann, Passanten ringsumLeichen im Warschauer Ghetto

Bis Mitte Juli 1942 sterben 100.000 Menschen im Warschauer Ghetto. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0783-11 Foto: Knobloch, Ludwig / Mai 1941)Zugleich beginnen die Deportationen. Bis zum 21. September werden etwa 280.000 Menschen in das Vernichtungslager Treblinka verschleppt und ermordet. Im Ghetto bleiben rund 60.000 Juden zurück, das Ghetto wird verkleinert. (© Yad Vashem, 4613/479)Im April 1943 erheben sich Juden im Warschauer Ghetto, als wieder Bewohner deportiert werden sollen. (© U.S. Holocaust Memorial Museum, 51008)Doch der bewaffnete Widerstand der Ghettobewohner ist chancenlos.  (© Bundesarchiv, Bild 183-41636-0002 Foto: April-Mai 1943)

Bild23_Bild 183-41636-0002 [Mit Gewalt aus Bunkern hervorgeholt]Anschließend zerstören deutsche Truppen systematisch die Überreste des Ghettos. Fast 400.000 Menschen waren im Warschauer Ghetto von 1940 bis 1943 eingeschlossen – nur wenige von ihnen überleben. (© U.S. Holocaust Memorial Museum, 04402)



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